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Kloster Knechtsteden

Das Missionshaus Knechtsteden mit der romanischen Basilika ist für viele Menschen aus der Region und darüber hinaus ein Anziehungspunkt.

Gerne lassen sich die Besucher gefangen nehmen von dem Dreiklang "Religion - Natur - Kultur", der heute die mittelalterliche Klosteranlage prägt.

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Impuls zum 30. Sonntag B

Jesus öffnet dem blinden Bartimäus die Augen! Wenn wir genauer hinsehen oder besser hinhören, dann stellen wir fest: Dieses Wunder hat der Blinde selbst vollbracht! Jesus hat ihn nur auf die richtige Spur geführt und scheinbar ganz unspektakulär zu ihm gesagt: „Geh, dein Glaube hat dir geholfen!“ Kein magisch missverständliches Zeichen, noch nicht einmal ein Wort, das Heilung bewirken könnte. Das macht deutlich, was Jesus zu tun ver-mag, wenn ihm ein solch glaubendes Vertrauen entgegengebracht wird.

Ich habe mich in die Situation des blinden Bettlers von Jericho, von dem das Evangelium (Mk 10, 46b-52) heute berichtet, hineinversetzt und ich habe ihm einen Brief geschrieben:

„Lieber Bartimäus, Deine Geschichte gehört zu den besonders schönen im Neuen Testament. Ich stelle mir vor, wie es gewesen sein muss, als dir die Augen aufgingen und sich die Welt endlich drei-dimensional und farbig vor dir ausgebreitet hat. Wie gut, dass du alles auf eine Karte ge-setzt hast, als du gespürt hast, dass deine Chance auf Heilung ganz nah ist! Wie gut, dass du nicht auf die Ratschläge und Einschüchterungsversuche der Umstehenden gehört hast! Hören konntest du ja gut, vermutlich sogar besser als alle anderen Sehenden. Als Jesus vorüberging bist du aufgesprungen, hast deinen Mantel weggeworfen und dich auf die Socken gemacht! Blind loszurennen, das würde ich mich nicht trauen! Es war wohl dein siebter Sinn, der sich da geleitet hat. Dann sind dir also die Augen aufgegangen. Das erste Gesicht, das du gesehen hast, gehör-te Jesus. Das muss schön gewesen sein, unvergesslich, unwiderruflich. Und ich stelle mir vor, dass Jesus dich liebevoll angeschaut hat, dir seinen Arm um die Schultern gelegt hat und sagte: „Bartimäus, jetzt geh sehenden Auges durch die Welt und tu das Gute! Lass dich berühren vom Schicksal der Menschen, die du jetzt sehen kannst. Nutze deinen neu-en Seh-Sinn, um ihnen Lebens-Sinn zu geben. Geh sehenden Auges durch die Welt und tu das Gute!“(Vgl. Regina Groot Bramel: Predigten Plus, Lesejahr B, S. 248 f.)

„Geh, dein Glaube hat dir geholfen!“

„Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun“ (Gal 6, 9) so lautet das Leitmotiv des heutigen Weltmissionssonntages. Es ist keine kurzfristige Durchhalteparole, sondern eine Lebenseinstellung. Sie verlangt uns sicher einiges ab, kann aber auch helfen, miteinander das Leben so zu gestalten, dass es für alle Menschen zu einem Leben in Fülle werden kann.

Jesus öffnet dem blinden Bartimäus die Augen! Wenn wir genauer hinsehen oder besser hinhören, dann stellen wir fest: Dieses Wunder hat der Blinde selbst vollbracht! Jesus hat ihn nur auf die richtige Spur geführt und scheinbar ganz unspektakulär zu ihm gesagt: „Geh, dein Glaube hat dir geholfen!“ Kein magisch missverständliches Zeichen, noch nicht einmal ein Wort, das Heilung bewirken könnte. Das macht deutlich, was Jesus zu tun vermag, wenn ihm ein solch glaubendes Vertrauen entgegengebracht wird.

Gott führt uns „sehenden Auges“ in eine gute Zukunft und mit uns alle Menschen!

Wie beim blinden Bartimäus will Jesus auch unseren Glauben und unser Vertrauen stärken und uns so befähigen, mit den Augen und mit dem Herzen sehende Menschen zu werden. Dazu sind wir besonders heute, am Weltmissionssonntag eingeladen. Wir dürfen, ja wir müssen uns der uns von Gott geschenkten Würde, der Ausstattung mit Talenten und Fähigkeiten wieder neu bewusst werden. Wir müssen bereit sein, sie miteinander zu teilen und sie nicht nur egozentrisch für uns selbst in Beschlag zu nehmen.

Wenn wir Gott, unserem Vater, und seinem Sohn Jesus Christus vertrauen, und wenn wir Vertrauen in uns selbst und in die uns geschenkten Talente und Fähigkeiten haben, dann führt Gott uns „sehenden Auges“ in eine gute Zukunft und mit uns alle Menschen. Darauf dürfen wir fest vertrauen!

Pater Michael Wegner, CSSp


24.10.2021

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