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In der Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige in Köln (NOTEL) erhalten die Gäste jede Nacht eine warme Mahlzeit, eine Dusche, die Möglichkeit, ihre Wäsche waschen zu lassen und ein Bett.

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Impuls zum Sonntagsevangelium: 19. Sonntag B

Wenn Jesus sich so mit dem Brot des Lebens identifiziert, beansprucht er, die eigentliche, die wahre Quelle für unser Leben zu sein. Er, der Gottessohn hat mehr zu bieten, als die Welt bieten kann. Er ist das Leben, das nicht mehr sterben lässt. Wer ihn aufnimmt, erhält an diesem Leben Anteil – schon jetzt.

Das Evangelium erinnert uns an die Geschichte Israels: auf dem Weg durch die Wüste murrten die Menschen über den Hunger und die Entbehrungen. Gott hörte ihre Klage. Mit dem Manna, dem Brot vom Himmel, sicherte er das Überleben der Menschen. Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Auch gegenüber Jesus murren die Menschen, als dieser sich als Brot vom Himmel bezeichnet. Im Murren äußert sich die Lebenseinstellung von Menschen, die mit der Welt, mit sich und ihrer Lebenssituation unzufrieden sind.

Im Murren äußert sich auch die Lebensein-stellung von Menschen, die nicht glauben, sich nicht der Führung Gottes überlassen wol-len. Ein Mensch, der murrt, fühlt sich von Gott zwar angesprochen, aber er ist nicht ge-neigt, seine irdischen Ansprüche aufzugeben. Das Murren hat auch in mir einen Ort, wenn ich unzufrieden bin, wenn ich Anstoß nehme an Gott und der Welt.

„Überirdisches“ im Spiel

Die Juden murrten gegen Jesus: Wer ist der überhaupt? Den kennen wir doch: das ist der Sohn Josefs! Wie kann der solche „unverschämte und anmaßende Dinge“ von sich behaupten? Doch genau das ist wichtig: Gerade dieser irdische Mensch Jesus ist die Offenbarung des Vaters. In diesem geschichtlichen Menschen, der in Nazareth aufgewachsen ist, der mitten unter den Menschen gelebt hat, wird Gott erfahrbar. Damit wird deutlich: Jesus ist himmlisch und irdisch zugleich. Er hat seinen Platz im Himmel und auf der Erde.

Ich kann das Murren der Juden gut verstehen, denn mit bloßem Menschenverstand war das, was Jesus da sagte, nicht zu begreifen. Da war eindeutig „überirdisches“ im Spiel. Jesus bezieht sich auf seinen himmlischen Vater, auf das innige Zueinander und Miteinander von Vater, Sohn und Geist.

Jesus hat mehr zu bieten, als die Welt bieten kann!

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben!“ Mit diesen Worten wagte Jeus, er selbst zu sein, trotz allen Unverständnisses. Er bekannte sich zu seinem Auftrag, lebendiges Brot zu sein für die vielen.

Wenn Jesus sich so mit dem Brot des Lebens identifiziert, beansprucht er, die eigentliche, die wahre Quelle für unser Leben zu sein. Er, der Gottessohn hat mehr zu bieten, als die Welt bieten kann. Er, der Gottessohn, ist nicht nur ein Prophet, der Gottes Wort an die Menschen weitergibt. Er ist das Leben, das nicht mehr sterben lässt. Wer ihn aufnimmt, erhält an diesem Leben Anteil – schon jetzt. Er bekommt Anteil an seinem Leben, in dem es nicht mehr um besitzen und Herrschen geht, sondern um Teilen und Verteilen. Und das, – anders als das Manna in der Wüste – nicht nur einen Tag, sondern immer wieder neu. So lädt Jesus uns ein: Ich bin das Brot des Lebens und zusammen mit euch will ich Brot sein für die hungrigen Herzen aller Menschen.

Pater Michael Wegner, CSSp


05.08.2021

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