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"Missionarinnen und Missionare auf Zeit" (MaZ) bringen sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in bestehende Projekte ein.

Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, Behindertenwerkstätten, Altenpflege...

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Impuls zum 23. Sonntag B

Sprachlosigkeit begegnet uns auf vielfältige Weise. Wenn ich z.B. eine Neuigkeit erfahre, die mich buchstäblich umhaut, die mich völlig überrascht und so buchstäblich „sprachlos“ macht. Oder wenn ich auf eine Frage, ein Problem, keine Antwort weiß und dann ins Stottern und stammeln gerate und stumm werde. Manchmal ist es ja gut, zu schweigen und nicht alles sofort zu zerreden. Aber Schweigen auf Dauer, das ist krankhaft, das macht krank.

Sprachlos, Stumm und Taub sein!

Sprachlos, Stumm und Taub sein: Eine Erfahrung, die ich auch machen kann, wenn ich in großer Sorge bin, in eine Krise gerate, mich nicht wohl fühle, mich ärgere .Dann verschließe ich mich, dann lasse ich niemanden an mich heran! Auch das ist krankhaft – nicht normal.

Jesus nimmt sich eines Taubstummen an. Eines Menschen, der in sich verkapselt und verschlossen ist, der nichts von sich mitteilen und an nichts teilnehmen kann. Verdammt zur Einsamkeit, in seiner eigenen Gedanken- und Gefühlswelt gefangen, aus der lebendigen Menschenwelt ausgeschlossen. Sie bringen den Kranken zu Jesus und der nimmt ihn beiseite – weg von der Menge. Er schafft einen privaten Raum, eine Intimsphäre. Und Jesus redet nicht einfach auf den Taubstummen ein, nein, er berührt seine Zunge mit Speichel. Welch eine menschliche, welch eine intime Szene, welch eine in die tiefsten Tiefen gehende Gottesbegegnung! Diese so menschliche Zuwendung Gottes in und durch Jesus Christus, löst im Taubstummen alle inneren Fesseln und Barrikaden. Weil er die Nähe, die liebevolle Zuwendung Jesu spürt, kann er sich auf den Anruf: „Öffne dich!“ tatsächlich öffnen, er kann reden und hören, er wird ein ganz neuer Mensch. Da ist für ihn die Welt wieder in Ordnung.

"Öffne dich!“

„Effata – öffne dich!“ Dieser machtvolle Ruf Jesu klingt auch in unsere heutige taubstumme Welt hinein. „Effata-öffne dich!“ – Benutze Mund und Ohren, die dir gegeben sind zum Kontakt mit deinen Mitmenschen. Dieser Aufruf gilt aber nicht nur für den Dialog unter uns Menschen, sondern auch für den Dialog mit Gott. Nicht hören und nicht reden zu können ist schlimm, aber noch schlimmer ist es, wenn ein Mensch Gott gegenüber taub und stumm ist, Gottes Wort nicht hören kann oder will und auch nicht mit ihm ins Gespräch kommen will. Das hat zwar nicht zur Folge, dass Gott einen Menschen verstößt. Aber der Mensch, der Gott gegenüber taub und stumm ist, bringt sich selbst um eine große Lebensfülle, der bringt sich selbst um die Erfahrung von Heil und heil sein.

Wir sind geöffnet für Gott!

„Effata!“ Schon bei der Taufe wird uns dieses Machtwort Jesu zugesprochen. Dabei werden Ohren und Mund des Täuflings berührt und dabei gesprochen. Durch die Besiegelung mit der Kraft des Geistes, durch die Berührung, die Salbung mit dem Chrisam-Öl bei der Firmung, wird dieser Wunsch, diese Lebensaufgabe bestärkt und bekräftigt.

Wir sind gesegnet für den Dialog miteinander und wir sind geöffnet für Gott. Wir haben eine Antenne nach oben. Diese Antenne müssen wir hin und wieder neu ausrichten, um den Ruf „Effata“ wieder zu vernehmen und zu verinnerlichen.

P. Michael Wegner, CSSp


02.09.2021

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