27.07.2026
Es gibt Worte Jesu, die über die Jahrhunderte hinweg nichts von ihrer Kraft verloren haben. Sie sprechen unmittelbar in die Wirklichkeit unseres Lebens hinein und berühren eine tiefe Sehnsucht, die jeder Mensch kennt: die Sehnsucht nach Entlastung, nach innerem Frieden und nach einem Ort, an dem wir zur Ruhe kommen dürfen.
Die Einladung Jesu aus dem Matthäusevangelium gehört zu diesen Worten. Unzähligen Menschen hat sie in schweren Stunden Trost und Halt geschenkt. Sie richtet sich an alle, die mit den Lasten des Lebens unterwegs sind: mit Sorgen um die Familie, mit Krankheit und Erschöpfung, mit Abschieden und Enttäuschungen, mit Fragen und Ängsten angesichts einer oft ungewissen Zukunft.
Jesus bezog die Erfahrungen des Alltags immer wieder in seine Verkündigung ein. Vielleicht sah er einen Menschen vor sich, der unter einer schweren Last mühsam seinen Weg geht. Ein Bild, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Viele Menschen erleben, dass die Anforderungen des Lebens wachsen, während die eigenen Kräfte begrenzt bleiben. Gerade in solchen Situationen spricht Christus sein befreiendes Wort: „Kommt zu mir.“
Besonders in den Sommermonaten kommen viele Menschen nach Knechtsteden: Pilgerinnen und Pilger, Wandernde, Familien, Touristen, Suchende und Glaubende. Wer die ehrwürdige Basilika betritt, spürt oft schon beim Eintreten etwas von der besonderen Atmosphäre dieses Ortes. Die romanischen Bögen, das gedämpfte Licht und das Gebet unzähliger Generationen schenken eine Ruhe, die Herz und Seele berührt. Hier können Menschen verweilen, eine Kerze entzünden, ihre Anliegen vor Gott tragen oder vor dem Gnadenbild der Schmerzensmutter stille Zwiesprache halten. Viele erfahren gerade an solchen Orten, dass sie ihre Lasten nicht allein tragen müssen. Die Einladung Jesu wird hier auf besondere Weise hörbar: „Kommt alle zu mir – ich will euch Ruhe schenken.“
Jesu Worte sind mehr als eine Belehrung. Sie eröffnen einen Horizont der Hoffnung. Sie erinnern uns daran, dass Gottes Liebe größer ist als unsere Sorgen, seine Nähe stärker als unsere Einsamkeit und seine Barmherzigkeit weiter reicht als alles, was wir uns vorstellen können. Selig sind die Menschen, die gelernt haben, das, was sie bewegt und belastet, vor Gott zu tragen. Wer sich ihm anvertraut, wird erfahren: Die Lasten des Lebens verschwinden nicht immer, aber sie werden leichter, weil Christus sie mit uns trägt.
So wünsche ich Ihnen für die kommenden Sommerwochen Zeiten des Innehaltens, Momente der Erholung und die beglückende Erfahrung, dass Gottes Nähe Kraft schenkt, Hoffnung weckt und den Weg begleitet.
Autor: Pater Dr. Emeka Nzeadibe, CSSp
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