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NOTEL

Im NOTEL,  der Notschlafstelle für Drogenabhängige, ist die kleine Kapelle spirituelles Zentrum für Mitarbeiter und Gäste.

Ziel ist nicht Bekehrung, sondern als Christen präsent zu sein und aufgrund des Glaubens Hoffnung zu vermitteln.

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Fluch des schwarzen Goldes - Teil 1

Der Ölreichtum Nigerias hätte für Afrikas bevölkerungsreichstes Land zum Segen werden können. Stattdessen macht das Schwarze Gold die Menschen krank, vernichtet die Natur und spaltet die Gesellschaft in viele Arme und wenige Reiche. Doch der 29. Januar 2021 wird für die Menschen im nigerianischen Niger-Delta-Gebiet unvergesslich bleiben. An diesem Tag hat das Berufungsgericht in Den Haag dem jahrelangen Rechtstreit ein Ende gesetzt und die nigerianische Tochtergesellschaft von Shell für Ölverschmutzungen im Niger-Delta verantwortlich gemacht. Ein Sieg für die Gerechtigkeit! Die Spiritaner arbeiten in dieser ölreichen, aber auch krisenreichen Region, die stark von Umwelt - Katastrophen betroffen ist. Pater Samuel Mgbecheta verschafft einen ernüchternden Einblick in die ökologische Lage eines der Hauptakteure auf dem globalen Ölmarkt, der nun zur globalen Hauptstadt der Umweltverschmutzung geworden ist.

Ein vom Öl verseuchten Landstrich.

Ein vom Öl verseuchten Landstrich.

Auf dem Gesicht des gealterten, pensionierten Lehrers Charles Tenalo lässt sich ablesen, dass er schwer an seiner Verantwortung trägt. Tenalo ist der Ortsvorsteher von Bomu, einer Gemeinde im ölreichen Ogoniland westlich von Port Harcourt. Es gilt als eine der meist verschmutzten Gegenden der Welt. Die Gemeinde gehört zur Stadt Gokana, in der vor rund 60 Jahren das Erdöl im Ogoniland entdeckt wurde. Seit 1958 fördert das multinationale Ölunternehmen Shell Erdöl in Bomu im Niger-Delta.

Es liegt an der Atlantikküste Süd-Nigerias und bestand einst überwiegend aus Mangrovensümpfen, Flüssen und Bächen. Die Region gehört zu den größten Feuchtgebieten der Erde und ist Heimat von über 30 Millionen Menschen. Zudem verfügt sie über einen fruchtbaren Boden.

Die Umweltsituation in Bomu und die Gesundheit der Bewohner bereiten dem Ortsvorsteher große Sorgen. Die Lebensgrundlage seiner Landsleute ist durch zerstörerische Fördertechniken der Ölfirmen verwüstet. „Als wir jung waren, existierten Mangrovenwälder bei uns. Heute sind diese nicht mehr zu sehen. Damals ging ich oft fischen und kehrte mit vollen Netzen nach Hause zurück“, erinnert sich der Altlehrer. Aber das ist Vergangenheit. Heute sind die Flüsse ölverschmiert, Tiere können darin nur schwer überleben. Immer wieder treiben tote Fische auf der Wasseroberfläche. Der Fischfang riecht nach Kerosin, das Trinkwasser ist vergiftet. Feldfrüchte können nur durch Düngemittel gedeihen. „Die Luft, die wir einatmen,riecht nach Benzol. Die Substanz ist krebserregend. Das bedeutet: Alle Einwohner dieserGemeinde sind potentielle Krebspatienten. Uns und unsererUmwelt sind verheerende Schäden zugefügt worden“, zieht Tenalo Bilanz.

Obwohl mehr als 70 Prozent der nigerianischen Staatseinnahmen durch die Ölförderung im NigerDelta erwirtschaftet werden, lebt die Bevölkerung in Armut. DieGewinne aus dem Ölgeschäft landen in den privaten Taschen einer handvoll Mächtiger und multinationaler Ölfirmen.Wälder und landwirtschaftliche Nutzflächen sind zerstört. Früher lebten die meisten Bewohner vom Fischfang oder von der Landwirtschaft. Heute istihreUmwelt verseucht. Die Folgen sind dramatisch: Die Arbeitslosenzahl steigt stetig. Viele Jugendliche sind ohne Perspektive und greifen beim geringstenAnzeichen von Provokation zur Gewalt. Die Kriminalität nimmt zu. (Auszug aus einem Beitrag in kontinente Missionszeitschrift, 6/2017).

Fortsetzung folgt


20.02.2021

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