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Impuls zum 2. Advent 2021

Auf unserem Weg, dem Herrn entgegen, ist Johannes der Täufer ein guter Wegweiser. Er gibt uns drei ganz praktische Hinweise mit auf den Weg: Macht euch für die Feier der Weihnacht bereit; Bereitet euch selber vor; und bereitet den Weg zu euren Mitmenschen! Wenn wir uns die Hinweise des Johannes zu Herzen nehmen, wenn wir in uns gehen und uns mit uns selbst versöhnen, wenn wir die Menschen, die mit uns auf dem Weg sind, nicht aus dem Auge verlieren, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Heute zündet Timo mit seiner Oma die zweite Kerze am Adventskranz an. Und dabei kommt ihm eine Frage in den Sinn: „Warum zünden wir eigentlich Kerzen am Advents-kranz an? Ich meine, warum gibt’s überhaupt einen Adventskranz, wer hat denn den er-funden?“ Da erinnert sich die Oma: „Oh ja, da hab‘ ich mal was drüber gelesen! Irgendwo muss ich dieses Buch noch haben!“ Und Oma kramt in der Truhe, in der sie alle Advents- und Weihnachtssachen aufbewahrt. „Da ist es ja! Und da steht, dass vor über 180 Jahren ein Mann Namens Johann Wichern den Adventskranz sozusagen erfunden hat.“ „Wie, einfach so, oder was?“ bohrte Timo weiter nach. „Nun, das war so“, erklärte die Oma und las aus dem alten Buch vor: „Johann Wichern stammte aus einer reichen Familie in Hamburg. Er war Lehrer von Beruf und unterrichtete auch in der Sonntagsschule. So kannte er auch viele Kinder, die in armen Verhältnissen lebten. Er kaufte ein Bauernhaus und nahm dort einige dieser Kinder auf, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Kurz vor dem ersten Advent besorgte er sich ein hölzernes Wagenrad und setze vier weiße Kerzen darauf und dazwischen noch 20 kleine, rote Kerzen. Am ersten Advent ließ er das Rad von der Decke in den Raum herabhängen. Er zündete die erste der vier weißen Kerzen an. Und an jedem Wochentag wurde eine der kleinen roten Kerzen angezündet. Jeden Tag eine mehr, bis zum Heiligen Abend. Und in den Jahren darauf hat Johann Wichern dann das hölzerne Wagenrad mit grünen Tannenzweigen verziert.“ „

Das ist ja toll!“ sagte Timo. „Da haben sich die Kinder sicher genauso gefreut wie ich mich freue, wenn wir jeden Sonntag eine weitere Kerze an unserem Adventskranz anzünden und es bis Weihnachten so richtig hell und warm wird!“

Das Anzünden der Kerzen am Adventskranz ist ein gutes Hilfsmittel, um „auf leisen Sohlen Weihnachten entgegenzugehen“. Dem Herrn, der zu uns kommen will, entgegenzugehen, das ist auch der Aufruf Johannes des Täufers an diesem zweiten Advent. „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen!“ Johannes der Täufer gibt uns sozusagen den „Marschbefehl“. Das Schöne daran ist: er gibt uns das Tempo nicht vor. Wir brauchen, ja wir sollen uns auf dem Weg auf Weihnachten hin nicht überfordern, um dann ausgelaugt und erschöpft ans Ziel zu kommen und die Ankunft Gottes in unseren Herzen gar nicht mehr zu spüren, sie gar nicht mehr wahrnehmen zu können. Auf unserem Weg, dem Herrn entgegen, ist Johannes der Täufer ein guter Wegweiser. Er gibt uns drei ganz prakti-sche Hinweise mit auf den Weg:

Erstens: Macht euch für die Feier der Weihnacht bereit! Dazu gehört es auch, über Ge-schenke nachzudenken. Es ist doch etwas Schönes, wenn ihr euch in diesen Tagen über-legt, wie ihr einander Freude bereiten könnt; wenn ihr spürt, wie das Fest immer wieder die Herzen berührt und zu Taten der Liebe antreibt.

Zweitens: Bereitet euch selber vor! Die rein äußerlichen Festvorbereitungen genügen nicht. Bereitet dem Herrn den Weg in eure Herzen hinein. Was nützt der strahlenste Christbaum, wenn es in euch selbst dunkel bleibt. Räumt die Steine weg, die dem Herrn den Weg in euer Leben versperren. Fragt euch, wo euer Leben eventuell aus der Bahn ge-raten ist.

Drittens: Bereitet den Weg zu euren Mitmenschen! Weihnachten soll nicht eine Einbahn-straße oder Sackgasse sein, es soll durch euch zur Ausfallstraße für den Heiland werden. Erst in der Begegnung mit den Mitmenschen erfüllt sich Weihnachten.

Wenn wir uns die Hinweise des Johannes zu Herzen nehmen, wenn wir in uns gehen und uns mit uns selbst versöhnen, wenn wir die Menschen, die mit uns auf dem Weg sind, nicht aus dem Auge verlieren, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Dann gehen wir auf leisen Sohlen Weihnachten entgegen. Dann wird es hell und warm in unseren Herzen und in den Herzen aller Menschen.

P. Michael Wegner CSSp


04.12.2021

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