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Heilig-Geist-Gymnasium, Broichweiden / Würselen

Kompetenzen fördern - Leistung fordern - Persönlichkeit formen - Glauben leben. Das sind die Säulen des Heilig-Geist-Gymnasium in Broichweiden / Würselen.

Auf der Grundlage des christlich-spiritanischen Welt- und Menschenbildes erhalten die Schülerinnen und Schüler ganzheitliche und exzellente Bildung und Erziehung.

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Impuls zum Palmsonntag 2021: Das Tor zur heiligen Woche

Unmittelbar nach der Heilung des blinden Bartimäus schildert der Evangelist Markus uns heute den Einzug Jesu in Jerusalem. Hier wird Jesus keine Wunder vollbringen. Er wird vielmehr in Zeichen und Gleichnissen das Geheimnis seines künftigen Sterbens deuten. Und er wird in Jerusalem sein Leben vollenden, indem er am Kreuz für die Menschen stirbt, für die, die sich nach Heilung sehnen, aber auch für seine Gegner, die ihn ans Kreuz schlagen. In seinem Tod gipfelt das heilende und befreiende Wirken Jesu.

Palmsonntag

Palmsonntag

Mit der Erinnerung an den festlichen Einzug Jesu in Jerusalem beginnen wir die Karwoche, die „heilige Woche“. Der ehemalige lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, hat einmal geschrieben: „Die Heilige Woche stellt eine Synthese unseres gesamten christlichen Lebens dar. Mit Jesus und in Jesus erleben wir den Übergang vom Tod zum Leben. Wir legen den alten Menschen ab, um uns mit dem neuen Menschen zu bekleiden. Der Bericht über das Leiden, den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus schildert nicht nur lang zurückliegende historische Ereignisse, an die wir uns jedes Jahr gläubig erinnern, die jedoch das wirkliche Drama, das sich in unserem Leben abspielt, nicht berühren. Nein, in diesen Tagen finden wir uns selbst inmitten dieses Dramas, das sich auch in unserem Innern abspielt. Wir nehmen teil am Heilsgeheimnis, und das Heilsgeheimnis erfüllt sich in uns!“

Palmsonntag: Eingangstür zu den Geschehnissen der Karwoche und zum Osterfest

In dieser Gesinnung feiern wir die heilige Woche. Der Palmsonntag erzählt nicht nur vom triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, sondern verkündet auch die Passionsgeschichte. Jesus Christus geht den ganzen Weg. So will es der Vater von ihm. Heute reitet er demütig auf einem Esel in die Stadt ein. In einigen Tagen wird er durch Jerusalem nach Golgota zur Kreuzigung getrieben. Gott gibt alles für den Menschen, er gibt den Sohn in unsere Hände. Und das alles, damit jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr, zur Ehre Gottes des Vaters!“

Wir feiern den Gründonnerstag als Tag der Erinnerung. Wir erinnern uns an die Feier des letzten Abendmahls, das zum Vermächtnis Jesu Christi an seine Kirche, an uns, geworden ist. Wir erinnern uns an den Dienst, den Jesus zeichenhaft in der Fußwaschung an seinen Jüngern getan hat. Mit diesen Zeichen lädt Jesus uns ein, Brot zu brechen, Brot zu teilen. Das Leben zu teilen, auch wo es gebrochen ist. Das Leben zu teilen in Freude und in Leid. Das Leben zu teilen auch mit dem, mit dem ich eigentlich nicht teilen muss.

Über den Geschehnissen des Karfreitags steht dann das Kreuz. Der Karfreitag ist der Ort, wo die Not, der Tod, der Untergang zum Thema wird. Hier darf unsere menschliche Klage Ausdruck finden und ins Wort kommen. An stummer Klage ersticken viele Menschen seelisch. Wo die Klage ins Wort kommen darf, da ist ein erster Schritt zur Bewältigung der Not getan. Karfreitag ist die Zusage, dass Gott ein Hörender ist auf unsere Schreie in der Not. Für den, der glaubt, zeigt das Kreuz die verborgene Kraft Gottes. Es ist das Zeichen unüberbietbaren Gottvertrauens. Deshalb hat es einen tiefen Sinn, wenn wir am Karfreitag singen: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.

In der Osternacht und am Ostermorgen feiern wir das neue Leben! „Warum ist diese Nacht so anders als alle anderen Nächte?“ So fragen die Juden, wenn sie das Fest der Befreiung, das Ostermahl feiern. Diese Nacht ist auch für uns als Christen ganz anders: In dieser Nacht ist das Leben stärker als der Tod. In dieser Nacht endet alle Trauer in Hoffnung, alle Not in Befreiung, denn er, der am Kreuz hing, der im Grab lag, er lebt! Die Feier der Osternach geht nochmals den Weg durch das Dunkel, arbeitet sich gleichsam heraus aus dem Dunkel des Todes und des Grabes. So wird deutlich: Das letzte Wort hat nicht der Tod, das letzte Wort hat das Leben, hat der Auferstandene, der Licht und Heil in unser Leben bringt. Gott ist nicht ohnmächtig geworden und das Gesetz des Todes nicht die letzte Macht. Ostern ist also weit mehr als ein Frühlingserwachen! Ostern ist das unverwechselbare Gütesiegel, dass Gottes Liebe auch im Dunkel des Todes standhält.

Ein König, der sich hergibt für die Menschen

In der Vorfreude auf dieses „Frühlingserwachen“ dürfen wir eintreten in die heilige Woche und uns daran erinnern, was damals, beim Einzug Jesu in Jerusalem geschah:

Hosanna haben sie gerufen und sind ihm nachgelaufen auf seinem Weg in die Stadt Jerusalem. Bald aber schrien sie: Ans Kreuz mit ihm! Aus der Begeisterung wurde Verachtung, tödlicher Hass. Schnell ist einer vergessen, abgeschrieben, erledigt, gestorben, wenn er nicht mehr in das Bild passt, nicht mehr die Erwartungen erfüllt. Schnell wird aus Beifall Verachtung.

Als König haben sie ihm zugejubelt, damals in Jerusalem. Hosanna haben sie gerufen und gehofft, er werde sein Volk in die Freiheit führen. Doch sein Weg ging zum Kreuz, ging zum Tod. Er war der König, der sich hergibt für die Menschen, für alle, die auf ihn ihre Hoffnung setzen. Er ist auch unser König und er ruft uns zu: Jubelt doch, Hosanna! Ihr wartet doch auf einen der kommt als König, als Erlöser, als Befreier. Jubelt und begreift: Erlösung braucht keine Macht. Rettung beginnt, wo der Mensch dem Menschen Bruder und Schwester ist. Jubelt doch und freut euch! Ich zeige euch einen Weg, den zu gehen es Mut braucht und Vertrauen, ein Weg, der durch Leiden Kreuz und Tod zur Auferstehung, zum neuen Leben führt.

P. Michael Wegner CSSp.


26.03.2021

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