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"Missionarinnen und Missionare auf Zeit" (MaZ) bringen sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in bestehende Projekte ein.

Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, Behindertenwerkstätten, Altenpflege...

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Impuls zum 33. Sonntag B

Wenn wir nach menschlichem Ermessen total am Ende sind, sagt uns Gott seine bleibende Nähe zu. Wir sind am Ende nicht allein. Der Menschensohn kommt – nicht nur am Ende der Zeit, sondern immer wieder neu, auch in unsere Welt, auch zu dir und mir! Seine Worte haben Bestand: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ und „Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt und es in Fülle habt!“ Diese Worte machen uns Mut und richten uns auf. Sie nehmen die Angst vor der Zukunft, schenken Trost und Hoffnung.

Wenn wir uns die täglichen Nachrichten vor Augen führen, dann drängt sich uns die Frage auf: Gerät unsere Welt und damit unser Leben aus den Fugen? Corona-Pandemie, Kriege, Flüchtlingsdramen, Terror, Rassismus, Naturkatastrophen, Wirtschaftsdelikte, Missbrauch in der Kirche, all das füllt täglich die Schlagzeilen. Und dann gesellen sich auch noch die „Fake-News“ hinzu. Wir stehen mitten drinnen in diesem Geschehen. Der Eindruck, das Leben sei unsicher und schwieriger geworden, lässt auch bei uns Ängste und Sorgen aufkommen.

Ja, es scheint so: Die Natur ist am Ende! Die Klimakatastrophe ist nicht mehr aufzuhalten! Die Natur ist verschmutzt und zerstört. Viele Versuche, die Schöpfung zu bewahren, fallen der Profitgier und dem Eigeninteresse zum Opfer.

Die Menschlichkeit ist am Ende! Die Gerechtigkeit wird mit Füßen getreten! Frieden und Versöhnung, Nächstenliebe, das sind Werte, an die sich immer weniger Menschen halten.

Die Kirche ist am Ende! Immer noch steigt die Zahl der Kirchenaustritte! Das Vertrauen in die „Kirchenführung“ ist weitgehend verloren gegangen. Fast täglich berichten die Medien von sexuellem Missbrauch und von Machtmissbrauch in der Kirche. Und der Reformstau tut das seine dazu.

"Wir dürfen unsere Augen vor der Gegenwart nicht verschließen!"

Dies alles klingt fast wie Schwarzmalerei und pure Angstmache. Das soll es aber keineswegs sein, sondern ein realistischer Blick auf die Gegenwart, vor der wir unsere Augen nicht verschließen dürfen und können.

Viele Menschen haben Angst vor dem Ende. Sie stellen sich die Frage, wie es weitergeht mit dieser Welt und mit meinem Leben? Der eigene Tod steht fest. Nicht nur das eigene Leben, sondern die Welt wird untergehen, das ist eine wissenschaftliche Erkenntnis. Auch die Bibel spricht immer wieder vom Weltuntergang, auch Jesus selbst. Aber weder die Bibel noch Jesus legen den Zeitpunkt des Endes der Welt fest. Es spielt keine Rolle, wann der genaue Zeitpunkt des Weltuntergangs ist: ob morgen, ob in zehn Monaten oder in sieben Milliarden Jahren. Nur eines ist sicher: „Der Menschensohn kommt!“ Das ist die bleibende Zusage Gottes für die Glaubenden aller Zeiten.

„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Wenn wir nach menschlichem Ermessen total am Ende sind, sagt uns Gott seine bleibende Nähe zu. Wir sind am Ende nicht allein. Der Menschensohn kommt – nicht nur am Ende der Zeit, sondern immer wieder neu, auch in unsere Welt, auch zu dir und mir! Seine Worte haben Bestand: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ und „Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt und es in Fülle habt!“ Diese Worte machen uns Mut und richten uns auf. Sie nehmen die Angst vor der Zukunft, schenken Trost und Hoffnung. Sie ermutigen uns, dem Ende die Liebe entgegenzusetzen: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe!“

Zu dieser Liebe sind wir ganz besonders heute am Welttag der Armen aufgerufen. Diese Liebe legt uns auch Papst Franziskus ans Herz, der diesen Tag vor 5 Jahren ins Leben gerufen hat. In seiner Botschaft schreibt er: „Das Antlitz Gottes, das Jesus offenbart, ist das Antlitz eines Vaters für die Armen, ein den Armen nahes Antlitz. Dass gesamte Wirken Jesu bestä-tigt, dass Armut nicht die Folge schicksalhaften Unglücks ist, sondern konkretes Zeichen seiner Gegenwart unter uns. Wir finden ihn nicht, wann und wo wir wollen, sondern wir erken-nen ihn im Leben der Armen, in ihrem Leiden, ihrer Bedürftigkeit. Das Evangelium drängt uns, eine ganz besondere Aufmerksamkeit für die Armen zu haben. „Die Armen habt ihr immer bei euch“ (Mk 14,7). Das ist eine Aufforderung, niemals die sich bietende Gelegenheit, Gutes zu tun, aus den Augen zu verlieren. Wie sehr würde es dem Evangelium entsprechen, wenn wir in aller Wahrheit und Demut sagen könnten: Auch wir sind Arm, angesichts der Armen sind wir oft inkompetent. Nur so kann es uns gelingen, dass wir sie wirklich aner-kennen und sie zu einem Teil unseres Lebens werden.“

Pater Michael Wegner, CSSp


13.11.2021

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