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Notel in Köln

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Impuls zum 25. Sonntag B

„Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“ (Mk 9,33). In der Begegnung mit Jesus kommt es zum Wandel. Die Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt. Nicht Ehrgeiz und Ehrsucht sollen bestimmen, sondern die Haltung kindlicher Offenheit und absichtsloser Präsenz.

Im heutigen Evangelium setzt Jesus die Reihe der Leidensankündigungen fort. Wir erinnern uns an das Evangelium des vergangenen Sonntags (Mk 8, 27-35). Jesus stellte da seinen Jüngern die Frage: „Für wen halten die Menschen mich – für wen haltet ihr mich?“ Auf die Antwort des Petrus kündet Jesus seinen Jüngern und seinen Zuhörern an, dass er, der Messias, leiden und sterben müsse, um das Leben zu gewinnen. Und Jesus weist darauf hin, dass Leiden und Kreuz jenen, der ihm nachfolgen wollen nicht erspart bleiben, aber auch nicht ins Verderben, sondern zum reiferen Leben führen.

Das „Großwerden-Wollen“ ist für uns Menschen ein von der Natur vorgegebener Trieb

Im heutigen Evangelium zieht Jesus mit seinen Jüngern durch Galiläa und er belehrt sie unterwegs erneut über sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung. Doch die Jünger verstanden ihn nicht und sie trauten sich nicht, nachzufragen. Vielleicht wollten sie ihn auch gar nicht verstehen, vielleicht konnten sie diese Worte von Leid und Elend in der Welt nicht mehr hören. Stattdessen lenken sie sich lieber mit ganz anderen Fragen und Gedanken ab. Sie überlegen sich, wer von ihnen der Größte, der Beste, der Gescheiteste, der Angesehenste sei? Und ganz ehrlich: Das sind doch auch Gedanken, mit denen wir uns gerne anfreunden und auseinandersetzen. Und das ist ja prinzipiell auch nichts Schlechtes. Das „Großwerden-Wollen“ ist für uns Menschen ein von der Natur vorgegebener Trieb. Ein Leben lang stimuliert er unser körperliches Wachstum, beherrscht unser Bedürfnis nach Anerkennung und Ansehen.

„Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“

Als Jesus seine Jünger fragt, worüber sie geredet haben, da schämen sie sich. Sie fühlen sich ertappt in ihrem Doppelleben. In der Begegnung mit Jesus kommt es zum Wandel: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“ (Mk 9,33). Die Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt. Nicht Ehrgeiz und Ehrsucht sollen bestimmen, sondern die Haltung kindlicher Offenheit und absichtsloser Präsenz.

Jesus stellt ein Kind in ihre Mitte und nimmt es sogar in seine Arme. Durch diese Geste und von der Denkart der Kinder sollen die Jünger drei entscheidende Dinge lernen: das „Klein- und unbedeutend-Sein“, das „Ohne-Bedenken- fragen dürfen“ und das „vertrauensvolle Umarmen lassen“.

Wenn Jesus vor seinen Jüngern ein Kind umarmt, dann will er ihnen und uns deutlich machen: Ihr strebt nach dem ersten Platz. Aber wer zu mir und meinem Vater gehören will, muss das Kleine und Schwache in die Arme nehmen, es schützen, fördern und stärken! Der brasilianische Kardinal Paulo Arns (Sao Paulo) drückte dies einmal so aus: „Das Kind ist die unmittelbare Offenbarung der Liebe Gottes“. Diese Liebe soll auch durch unser Handeln und durch unsere Lebenseinstellung spür- und sichtbar werden in unserem Umfeld, in dieser Welt, in der wir leben.

Pater Michael Wegner, CSSp


17.09.2021

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