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NOTEL

Im NOTEL,  der Notschlafstelle für Drogenabhängige, ist die kleine Kapelle spirituelles Zentrum für Mitarbeiter und Gäste.

Ziel ist nicht Bekehrung, sondern als Christen präsent zu sein und aufgrund des Glaubens Hoffnung zu vermitteln.

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Impuls zu Christkönig 2021

Als Papst Pius XI. 1925 das Hochfest der Königsherrschaft Jesu einführte, befand sich die Welt im politischen Umbruch: der Erste Weltkrieg und seine Folgen waren immer noch präsent und überall in Europa hatten jahrhundertealte Monarchien ihre Macht verloren und wurden von Demokratien abgelöst. Um dem gesellschaftlichen und politischen Wandel und dem Laizismus, der Trennung von Kirche und Staat, aber auch der Gleichgültigkeit und Laxheit vieler Christen entgegenzuwirken, wollte Papst Pius XI. mit diesem Fest an die Königswürde Jesu erinnern und den Menschen Orientierung für das eigene Leben geben.

Wie wichtig das Christkönigsfest nur ein Jahrzehnt später werden sollte, konnte Papst Pius XI. freilich nicht ahnen. In der Zeit des Nationalsozialismus entwickelte sich der Tag zu einem wichtigen Widerstandssymbol: Junge Katholiken nutzten die Feier, um sichtbare Zeichen gegen den Führerkult zu setzen. Das Christkönigsfest wurde zu einem Mutmachfest in schweren Zeiten.

Welche Bedeutung aber hat dieses Fest heute? Wer ist dieser König Christus heute für uns? Ein König ist für uns immer verbunden mit seinen Isignien: Mit dem Thron, mit dem Zepter, mit der Krone. Und das ist im Moment für uns ja die „Corona“, die Krone der Pandemie, des fast unbesiegbar scheinenden Virus von Covid 19, dessen steigende Zahlen uns derzeit alar-mieren, in Angst und Schrecken setzen und hoffentlich auch zur Vorsicht und Rücksicht mah-nen, und möglichst viele Impfgegner auch zur Einsicht führen. Diese Krone ist also ganz an-ders als die herkömmlichen Königskronen oder gar die frühere Papstkrone, die Tiara.

Auch die Insignien des Königs Jesus Christus waren ganz andere: Sein Thron war das Kreuz, sein Zepter die Geißel oder auch die Lanze, die seine Seite durchbohrte. Seine Krone war die Dornenkrone. Sein Königsgewand war der purpurrote Mantel des Spottes und der Verhöh-nung. All das macht deutlich, wie ganz anders seine Königsherrschaft und sein Königreich ist.

Ein König ohne Herrschaft

Das wird auch deutlich im heutigen Evangelium. Da hörten wir einen Teil aus der Passions-geschichte. Am Ende des Kirchenjahres hören wir also ein Evangelium aus der Karwoche. Und genau das macht uns klar, welchen König wir heute verehren: Wir feiern Christus als einen König um der Menschen Willen, der allen Menschen einen Weg zu Gott eröffnet. Als „König der Juden“ wurde Jesus von seinen Anhängern betitelt und verehrt.

Als „König der Juden“ wurde Jesus von Pilatus und seinen Soldaten bei seiner Gefangennahme und beim Gang hinauf nach Golgatha verspottet. Als „König der Juden“ hat sich Jesus selbst nie bezeichnet, wie er sich überhaupt keine besonderen Würdetitel zugesprochen hatte. Ein König besonderer Art war er und wollte er sein: Ein König ohne eigenes Land und Reich, dem nur am Wachsen des Reiches Gottes gelegen war.

Ein König ohne Herrschaft, der ganz auf die Gottesherrschaft setzte. Ein König, der auf irdische Macht verzichtete und sich in die Ohnmacht von Tod und Erniedrigung hineingab. Ein König, der für die Wahrheit Zeugnis ablegte.

Jesus Christus ist der König aller Menschen, der König aller Herzen! Er ist der König unserer Herzen und er will durch uns der König der Herzen aller Menschen werden und sein! Durch Taufe und Firmung haben wir als Christen Anteil an dieser Königswürde! Das ist die Einla-dung und Herausforderung an uns am heutigen Christkönigsfest.

Pater Michael Wegner, CSSp


20.11.2021

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