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Heilig-Geist-Gymnasium, Broichweiden / Würselen

Kompetenzen fördern - Leistung fordern - Persönlichkeit formen - Glauben leben. Das sind die Säulen des Heilig-Geist-Gymnasium in Broichweiden / Würselen.

Auf der Grundlage des christlich-spiritanischen Welt- und Menschenbildes erhalten die Schülerinnen und Schüler ganzheitliche und exzellente Bildung und Erziehung.

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Impuls zum Sonntagsevangelium (Mk 4, 26-34) 12. Sonntag B

Gibt es eine bessere „Lebensversicherung“ als das Vertrauen in Gott und unser Stoßgebet: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“

Wenn Jesus am See Gennesaret weilte, dann bedeutete das meist richtig Arbeit. Die Leute kamen scharenweise zusammen, wollten etwas Erstaunliches von ihm hören, erwarteten vielleicht sogar ein Wunder. Die Menschen bedrängen ihn auf vielfältige Weise. Nur zu verständlich, dass der Herr nach einem arbeitsreichen Tag am See die Leute fortschicken ließ und mit seinen Jüngern ans andere Ufer hinüberfahren wollte. Ein wenig Ruhe und Abstand genießen. Endlich dem Tumult des Tages entrinnen, endlich für sich sein können! Das tut doch auch uns allen gut nach einem arbeits- und ereignisreichen Tag.

Aber dann: „Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot.“ Am See Gennesaret passiert das gerade am Abend häufiger. Wenn es sich abkühlt, fallen unvermittelt Winde von den umliegenden Bergen herab und führen dazu, dass die glatte Oberfläche des Sees sich kräuselt und ziemlich ungemütlich werden kann.

“Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“

Wie schnell die Wellen und Wogen ins Bott schlagen können, das kennen auch wir zu genüge. Gefahren, die plötzlich zu Lebensgefahren werden können, die lauern überall.

Ich kann die Jünger im Boot gut verstehen, ihre Sorge, ihre Angst, als ihnen das Wasser bis zum Hals steht; und auch ihren vorwurfsvollen, verzweifelten Weckruf an Jesus, der vor Müdigkeit eingeschlafen war. “Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“

Bevor sie diesen Notruf absetzten, haben sie vermutlich als erfahrene Fischer und Seeleute eine Zeit lang selbst versucht, die Notlage in eigener Regie zu meistern und sich über Wasser zu halten. Jedoch vergeblich. Sie erkennen: Unsere Kraft ist am Ende, allein schaffen wir das nicht!

"Habt ihr kein Vertrauen?“

Kennen wir nicht auch solche Augenblicke, in denen uns die Angst überschwemmt und wir fast ertrinken? Wo wir nach jedem Strohhalm greifen, der sich gerade anbietet?

In dieser Situation sagt uns der Evangelist Markus: Schaut mit den Jüngern auf Jesus, auf ihn, der inmitten des tödlichen Sturmes in der Gegenwart Gottes ruhig schläft. Er ist fest verankert in dem, den er in kindlichem Vertrauen seinen „Abba“, seinen Vater nennt. Das begreifen die Jünger aber erst, nachdem sie von Jesus gehört und erhört wurden, als er sie fragte: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr kein Vertrauen?“ Der Weckruf der Jünger an Jesus wandelt sich also in einen Weckruf Jesu an sie, an uns: Habt Gottvertrauen!

Ja, wir dürfen fest vertrauen. Jesus hat Macht über die Stürme des Lebens. Er hat diese Macht, weil sie ihm von oben, vom Vater gegeben ist. Auf unseren Wegen durch das stürmische Lebensmeer begleitet uns Jesus. Er schenkt uns die Gewissheit, dass wir mit ihm sicher ans andere Ufer gelangen.

Gott lässt uns nicht untergehen!

Wenn wir uns im Vertrauen auf Jesus Christus an und in Gott, unserem Vater, festmachen, dann haben wir Halt und Sicherheit. Wir werden zwar nicht weniger von den Stürmen des Lebens bedrängt und hin- und hergeworfen, aber wir erhalten Abwehrkräfte gegen die Verzweiflung und die Entmutigung. Gott lässt uns nicht untergehen. Wenn wir dem Wort und Beispiel Jesu glauben und auf ihn vertrauen, wie er auf den Vater vertraute, dann sind wir den Herausforderungen und Ängsten, den Stürmen des Lebens gewachsen.

Gibt es also eine bessere „Lebensversicherung“ als das Vertrauen in Gott und unser Stoßgebet: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“

P. Michael Wegner, CSSp


19.06.2021

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