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Kein Mitleid - sondern Gerechtigkeit!

Nicht allein die Symptome mildern, sondern die Ursachen verändern.

Die Not vieler Menschen ist die Folge von Ungerechtigkeit.

Als Spiritaner engagieren wir uns für gerechtere Strukturen in der Welt.

Impuls zum Sonntagsevangelium (Mk 5, 21-24, 35-43): 13. Sonntag B

Die schwerste aller Fragen, die sich gegen den Glauben erheben, ist wohl die nach dem Sinn des menschlichen Leidens. Warum all das Leid, warum all der Schmerz, warum überhaupt der Tod in seiner oft so grausamen Gestalt? Kann man, wenn es all das gibt, denn tatsächlich an einen guten und allmächtigen Gott glauben? Diese Frage steht auch im Hintergrund des heutigen Evangeliums. Und welche Antwort gibt es, gibt Jesus uns darauf?

„Hilf mir doch! Rette meine Tochter!"

In seiner Not fleht der Synagogenvorsteher den vorbeiziehenden Jesus an: „Hilf mir doch! Rette meine Tochter! Sie soll doch am Leben bleiben, die Gesundheit wieder erlangen! Hilf mir! Wer könnte es, wenn nicht du!“ Kaum hat Jairus sein Bitten und Flehen beendet, da kommen ihm die Leute entgegen mit der erschütternden, niederschmetternden Nachricht: Es war umsonst, deine Tochter ist Tod!

Der Evangelist Markus berichtet uns nicht, wie Jairus auf diese Nachricht reagierte, aber er berichtet uns, wie Jesus reagierte, wie er handelte: Auf wunderbare Weise (durch Zuspruch und Berührung) weckt Jesus das Mädchen aus dem Tiefschlaf auf und führt es zurück ins Leben. Und das war nur möglich auf Grund des Vertrauens, des Glaubens ihres Vaters Jairus.

Nur aus der Liebe zu Gott kann Heil und Heilung erwachsen!

Diese Wundererzählung sieht im Glauben den Grund für die Heilung bzw. die Auferweckung. Der Glaube ist die Voraussetzung für das Handeln Gottes, das alles menschliche Verstehen zu übersteigen scheint. Der Glaube ist die Arznei, die Rettung aus der Krankheit. Das bezieht sich aber nicht nur auf den Glauben an Gott, an Jesus Christus; das bezieht sich auch auf den Glauben an mich selbst! Ein Kranker, der sich selbst aufgibt, der keine Hoffnung mehr hat und nicht mehr an Genesung oder zumindest Linderung glaubt, der kann nicht mehr gesund werden; dem kann kein Arzt und kein Medikament, dem kann auch Gott nicht helfen!

Wenn ich mich selbst nicht mehr liebe, wenn ich resigniere und aufgebe, dann kann ich nicht heil werden, dann kann ich Krisen und Schicksalsschläge nicht überwinden! Nur aus der Liebe zu Gott, aus dem Vertrauen auf ihn und aus der Wertschätzung meiner selbst als sein Ebenbild, nur daraus kann Heil und Heilung erwachsen.

Sensibel sein für die Nähe und Liebe Gottes in allen Lebenslagen!

Mit dieser Wunder-, Heilungs- und Glaubensgeschichte will uns der Evangelist Markus sensibel machen für die Nähe und Liebe Gottes in allen Lebenslagen, für die Berührungen durch Jesus Christus, die wir immer wieder spüren und erfahren dürfen, die uns gut tun und sich häufig heilsam auswirken. Der Kontakt mit Jesus ist über alle Massen heilsam. Er kann sogar Tote ins Leben zurückholen. Er kann unsere Erstarrungen und Lähmungen lösen!

Die Auferweckung der Tochter des Jairus erinnert uns an die Worte Jesu: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ Es gibt ein Leben vor dem Tod! Und dieses Leben will ich euch ermöglichen, immer wieder neu schenken! Glaubt mir doch, habt Vertrauen, auch und gerade in schweren Stunden des Lebens.

P. Michael Wegner, CSSp


26.06.2021

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