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Impuls zum 26. Sonntag im Jahreskreis C

24.09.2022

"Nie zu spät, uns am Leben und Wirken Jesu zu orientieren!"

„Zu spät“ ließe sich Überschrift über das heutige Evangelium setzen.  Ein „zu spät“, das weitreichende Folgen haben kann und hat, besonders für den reichen Prasser. 

Pater Michael Wegner, CSSp

Pater Michael Wegner, CSSp

Der Prasser kann es sich leisten, Tag für Tag herrlich und in Freuden zu leben. Dabei will er dem Lazarus auch gar nicht Unrecht tun. Er quält ihn nicht, er beutet ihn nicht aus, er verweigert ihm nichts, worauf er Anspruch hätte, er verachtet ihn nicht. Sein Fehler ist: Er sieht nicht und er denkt nicht! Er sieht die Not des Lazarus nicht. Er ist blind und gedankenlos!  So lebt er in seinen Tag hinein. Und weil er Lazarus gar nicht sieht, kommt er auch nicht auf den Gedanken, dass er für ihn etwas Gutes tun könnte.

Und weil der Reiche nichts wahrnimmt, sieht er auch nicht, wie zwischen Lazarus und ihm ein tiefer, unüberwindbarer Abgrund, eine große Kluft entsteht, über die schließlich keiner mehr hinüber kann. Aber das wird ihm erst nach seinem Tod bewusst, also „zu spät!“ Und es ist auch zu spät, seine Brüder zu warnen.

Größer kann der Gegensatz nicht sein. Dem bequemen, wärmenden und bergenden Schoß Abrahams als Bild für einen Ort des Friedens und des Wohlfühlens für Lazarus steht ein ungemütlicher, heißen, bedrohlicher und lebensfeindlicher Ort gegenüber, an dem der Reiche nun ausharren muss.

" Auf das Leben hier und jetzt kommt es an"

Das Gleichnis Jesu lädt uns ein zum Innehalten und zum Bedenken, was wir an Gutem bereits hier und jetzt erfahren dürfen, auch angesichts der in unserem Land und vielleicht sogar in unseren eignen Familien herrschenden Not und Sorgen. Das Gleichnis gibt uns zu denken auf, wie wir unser Leben hier und jetzt führen. Später, bzw. nach unserem Tod ist es zu spät. Auf das Leben hier und jetzt kommt es an. Und darauf, ihm einen Sinn zu geben, der sich auch im Himmel und für den Himmel bewährt.

Die Empathie, der Blick für die Sorgen und Anliegen des Nächsten, war im Leben und Wirken Jesu spürbar und sie sollte es auch in unserem Leben sein. Deshalb fragt Jesus uns heute: Welche Aufmerksamkeit schenken wir unserem Nächsten? Schauen wir auch einmal nach links und rechts und nehmen wir wahr, wenn Menschen unsere Unterstützung brauchen, wenn sie, bildlich gesprochen, „vor unseren Türen liegen“? Können wir ihnen helfen durch Einsatz unserer Zeit, durch aufmerksames Zuhören und liebevolle Zuwendung?

"Jesus macht uns auf das rechte Hören aufmerksam, das zum rechten Handeln gehört"

Jesus macht uns aber auch auf das rechte Hören aufmerksam, das ganz wesentlich, ja unumstößlich zum rechten Handeln gehört. Der reiche Mann hätte, wenn er sich am Wort der Schrift orientiert hätte, sein Leben anders ausrichten können, als er es getan hat.

Für uns kann ebenso die Ausrichtung unseres Lebens nach den Worten der Schrift, besonders jedoch dem Beispiel Jesu folgend, immer wieder ein Anlass sein, unser eigenes christliches Leben zu hinterfragen, zu reflektieren und, vor allem, immer wieder neu auszurichten.

Diese Chance besteht für uns immer. Denn nach den Worten der Schrift ist es nie zu spät, uns am Leben und Wirken Jesu zu orientieren und unser Leben gemeinsam mit ihm zu leben. Diese Einladung an uns gilt jeden Tag aufs Neue. Nutzen wir sie.

Autor: Pater Michael Wegner, CSSp

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