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Heilig-Geist-Gymnasium, Broichweiden / Würselen

Kompetenzen fördern - Leistung fordern - Persönlichkeit formen - Glauben leben. Das sind die Säulen des Heilig-Geist-Gymnasium in Broichweiden / Würselen.

Auf der Grundlage des christlich-spiritanischen Welt- und Menschenbildes erhalten die Schülerinnen und Schüler ganzheitliche und exzellente Bildung und Erziehung.

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Impuls zum 29. Sonntag B

Jesus beendet seine Jünger-Belehrung mit den Worten: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ Jesus begreift das Dienen als das zwischenmenschlich Verbindende: Wir sind einander gegeben, um durch gegenseitiges Dienen zu ergänzen, was dem anderen fehlt.

Im Reich Gottes geht es nicht um unsere Macht, sondern um die Herrschaft Gottes.

Im Evangelium hören wir von den beiden Jüngern, die besonders gut für ihre Zukunft vorsorgen wollen und sich Gedanken darum machen, wie sie in Gottes Reich zur Rechten und Linken Jesu sitzen können. Es sind zwei besondere Plätze, die die beiden Söhne des Zebedäus sich ausgedacht haben – ganz vorne, gleichsam mit auf dem Thron.

Ausgerechnet nach der dritten Leidensanakündigung, in der Jesus sehr genau beschrieben hat, was ihm widerfahren wird, treten die beiden an ihn heran um ihn zu bitten, dass sie in seinem Reich zu seiner Rechten und Linken sitzen dürfen. Ihnen geht es um Macht und Ehre. Sie wollen im Reich Gottes die Ehrenplätze haben. Sie verstehen die Botschaft Jesu vom Reich Gottes falsch. Im Reich Gottes geht es nicht um unsere Macht, sondern um die Herrschaft Gottes.

Die Ersten sind die, die andere ins Licht setzen!

Zu Recht werden die anderen Jünger ärgerlich, als sie vom Ansinnen der beiden hören. Es ist wie unter Geschwistern: keiner will benachteiligt sein. Jesus entzieht diesen Rangeleien den Boden und setzt den beiden Jüngern den Kopf gerade, den sie doch etwas hoch tragen.

„Ihr wisst“, sagt er, „dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Die Ersten sind nicht die, die das Licht auf sich ziehen, sondern die, die andere ins Licht setzen!

Die Jünger brauchen nicht lange zu suchen, um ein Beispiel für einen solchen Herrscher und Diener der Menschen zu finden. Er steht vor ihnen, es ist Jesus selbst!

Das Dienen als das zwischenmenschlich Verbindende

Jesus beendet seine Jünger-Belehrung mit den Worten: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ Jesus begreift das Dienen als das zwischenmenschlich Verbindende: Wir sind einander gegeben, um durch gegenseitiges Dienen zu ergänzen, was dem anderen fehlt.

Jesus dient, indem er die Schwachen stärkt, zerschlagenes Vertrauen wieder aufrichtet, Verlassenen Weggefährte ist, Sprachlose anspricht, damit sie ihre Sprache wiederfinden. So gibt er uns ein Beispiel des selbstlosen Dienens und er ruft uns in Erinnerung: Wir alle sind ergänzungsbedürftig, denn keiner ist „ganz“. Jedem von uns hat Gott ein Partikel des Ganzen anvertraut, das wir nutzen sollen. Es ist eine Ehre, den Mangel des anderen zu ergänzen. Jesus wendet uns als Geschwister zueinander, so, wie wir eigentlich gemeint sind: Wer der oder die Größte sein will, der ergänze am meisten!

Ergänzen ist Leben. Wenn ich jemanden ergänze, merke ich erst meinen Überfluss, mein Reichsein. Im Ergänzen, im Geben, erfahre ich Leben und Lebensmut. Umgekehrt sollte auch ich mich ergänzen und beschenken lassen, damit andere die Möglichkeit haben, Lebensmut und Leben zu erfahren.

Pater Michael Wegner, CSSp


15.10.2021

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