Suche
NOTEL

Im NOTEL,  der Notschlafstelle für Drogenabhängige, ist die kleine Kapelle spirituelles Zentrum für Mitarbeiter und Gäste.

Ziel ist nicht Bekehrung, sondern als Christen präsent zu sein und aufgrund des Glaubens Hoffnung zu vermitteln.

weitere Infos...

Impuls zum dritten Sonntag nach Ostern 2021: Ostern ist ansteckend!

Jesus ist leibhaftig auferstanden! Das ist die Grundbotschaft, ohne die es kein Ostern gibt! Dies zu leben und zu bezeugen, dazu lädt uns der Auferstandene ein. Ostern ist ansteckend!

Wenn orthodoxe Christen einander „Frohe Ostern“ wünschen, dann sagen sie: „Der Herr ist auferstanden!“ Und die Antwort lautet: „Der Herr ist wahrhaft (wirklich) auferstanden!“ Das ist dann nicht nur eine so eben mal daher gesagte Begrüßungsformel, nein: Das ist ein Glaubensbekenntnis.

Dabei ist es ist gar nicht so leicht, an die Auferstehung Jesu zu glauben, geschweige denn, sie zu verstehen. Da geht es uns heute nicht anders als den Jüngern damals. Die Emmausjünger kehren zurück und berichten, dass sie den Auferstandenen gesehen, mit ihm gesprochen und gegessen haben. Doch die anderen Jünger glauben ihnen nicht. Sie glauben auch dann noch nicht, als ihnen der Auferstandene selbst erscheint und mit ihnen Mahl hält. So berichtet es uns der Evangelist Lukas in seiner nachösterlichen Erzählung (Lk24, 35-48).

Pater Michael Wegner, CSSp

Pater Michael Wegner, CSSp

Dieses Evangelium verkündet uns eine dreifache Osterbotschaft: Jesus ist leibhaftig (wahrhaftig) auferstanden! Jesus schenkt seinen Jüngern und uns die Gabe der Schrifterkenntnis! Jesus beauftragt die Jünger und uns zum Zeugnis.

Jesus ist leibhaftig auferstanden! Das ist die Grundbotschaft, ohne die es kein Ostern gibt! So richtig verstehen und begreifen können wir das nicht, genauso wenig wir die Jünger damals und die Frauen, welche die ersten Zeugen der Auferstehung waren. Die Jünger können die Wirklichkeit von Ostern nicht aufnehmen. Daher reagieren sie mit Angst, als der Auferstandene in ihre Mitte tritt. Sie halten ihn für ein Gespenst! Sie können nicht glauben, dass der Gekreuzigte und der Lebendige ein und derselbe ist.

Geht es uns heute nicht auch so? Haben nicht auch wir manchmal Schwierigkeiten und Zweifel mit dem Osterglauben? Dennoch gilt es auch heute: Jesus ist leibhaftig auferstanden- oder besser gesagt: Jesus kann nur leibhaftig auferstehen, wenn er in unserem Leib, in unserem Herzen lebendig wird.

Und dieser Jesus, der wahrhaft Lebende, der Auferstandene, er legt den Jüngern die Schrift aus. Er lehrt sie begreifen, dass bereits das Alte Testament von seinem Leiden spricht, von seiner Auferstehung und Herrlichkeit.

Die Schrift ist auch für uns der Schlüssel dafür, Jesu Wirken, sein Sterben am Kreuz und seine Auferweckung zu verstehen und darin die Handschrift Gottes zu erkennen, der zu allen Zeiten, durch alle Brüche und Todeserfahrungen hindurch an seinem Volk, an uns Menschen festhält. Wir sind Teil der Heilsgeschichte, uns gilt der Sieg des Lebens über den Tod!

Dies zu leben und zu bezeugen, dazu lädt uns der Auferstandene ein. Als Christen müssen wir Zeugnis geben von den Ereignissen, an die wir an Ostern erinnert wurden. Wir müssen Zeuginnen und Zeugen sein für einen Gott, der mitten in die Todesrealität unseres Daseins den Sieg des Lebens gepflanzt hat. Ostern ist ansteckend! Jesus lebt! Er ist leibhaftig auferstanden! Das bezeugt uns die Schrift und dafür sind wir Zeugen!

P. Michael Wegner CSSp


18.04.2021

zurück...

facebook

powered by webEdition CMS