Suche
Missionarin auf Zeit

Im Projekt "MissionarIn auf Zeit" (MaZ) bietet jungen Menschen die Möglichkeit in einem zeitlich befristeten Aufenthalt mit einer religiös geprägten Lebensgemeinschaft Erfahrungen in einer anderen Kultur zu machen.

Der Aufenthalt kann als Freiwilligendienst im Ausland angerechnet werden.

weitere Infos...

Impuls zum vierten Fastensonntag 2021: „Freut euch!“

Es ist Halbzeit! Die Hälfte der 40 Tage ist vorbei und wie bei jedem Fußballspiel braucht es zur Halbzeit auch in der Fastenzeit eine kleine Pause zum Durchatmen. Dabei stehen wir gleichsam auf dem Gipfel des Berges und schauen Ostern entgegen, wir können das Licht der Auferstehung schon erahnen. Der vierte Fastensonntag „Laetare“ lädt uns in Anlehnung an die Worte des Propheten Jesaja ein zum Innehalten und ruft uns zu: „Freue dich – freut euch!“

Pater Michael Wegner, CSSp

Pater Michael Wegner, CSSp

Doch: Worüber können wir uns denn heute noch freuen? Die Corona-Pandemie schränkt uns ein, macht uns das Leben schwer, zerstört Existenzen. Die Nachrichten von Krieg, Terror, Gewalt, Rassismus, Ausgrenzung und Naturkatastrophen lassen uns auch nicht gerade in Freude und Jubel ausbrechen. Und auch die gegenwärtige Situation in der „Institution Kirche“ löst eher Verbitterung und Wut aus als Freude und Jubel. Alles ist doch eher zum „Davonlaufen“!

Worüber also können wir uns denn heute freuen? Gibt es wirklich noch einen Grund zur Freude? Meine klare Antwort auf diese Frage heißt: Ja! Wir haben Grund zur Freude, wir haben eine sprudelnde Quelle der Freude: das Evangelium, das Wort Gottes. Das sagt uns auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Evangelii gaudium“ (2013): „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Mit Jesus kommt immer und immer wieder neu die Freude! Die Botschaft Jesu, das Evangelium, ist die Quelle der Freude!“

Diese Freude wird auch im heutigen Evangelium spürbar ((Joh 3, 14-21), selbst wenn es zunächst dunkel und eher deprimierend anmutet: Wie die Schlange in der Wüste, so wird der Menschensohn am Holze des Kreuzes aufgehängt! Gott gibt seinen einzigen Sohn da-hin, er liefert ihn dem Tod aus! Die Menschen lieben die Finsternis (das Böse) mehr als das Licht, sie wählen den Tod an Stelle des Lebens!

Dennoch strahlt Licht und Freude auch in diesem Evangelien-Abschnitt auf. „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht“ (Joh 3,18). In diesem Vers wird der Grund der Menschwerdung und der Passion Jesu sichtbar und damit der Grund unserer Freude: Der Grund ist die Liebe Gottes zur Welt. Gott wollte nicht – und er will es auch heute nicht -, dass die Menschen, die sich von sich selbst entfremdet und sich verloren hatten (orientierungslos waren), zu-grunde gehen. Er will, dass wir das Leben in Fülle und Freude haben.

Aus Liebe gab Gott seinen Sohn dem Tod am Kreuz preis! Diese Liebe ist so überraschend wie unbegreiflich! So paradox es auch klingen mag: Das Kreuz Jesu Christi ist der Garant der Liebe Gottes zu uns Menschen und damit der Garant der Lebensfreude!

Mir kommt da der Kreuzes-Hymnus des Weltjugendtages 2005 in Köln in den Sinn, in dem die Jugendlichen in beeindruckender Weise ihren Glauben an die Liebe Gottes, an die verwandelnde und stärkende Kraft der Liebe, die von diesem Kreuz ausgeht, bekannt haben. Und es sind Worte, die auch mir aus dem Herzen sprechen:

„Du für mich, wie so groß ist die Liebe!
Du für mich, deine Arme so weit!
Du am Kreuz, das ist mehr als ich fassen kann:
eine Quelle der Gnade,
und so ziehst du mich an.
Du am Kreuz, das ist Kraft zur Versöhnung hin,
so wie du zu vergeben,
alle Hoffnung und Liebe darin!"

Genau so soll das Kreuz heute am Sonntag Laetare, für uns wieder neu zur Quelle des Lebens, der Liebe und der Freude werden.

Wir brauchen und dürfen unserer Augen nicht vor der Realität verschließen: Die Freude in unserem Leben ist manchmal getrübt und eher von Traurigkeit übermannt. Das erfahren wir im alltäglichen Leben und Zusammenleben immer wieder, das ist Bestandteil unseres menschlichen Lebens, damit müssen wir leben. Daran erinnert uns auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Evangelii gaudium“ mit ermunternden Worten: „Man kann die Freude nicht in allen Lebensabschnitten und -umständen, die manchmal sehr hart sind, in gleicher Weise erleben. Sie passt sich an und verwandelt sich, aber sie bleibt immer wenigstens wie ein kleiner Lichtstrahl. Ich lade jeden Christen ein, seine persönliche Beziehung mit Christus zu erneuern. Es gibt keinen Grund, weshalb jemand meinen könnte, diese Einladung gelte ihm nicht, denn niemand ist ausgeschlossen von der Freude, die der Herr uns bringt.“

Nehmen wir diese Einladung an, lassen wir den Lichtstrahl der Freude und der Hoffnung in unsere Herzen dringen, damit er uns das Leben erleichtert. Amen.

Pater Michael Wegner, CSSp


14.03.2021

zurück...

facebook

powered by webEdition CMS