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Notel in Köln

Unsere Mission gilt Menschen am Rand der Gesellschaft - in Deutschland und weltweit.

Das NOTEL - die Notschlafstelle für Drogengebraucher in Köln ist ein Beispiel für dieses Engagement.

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Impuls zum 22. Sonntag B

Jesus hält uns im heutigen Evangelium einen Spiegel vor Augen. Aber keinen Spiegel, um unsere Schönheit zu bewundern, sondern einen Spiegel, der den äußeren Schein hinterfragt und den Blick auf das Innere Sein lenkt. Jesus lädt uns ein, in unser eigenes Herz zu schauen. Er entlarvt die Heuchelei der Pharisäer. Sie definieren den Menschen nach seinen Äußerlichkeiten. Jesus aber lehrt, den Blick zu wechseln: von außen nach innen, denn: Von Innen, aus dem Herzen, kommen die guten und die bösen Gedanken.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ – Viele erinnern sich wohl an diese Frage aus dem Märchen Schneewittchen“ der Gebrüder Grimm:

Kurz nach dem ihr lang ersehntes Töchterchen Schneewittchen geboren war, verstarb die Königin und ein Jahr später nahm sich der König eine andere Gemahlin. Es war eine schöne Frau, aber sie konnte nicht leiden, dass sie an Schönheit von jemandem übertroffen werden sollte. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel, wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und der Spiegel antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land!“ Da war sie zufrieden. Schneewittchen aber wuchs heran und wurde immer schöner. Und als es sieben Jahre alt war, war es schöner als die Königin selbst. Als diese wieder einmal ihren Spiegel fragte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ da antwortete er: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr!“ Da erschrak die Königin und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Schneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum, so hasste sie das Mädchen.

Jesus entlarvt die Heuchelei der Pharisäer

Auch Jesus hält uns im heutigen Evangelium einen Spiegel vor Augen. Aber keinen Spiegel, um unsere Schönheit zu bewundern, sondern einen Spiegel, der den äußeren Schein hinterfragt und den Blick auf das Innere Sein lenkt. Jesus lädt uns ein, in unser eigenes Herz zu schauen. Veranlasst dazu sieht er sich durch die Kritik der Pharisäer, die sich darüber aufregen, dass seine Jünger vor dem Essen die Hände nicht waschen, also eine kultische, rein äußerliche Vorschrift missachten. Jesus entlarvt die Heuchelei der Pharisäer. Sie definieren den Menschen nach seinen Äußerlichkeiten. Jesus aber lehrt, den Blick zu wechseln: von außen nach innen, denn: Von Innen, aus dem Herzen, kommen die guten und die bösen Gedanken.

Unser aller Leben ist von Gott angenommen, gewollt und geliebt!

Jesus hält den Pharisäern damals und uns heute den Gewissensspiegel vor Augen. Er lässt uns in diesem Spiegel erkennen, dass wir etwas für unsere Herzens- und Gewissensbildung tun können. Es ist leichter, die eigene Perfektion zu bestaunen, sich über andere lustig zu machen, sie zu be- oder gar zu verurteilen, als die eigenen Schwachstellen wahrzunehmen und die eigenen Fehler zu reflektieren und zu korrigieren.

Jesus hält uns einen Spiegel vor Augen und lässt uns erkennen, dass unser aller Leben von Gott angenommen, gewollt und geliebt ist und dass wir deshalb für dieses Leben Verantwortung tragen. Lassen wir uns also den Gewissensspiegel, den Spiegel des Herzens vorhalten und vertrauen wir uns der Liebe Gottes, seiner Güte und Barmherzigkeit, die er uns in Jesus Christus, seinem Sohn wiederspiegelt, erneut an.

Pater Michael Wegner, CSSp


27.08.2021

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