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33. Sonntag C - Welttag der Armen

12.11.2022

Die Vorstellung vom Weltuntergang beschäftigt uns Menschen. Die Gedanken an die Endzeit lösen Unsicherheit, Angst, Schrecken und vielleicht ein Gefühl von Ohnmacht aus. Auch Jesus lenkt im heutigen Evangelium den Blick auf das Ende: weg von den schönen Steinen und Weihegeschenken im Tempel. Grausam, dieses Evangelium! Und dennoch auch eine gute, eine „Frohe Botschaft“! Selbst in dieser Ankündigung der Katastrophen vor dem Ende der Welt steckt Hoffnung. Jesus sagt: Wenn ihr standhaft bleibt, wird euch kein Haar gekrümmt und ihr werdet das Leben gewinnen. Wenn wir also unseren Über-zeugungen, dem Glauben an Gott, treu bleiben und uns nicht verwirren und beirren lassen – auch nicht durch „prophetische“ Vorhersagen des Weltuntergangs, dann werden wir leben.

P. Michael Wegner, CSSp

" Das klingt ein bisschen wie „Science Fiction!"

„Es werden Tage kommen, da wird kein stein auf dem anderen bleiben!“ So sagt es Jesus im heutigen Evangelium voraus und mahnt mit dieser Aussage wieder einmal zur Wachsamkeit.

Die Vorstellung vom Weltuntergang beschäftigt uns Menschen. Die Gedanken an die Endzeit lösen Unsicherheit, Angst, Schrecken und vielleicht ein Gefühl von Ohnmacht aus. Weltuntergang bedeutet, dass etwas zu Ende geht. Wir stellen uns das Ende der Menschheit vor, das Ende der Erde, des ganzen Universums. Das klingt ein bisschen wie „Science Fiction“; etwas, das in Wirklichkeit nicht passieren kann. Wenn wir aber in unsere Welt hineinschauen und hören und sehen, was da so alles passiert, dann könnte man meinen, die Endzeit habe schon angefangen.

"Grausam, dieses Evangelium ... und dennoch auch eine „Frohe Botschaft“!

Auch Jesus lenkt im heutigen Evangelium den Blick auf das Ende: weg von den schönen Steinen und Weihegeschenken im Tempel. Jesus spricht von Katastrophen. Er spricht nicht von Reaktorunglücken oder der Klimaerwärmung, sondern seine Beispiele passen in seine Zeit, in der die Israeliten von den Römern beherrscht und unterdrückt wurden. Doch Jesu Worte passen auch in unsere Zeit.

Jesus spricht von der Bedrohung und Zerstörung dessen, was dem Menschen wichtig ist. Er spricht davon, dass andere die Jünger ins Verderben führen werden. Er spricht von Kriegen, Erdbeben, Seuchen und Hungersnöten. Und wenn wir in die Realität schauen, dann müssen wir feststellen, dass dies auf vielfältige Weise in dieser unserer Welt geschieht und wir müssen auch zugeben, dass wir unseren Teil dazu beitragen.

Grausam, dieses Evangelium! Und dennoch auch eine gute, eine „Frohe Botschaft“! Selbst in dieser Ankündigung der Katastrophen vor dem Ende der Welt steckt Hoffnung. Da drin steckt unsere christliche Hoffnung: Jesus sagt: Wenn ihr standhaft bleibt, wird euch kein Haar gekrümmt und ihr werdet das Leben gewinnen. Wenn wir also unseren Überzeugungen, dem Glauben an Gott, treu bleiben und uns nicht verwirren und beirren lassen – auch nicht durch „prophetische“ Vorhersagen des Weltuntergangs, dann werden wir leben.

"Mit Jesus an unserer Seite gibt es für uns Christen keinen Weltuntergang"

Wenn wir die Ankündigungen Jesu vom Ende der Welt im heutigen Evangelium aus seiner Perspektive betrachten, dann brauchen wir uns nicht fürchten, dann müssen wir die Hoffnung nicht verlieren. Jesus geht es nämlich nicht in erster Linie um das Ende von etwas, sondern um einen neuen Anfang: „Ihr werdet das Leben gewinnen!“

Mit Jesus ist immer Hoffnung. Er sagt uns: Gott ist bei uns, seine Liebe und sein Segen begleiten uns. Trotz aller Sorgen, trotz aller Ängste, trotz aller Krankheiten, Verletzungen, Verluste und Katastrophen. Mit Jesus an unserer Seite, geborgen in der Liebe und getragen vom Segen Gottes gibt es für uns Christen keinen Weltuntergang. Wenn wir standhaft bleiben im Glauben und im Vertrauen auf Gott und auf Jesus Christus, auch trotz aller Krisen und Missstände in der Kirche, dann brauchen wir nichts zu befürchten.

Das ist am heutigen Welttag der Armen, den Papst Franziskus vor sechs Jahren ins Leben gerufen hat, auch die tröstende, mutmachende und hoffnungsvolle Botschaft an die vielen Vertriebenen, Hungernden, Flüchtlingen, an die Menschen, die in absoluter Armut leben, in Bedrängnis und Todesangst. Es ist unser Auftrag mit den Armen und Notleidenden solidarisch zu zeigen, Hoffnung und Lebensmut mit ihnen zu teilen, mit ihnen zusammen immer wieder einen Neuanfang zu wagen und mit ihnen gemeinsam dem verheißenen Leben in Fülle entgegenzugehen.

Autor: P. Michael Wegner, CSSp

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