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In der Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige in Köln (NOTEL) erhalten die Gäste jede Nacht eine warme Mahlzeit, eine Dusche, die Möglichkeit, ihre Wäsche waschen zu lassen und ein Bett.

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Impulspredigt zum 5. Sonntag der Osterzeit - „In Verbindung bleiben“

„Mach’s gut, wir bleiben auf jeden Fall in Verbindung!“ So verabschieden wir uns schon mal voneinander. Und es ist ja heute, im Zeitalter der neuen Medien, auch gar nicht mehr so schwer, in Verbindung zu bleiben. Und dennoch ist die Frage hoch aktuell: Wie können wir in Verbindung bleiben?

Pater Michael Wegner, CSSp

Pater Michael Wegner, CSSp

„Wie können wir in Verbindung bleiben?“

Nach mittlerweile über einem Jahr Einschränkungen durch die Corona-Pandemie stellen wir uns immer wieder neu diese Frage. Wie kann ich in Verbindung bleiben mit meiner Familie, mit meinen Freunden, mit Verwandten und Bekannten, z. B. auch im Altenheim oder im Krankenhaus? Wir haben heute technische Möglichkeiten dazu, aber diese erset-zen niemals den persönlichen Kontakt, die Nähe, nach der wir uns so sehr sehnen. Und nicht alle Menschen haben Zugang zu den neuen Medien und Techniken.

„Wie können wir in Verbindung bleiben?“ Diese Frage stellt sich auch in unseren Kirchengemeinden. Viele Veranstaltungen, die sonst Gemeindeleben ausmachen, sind nicht möglich. Und auch in den Gottesdiensten spüren wir Beeinträchtigungen: fehlendes Singen, Maskenpflicht, Abstandsregeln …

„Getrennt von mir könnt ihr nichts tun“

„Wie können wir in Verbindung bleiben?“ Diese Frage gilt auch in unserer Beziehung zu Jesus Christus. „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ – so sagt Jesus im heutigen Evangelium (Joh 15, 1-8). Und er gebraucht ein Bild aus dem landwirtschaftlichen Bereich, um uns zu verdeutlichen, wie das gehen kann, mit ihm in Verbindung zu bleiben. Es ist das Bild vom Weinstock und von den Reben. Ein der damaligen Gesellschaft sehr vertrautes Bild. Mit heutigen Bildern könnte Jesus das so erklären: Ein Gerät, das nicht ans Stromnetz angeschlossen ist, funktioniert nicht. Ein Elektroauto, das nicht regelmäßig an die Ladestation angeschlossen wird, bleibt stehen. Ein Handy, das nicht aufgeladen wird, macht jede Verbindung unmöglich. Das Wort Jesu: „getrennt von mir könnt ihr nichts tun“, wird uns hier sofort verständlich. Wenn der Stecker gezogen ist, geht nichts mehr. Jesus ist also unsere Energiequelle, unser Kraftwerk, unsere Ladestation. Und anders als bei unserer Technik gibt es bei Jesus garantiert keinen Stromausfall. Seine Energie ist bei Wind und Wetter verfügbar. Wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird, dann liegt das an uns. Wir wären gerne die Herren der Welt. Aber nicht wir, sondern Gott ist der Schöpfer, wir sind die Rebzweige, die nur in Verbindung mit Jesus etwas bewirken können.

Verbundenheit mit und zu Jesus Christus ist unsere einzige Stromquelle

Wenn wir unsere Kraft und unsere Energie nur aus uns selber schöpfen und nicht aus der Verbindung mit Jesus, wenn bildlich gesprochen der Kontakt zu unserer Stromquelle nicht geschlossen ist, dann haben wir keinen Erfolg, dann ist all unser Mühen nur Stückwerk, das ins Leere läuft. Wenn aber die Stromzufuhr funktioniert, dann haben wir Leben, Licht und Wärme. Wenn die Verbindung mit Jesus stimmt, dann können wir Frucht bringen: Dann herrscht unter uns Liebe, Freude, Friede, Güte und Treue. Gelebte Nächstenliebe ist ein wichtiger Wesenszug des Christentums und der Verbundenheit mit Jesus Christus.

Unabhängig von der derzeitigen Lage in der Corona-Pandemie ist das persönliche Gebet zu Hause, das Lesen der Heiligen Schrift und der Austausch darüber Zeichen unserer Verbundenheit mit und zu Jesus Christus.

Pater Michael Wegner, C.S.Sp


02.05.2021

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