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Impuls zum 4. Sonntag der Osterzeit 2021: „Für wen bin ich da?“

Der vierte Sonntag der Osterzeit wird allgemein als „Sonntag des guten Hirten“ bezeichnet. Diesen Namen hat er vom Evangelium bekommen (Joh 10, 11-18), das wir an diesem Sonntag hören und in dem Jesus von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte!“ Was aber ist gemeint, wenn Jesus von sich als dem guten Hirten spricht, der so ganz anders ist als ein bezahlter Knecht? Was zeichnet ihn als guten Hirten aus?

An erster Stelle ist da wohl zu nennen, dass Jesus eine innige Beziehung zu seinen Schafen hat und diese zu ihm. Er sagt: „Ich kenne die meinen und die meinen kennen mich.“ Es geht im übertragenen Sinne um ein von Liebe getragenes gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Der gute Hirte würde – so wie ein Vater oder eine Mutter – alles für das Wohlergehen seiner Kinder tun, sich für sie aufopfern. Anders als ei bezahlter Knecht hat er Interesse an seinen Schutzbefohlenen, lässt sie in Gefahr nicht im Stich und sieht zu, dass sie nicht getrennt und zerstreut werden.

Das Bild, das Jesus von sich als guten Hirten zeichnet, ist auch eine Herausforderung an uns. Gott beruft auch uns, zum guten Hirten zu werden. Und so ist es auch gut und sinnvoll, dass wir an diesem Sonntag den Weltgebetstag um geistliche Berufungen begehen. Dieser Sonntag ist eine Einladung, nicht nur über die spezifischen geistlichen Berufungen nachzudenken, sondern auch über unsere eigene christliche Berufung. Die Frage, die als Leitwort über dem heutigen Sonntag steht, kann uns dabei helfen: „Für wen bin ich da?“

Die meisten von uns wüssten auf diese Frage vermutlich intuitiv eine Antwort. Eltern würden sagen, dass sie für ihre Kinder da sind. Eheleute würden sagen, dass sie füreinander da sind. Dort, wo es Familienangehörige gibt, die pflegebedürftig sind, wird man bei dieser Frage an sie denken. Manche würden vielleicht auch sagen: „Ich muss für niemanden da sein, es reicht, dass es mich gibt; ich muss mir mein Existenzrecht nicht verdienen!“

Wenn man sich auf diesen Standpunkt stellt, geht man an der Lebenswirklichkeit vorbei. Denn wir sind keine freischwebenden Wesen, sondern von Geburt an in ein Beziehungsgeflecht mit anderen Menschen eingebunden. Die Frage stellt sich also mit Dringlichkeit: „Für wen bin ich da?“

Im Evangelium sagt Jesus, dass er aus Verbundenheit mit dem Vater für die Seinen da ist. Von ihm heißt es, dass er die Seinen kennt. Er weiß um das, was sie bewegt und beschäftigt. Und das ist wechselseitig. Auch sie kennen ihn. Was heißt das für uns?

Unsere Berufung zu leben, gute Hirten für unsere Nächsten sein, das können wir nur, wenn wir in Beziehung zum guten Hirten Jesus stehen, ihn kennen. Aus dieser Beziehung heraus können wir auf diejenigen achten, zu denen wir im Alltag gesandt sind. Aus dieser Liebes-und Vertrauensbeziehung heraus können wir unsere ganz persönliche Antwort geben auf die Frage: „Für wen bin ich da?“.

P. Michael Wegner, CSSp


25.04.2021

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