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Pater Richard Jehle feiert sein 65-jähriges Priesterjubiläum

23.05.2025

Gottes Liebe versieget nimmer!

Seit 65 Jahren steht Pater Richard Jehle im Dienst Gottes - als Priester, Missionar und Brückenbauer zwischen den Kulturen. Über vier Jahrzehnte hat er in Südafrika gewirkt, Menschen in schwierigen Zeiten begleitet und ihnen Hoffnung geschenkt. Sein Weihespruch „Gottes Liebe versieget nimmer“ zieht sich wie ein roter Faden durch sein Wirken - und gibt ihm bis heute Kraft.

Pater Richard Jehle, CSSp

Richard Jehle erblickte am 8. Juli 1933 in Dogern, einem kleinen Ort bei Waldshut am Oberrhein, das Licht der Welt. Er war das vierte von sieben Kindern: vier Brüder und zwei Schwestern. Sein Vater Alfons Jehle war Ratschreiber, seine Mutter Klothilde Hausfrau. Schon als Kind verspürte er den Wunsch, Priester zu werden - eine Berufung, die ihn nie mehr loslassen sollte. Er ließ sich von den Missionsbüchern der Borromäus-Bibliothek fesseln und versah seinen Dienst als Ministrant mit großer Freude und Eifer. Sein Heimatpfarrer erkannte dies und unterrichtete ihn in Latein und Französisch - eine erste Vorbereitung auf das, was ihn erwartete.

 

Der Weg zum Spiritanerorden

Mit 14 Jahren ging er 1947 in das Missionskonvikt St. Heinrich in Donaueschingen. Dort verstärkte sich sein Wunsch, Priester zu werden. Nach dem Abitur trat er ins Noviziat in Heimbach ein und legte am 21. April 1955 die ersten Gelübde ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Knechtsteden wurde er am 1. Mai 1960 zum Priester geweiht. Als Weihespruch, der ihn sein ganzes Leben begleiten sollte, wählte er: „Gottes Liebe versieget nimmer“.

 

Aufbruch nach Südafrika – Ein Leben im Dienst der Mission

Ein Jahr später, 1961, brach der junge Priester nach Südafrika auf, um seinen Dienst in der Diözese Bethlehem anzutreten. Dort angekommen, bereitete ihn sein Mitbruder, Bischof Peter Kelleter, auf seine Aufgabe vor - er machte ihn mit der Landessprache SeSotho und Englisch sowie mit den politischen und kulturellen Gegebenheiten des Landes vertraut. Apartheid prägte das Land, Trennung und Ungerechtigkeit bestimmten den Alltag der Menschen. Doch Pater Jehle ließ sich nicht entmutigen. Er versuchte zu verstehen, wie er den Menschen am besten helfen konnte. Prägend waren für ihn auch die Begegnungen mit den Pionieren der Südafrikamission, unter ihnen die Patres Lobreyer und Roggendorf sowie Bruder Florus.

Einsatz bei den BaSotho - Seelsorger und Brückenbauer

Seine erste Station war Ladybrand, wo er von 1962 bis 1965 unter den BaSotho arbeitete. Deren Sprache und Kultur faszinierten ihn. Er besuchte Familien, unterrichtete in der kirchlichen Grundschule und knüpfte enge Beziehungen, die weit über die Grenze nach Lesotho reichten. Die beeindruckende Bergwelt und die naturverbundenen Hirtenvölker Lesothos wurden ihm zur Heimat. Sein Pfarrhaus wurde zu einem beliebten Treffpunkt nicht nur für die Gemeindemitglieder, sondern auch für viele Menschen aus Lesotho, die zum Einkaufen nach Ladybrand kamen.

Neue Verantwortung - Menschen führen und Strukturen schaffen

In den folgenden Jahren führte ihn sein missionarischer Weg durch mehrere sesotho-sprachige Gemeinden der Diözese Bethlehem. Von 1965 bis 1969 war er in Senekal und Lindley tätig, wo er sich neben der Seelsorge auch dem Bau einer Kirche in der neuen Siedlung und eines Pfarrhauses in der Stadt widmete. 1969 übernahm er die Leitung der Gemeinden in Ficksburg, die er bis 1975 mit großem Engagement ausübte. Gleichzeitig trug er als Oberer seines Ordens in Südafrika zusätzliche Verantwortung und setzte sich unermüdlich für die geistliche und strukturelle Entwicklung der Mission ein. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählt der Erwerb der Farm „Glen Ash“ bei Bethlehem, an dem auch die Patres Gibis und Schier maßgeblich beteiligt waren. Die Farm wurde zum Zentrum der Spiritaner-Mission in Südafrika. In seiner zweiten Amtszeit als Oberer begleitete er von dort aus die Missionsarbeit des Ordens und stand seinen Mitbrüdern mit Rat und Tat zur Seite.

 

Rückkehr nach Europa – Weiterbildung und neues Engagement

Nach jahrzehntelanger Missionstätigkeit in Afrika nahm er 1983 eine wohlverdiente Auszeit und ging nach Paris, um am Institut Catholique de Paris eine Weiterbildung in Spiritualität zu absolvieren. 1985 kehrte er nach Deutschland zurück und gründete in Stuttgart eine Niederlassung für das Projekt „Missionar auf Zeit“ (MaZ). Dieser Aufgabe widmete er sich zwei Jahre lang, bevor er 1987 nach Südafrika zurückkehrte.

Die erste wahre Liebe bleibt für immer

In den folgenden zwölf Jahren setzte er seine Arbeit unter den BaSotho fort, diesmal in Fouriesburg und auf der Farm Breda, wo er den Aufbau einer Grundschule vorantrieb. Dank seines Einsatzes konnten Ordensschwestern aus Lesotho für die Schule gewonnen werden, um den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Ab 2001 übernahm P. Jehle die geistliche Begleitung des Postulats und des Noviziats der einheimischen Berufungen der SCAF (South Central African Foundation) in Glen Ash und im Laval-Haus bei Pietermaritzburg. Diese Aufgabe hat er bis 2010 gerne wahrgenommen.

 Zurück in Deutschland – Ein Leben im Dienst bis zuletzt

Nach über 40 Jahren Missionseinsatz in Südafrika machten sich allmählich die Strapazen bemerkbar, doch sein Wunsch zu helfen blieb ungebrochen. 2011 kehrte er endgültig nach Deutschland zurück und engagierte sich in Rostock weiter in der Pfarrseelsorge, soweit es seine Kräfte zuließen. Eine neue Heimat fand er schließlich in Knechtsteden, wo er seit zweieinhalb Jahren vom Team der Krankenstation liebevoll betreut wird.

Sein Wirken war für viele ein Lichtblick, schenkte Hoffnung, stärkte den Glauben und gab unzähligen Menschen neuen Lebensmut. Mit tiefer Dankbarkeit blickt er zurück und erkennt, dass er ein Werkzeug in Gottes Hand sein durfte - ganz im Sinne seines Weihespruches: „Gottes Liebe versieget nimmer.“

Zu seinem 65-jährigen Priesterjubiläum wünschen wir ihm Gottes Segen, vor allem, Gesundheit und viel Kraft.

Autor: Pater Samuel Mgbecheta, CSSp

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