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"Missionarinnen und Missionare auf Zeit" (MaZ) bringen sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in bestehende Projekte ein.

Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, Behindertenwerkstätten, Altenpflege...

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Impuls zum Evangelium 21. Sonntag B

„Wollt auch ihr gehen?“ Mit dieser Frage weist Jesus uns im Evangelium darauf hin: Jeder muss sich persönlich entscheiden. Dabei steht es uns frei, welche Entscheidung wir treffen, welche Antwort wir geben. Weder die Kirche noch Jesus selbst zwingen uns in irgendeine Richtung. Jesus übt keinen Zwang aus; er will keine Marionetten, die an seinen Fäden zappeln. Er will freie Menschen in einer freien Kirche, die eine freie Entscheidung getroffen haben.

Diese Glaubensentscheidung ist allerdings kein einmaliger Akt. Auch nach der Grundent-scheidung kann es zu Glaubenskrisen kommen, die dann wieder eine neue Entscheidung von uns verlangen.

Auch zur Zeit Jesu kamen viele Menschen, ja viele seiner engsten Freunde in die Krise. Jetzt ist es genug! Sagen sie. Diese Rede ist eine Zumutung! Viele Jünger setzen sich von ihm ab, entscheiden sich gegen ihn. Sie gehen nicht mehr mit Jesus; er wird ihnen unbe-quem; sie gehen ihre eigenen Wege.

Uns heute geht es nicht anders. „Ich krieg’ die Krise“ sagen wir umgangssprachlich, wenn etwas nicht mehr so weiterläuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Und wer mit Jesus unterwegs sein will, der wird von Krisen nicht verschont. Zum Leben in der Nachfolge, zum Christ-Sein, gehört es, in die Krise zu kommen, an die eigene Grenze, in der es um Ent-scheidung geht. Genau das meint das griechische Wort „Krisis“: Scheidung, Entscheidung. Wenn ich die Erfahrung mache, dass mein Beten scheinbar ins Leere läuft; wenn der Ärger über die Kirche mit ihren Skandalen, der Ärger über Bischöfe und Priester, mit deren Entscheidungen ich so gar nicht einverstanden bin, wächst und scheinbar überhand nimmt; wenn ich den Eindruck habe, dass Menschen, die nicht glauben, leichter leben, bleibe ich dann bei meiner Entscheidung, bei meinem Ja zu Kirche und Glauben?

Wenn Jesus, wenn Gott über meine Vorstellung hinauswächst, wenn er mir fremd und unerträglich wird: Entscheide ich mich dann dafür, dennoch mit ihm in Beziehung zu bleiben? Gerade in der Krise wird deutlich, dass Glaube Beziehung bedeutet. Tiefe Bindung, die Vertrauen braucht, um bestehen zu können. Das verdeutlicht auch das heutige Evangelium. „Wollt auch ihr gehen?“ fragt Jesus in die Jüngergemeinde hinein. Daraufhin betretenes Schweigen!

Gehen oder bleiben. Nur einer fasst allen Mut zusammen: Petrus! Er spricht sich spontan und voller Überzeugung fürs Bleiben aus. Worte ewigen Lebens hat Jesus für ihn und dazu gibt es für Petrus keine Alternative. Er hat erfahren, dass Jesus keine leeren Worte macht. Seine Worte bewirken das Heil der Menschen, sie schenken neue Lebendigkeit. Worte des Lebens brauchen wir Menschen auch heute. Worte voller Geist und Leben, aus denen wir Kraft schöpfen können im Alltag, die trösten und stärken in Krisenzeiten, die von Ängsten befreien und Mut zum Leben machen. Manchmal sind aber auch Worte nötig, die unruhig machen und aufrütteln, die herausfordern und etwas zumuten. Kurz gesagt: Worte die einen Menschen lebendiger machen.

„Wollt auch ihr gehen?“ Mit diesen Worten, mit dieser Frage will uns Jesus heute wachrütteln. Wollen auch wir weggehen vom Glauben und von der Kirche, weil wir mehr Last als Freude verspüren, weil es so viele tun, weil es gerade im Trend der Zeit ist? Oder kön-nen wir wie Petrus aus tiefster Überzeugung sagen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Du hast Worte, die meine Entscheidungen leiten und begleiten. Du hast Worte, die mir helfen, zu sagen, was ich will; durch die ich verstehen kann, wer ich bin. Worte, die mir im Ringen mit schwierigen Entscheidungen eine Richt-schnur an die Hand geben.

Pater Michael Wegner, CSSp


19.08.2021

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