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"Missionarinnen und Missionare auf Zeit" (MaZ) bringen sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in bestehende Projekte ein.

Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, Behindertenwerkstätten, Altenpflege...

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Pater Heinz Gibis ist verstorben

Unser Mitbruder, Heinz Gibis, ist am 29. August 2021 in einem Krankenhaus in Südafrika verstorben. Er stand im 65. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung haben schon stattgefunden.

Pater Heinz Gibis, CSSp

Pater Heinz Gibis, CSSp

Pater Heinz Gibis wurde am 27. November 1933 in Hamburg geboren, wo er mit seiner Mutter lebte. Er besuchte dort zunächst die Volksschule; später in Kleukheim, Diözese Bamberg, und dann in Mannheim. Mit 13 Jahren kam er in das Missionshaus St. Heinrich in Donaueschingen, wo er die Gymnasialstudien 1954 mit dem Abitur abschloss. Er wollte Priestermissionar werden. Den heiligen Ansgar, im 9. Jahrhundert Bischof von Hamburg und Bremen, Missionar der Dänen und Schweden, wählt er als seinen Ordenspatron.

Am 21. April 1955, am Ende des Noviziats in Heimbach, legte er seine ersten Gelübde ab. Es folgte das Studium der Philosophie und Theologie in der Ordenshochschule in Knechtsteden. Am 1. Mai 1960 empfing er die Priesterweihe und am 2. März 1961 die apostolische Weihe für die Missionsarbeit in der Diözese Bethlehem in Südafrika. Noch im gleichen Jahr fuhr er, zusammen mit Pater Richard Jehle, mit dem Schiff nach Durban.

Nach einem Jahr der Einführung durch Peter Kelleter, den Bischof der Diözese, in die politische (Apartheid), kulturelle und gesellschaftliche Situation in Südafrika und in die lokalen Sprachen SeSotho und Englisch, begann er seine Missionsarbeit im Stadtteil der BaSotho in Bethlehem.

Bald wurde ihm die BaSotho Pfarrgemeinde in Reitz und die Seelsorge im Konvent der Paulusschwestern in Reitz anvertraut. Die Paulusschwestern, ursprünglich aus Herxheim (Pfalz), hatten seit Beginn der Spiritanermission in Südafrika mit unseren Patres zusammengearbeitet.

1970 – 1980 baute P. Gibis die Mission in den Dörfern Frankfort, Villiers sowie Tweeling aus und besuchte in dieser Zeit auch einen neunmonatigen Pastoralkurs im Katechetischen Zentrum in Eldoret, Kenia.

Zusammen mit Pater Jehle erwarb er 1980 die Farm „Glen Ash“, nahe der Bischofsstadt Bethlehem, das „unser Haus“ und Zentrum unserer Spiritanergemeinschaft in Südafrika wurde. Hier begann P. Gibis auch mit einer ersten Schule – zunächst unter den Bäumen - für die Kinder der Farmarbeiter in der Umgebung. Er kümmerte sich auch um die älteren Kinder der Farmarbeiter, denen wir zunächst die Gelegenheit gaben, die Höhere Schule in der Stadt zu besuchen, bis unsere Schule in Glen Ash zur ersten Farmschule mit Abitur ausgebaut war.

1982 – 1984 übernahm P. Gibis die Mission auf den Außenstationen in Leribe, LeSotho, zusammen mit Pater Franz Moldan. Aus dieser Zeit berichtet P. Gibis: „An Ostern war ich zehn Stunden in der Kirche mit Beichthören, der Osterliturgie, zwanzig Taufen und zwölf Eheschließungen.“

Zwei Jahre, 1984/85, verbrachte P. Gibis dann zum Studium der Spiritualität an der Duquesne Universität der Spiritaner in Pittsburgh, USA. In dieser Zeit hielt er auch Missionssonntage in den umliegenden Städten. Zurück in Südafrika, half P. Gibis in der Mission in Senekal. 1988 kehrte er nach Deutschland zurück und bereitete mit Pater Jehle in Stuttgart das Haus für das Programm Missionar auf Zeit vor, bevor er in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in der Berufungspastoral arbeitete und Missionssonntage abhielt.

2001 wurde er gebeten nach Südafrika zurück zu kommen, um mit unseren Philosophie- und Theolgogiestudenten im Laval-Haus, bei Pietermaritzburg, Natal, zu leben und die Gemeinde KaMPhumuza, eine Zulugemeinde in der Nachbarschaft, zu leiten. So lernte er noch die Zulusprache. In der Gemeinde sorgte er unter anderem für den Bau einer Pfarrhalle und eines Kindergartens. In Natal (Diözese Durban) übernahm er dann für zwei Jahre die Seelsorge für eine deutsche Gemeinde (Zuckerrohrfarmer) und danach eine weitverstreute Zulugemeinde im tiefen Zululand, einer nicht ungefährlichen Gegend mit politischen Unruhen und Stammesfehden.

Als sein Leben in Gefahr geriet, wechselte er zu einer nahegelegenen Missionsstation der Mallersdorfer Nardini Schwestern, zu der das Noviziat einheimischer Berufe und eine Wallfahrtskirche gehörte. Dort lebte und arbeitete er mit einem Zulupriester in der Pfarrei und in einem Hospiz für behinderte und kranke Zulus.

2016 trat er die Nachfolge von Pater Wiederkehr in Reitz als Spiritual und Seelsorger bei den Paulus Schwester in ihrem Heim für körperlich und geistig Behinderte an.

Am Freitag, den 27. August 2021 wurde er wegen einer Coviderkrankung ins Krankenhaus gebracht und erlag zwei Tage später dieser Krankheit.,

P. Bernhard Wiederkehr, CSSp


02.09.2021

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