Suche
Notel

In der Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige in Köln (NOTEL) erhalten die Gäste jede Nacht eine warme Mahlzeit, eine Dusche, die Möglichkeit, ihre Wäsche waschen zu lassen und ein Bett.

weitere Infos...

Ein Jahr unterwegs mit Pater Franz Maria Paul Libermann

Die nun schon viele Monate andauernde Corona-Pandemie mit all ihren Herausforderungen, Beeinträchtigungen und Einschränkungen, mit aller Krankheit, allem Leid und allem Tod, den sie mit sich bringt, hat mich an dieses Hoffnungswort erinnert: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“. Dieses Wort erinnert mich daran, wie unser Ordenserneuerer und geistiger Vater P. Franz Maria Paul Libermann mit den Krisen fertig wurde, von denen es auch in seinem Leben zahlreiche gab. In einer dieser Krisen gibt er uns gleichsam ein Rezept dazu: warten, bis die Mauer fällt. Ich möchte Sie einladen, in den kommenden Monaten mit P. Libermann durch die Krisen seines Lebens zu gehen und von ihm zu lernen, dass das Warten auf den Ausweg, auf das Fallen der Mauer, keine passive Angelegenheit ist.

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“

Dieser Vers aus Psalm 18 (18,30) soll uns im neuen Jahr 2021 bei unseren monatlichen Reflexionen begleiten. Ein, wie ich meine, hoffnungsvolles und vertrauensvolles Wort, das uns in den gerade nicht einfachen Zeiten der Covid-19 Pandemie beflügeln kann.

Die nun schon viele Monate andauernde Corona-Pandemie mit all ihren Herausforderungen, Beeinträchtigungen und Einschränkungen, mit aller Krankheit, allem Leid und allem Tod, den sie mit sich bringt, hat mich an dieses Hoffnungswort erinnert. Oft ist da ja auch von einer Krise die Rede, die wir derzeit – weltweit – durchleben. Und ein jeder wünscht sich nichts sehnlicher, als dass diese Krise bald ein Ende haben möge. Hoffnung gibt es durch die nun angelaufenen Schutzimpfungen.

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“.

Papst Franziskus bezeichnete beim Weihnachtsempfang für die Römische Kurie am 21.12. 2020 die Krise als „das Sieb, das das Weizenkorn nach der Ernte reinigt.“ Und er stellt fest: „Auch die Bibel ist voll von Menschen, die solch ein Sieb durchlaufen haben, von Krisengestalten, die aber gerade dadurch Heilsgeschichte schrieben.“ Papst Franziskus erinnert unter anderem an die Krise Abrahams, der sein Land verließ und vor der Prüfung stand, seinen einzigen Sohn Isaak Gott opfern zu müssen. Er erinnert an die Krise des Mose, der in seinem mangelnden Selbstvertrauen fragt: „Wer bin ich, dass ich die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?“ (Ex 3,11). Er erinnert an die Krise des Propheten Elija, der sich in dieser Krise sogar den Tod wünschte. ER erinnert an die Krise des Paulus vor den Toren von Damaskus. „Wir könnten die Liste der biblischen Gestalten noch fortführen, und jeder von uns könnte darin seinen eigenen Platz finden“, so Papst Franziskus. Schließlich verweist er auch auf die Krisen, die Jesus selbst durchleben und durchleiden musste: die Krise der 40 Tage in der Wüste mit all den Versuchungen, die Krise im Garten Getsemanie mit Angst und Qualen. Die Krise am Kreuz mit dem Gefühl der Gottverlassenheit, die durch Tod und Leid zur Auferstehung, zum neuen Leben führte.

Um aus der Krise herauszufinden, hilft uns das Wort: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“. Dieses Wort erinnert mich daran, wie unser Ordenserneuerer und geistiger Vater P. Franz Maria Paul Libermann mit den Krisen fertig wurde, von denen es auch in seinem Leben zahlreiche gab. In einer dieser Krisen gibt er uns gleichsam ein Rezept dazu: warten, bis die Mauer fällt: „Wenn sich die Schwierigkeiten in den Weg stellen, muss man weitergehen, immer weitergehen, am Fuß der Mauer stehen bleiben, warten, dass sie fällt, und dann steigt man über sie weg“ (N.D. II, 160).

Ich möchte Sie einladen, in den kommenden Monaten mit P. Libermann durch die Krisen seines Lebens zu gehen und von ihm zu lernen, dass das Warten auf den Ausweg, auf das Fallen der Mauer, keine passive Angelegenheit ist. Als P. Libermann 1840 in Rom auf die Besserung seiner Gesundheit, auf die Priesterweihe und auf die Anerkennung seiner Gemeinschaft wartet, ist er nicht untätig. Er reflektiert das Evangelium nach Johannes und schreibt einen Kommentar dazu. Auch wir brauchen der Corona-Krise nicht tatenlos zusehen, wir können das Unsrige dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen, wenn wir uns an die Hygiene- und Schutzvorschriften halten und miteinander solidarisch und rücksichtsvoll leben.

Gehen wir mit den Worten des Psalms 18 zuversichtlich in das neue Jahr hinein:

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke; Herr du mein Fels, meine Burg, mein Retter; mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.
Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen. Mein Gott macht meine Finsternis hell.
Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Du Herr, umgürtest mich mit Kraft.
Du lässt mich springen, schnell wie Hirsche; auf hohem und sicherem Weg darf ich mit dir gehen.
Du schaffst meinen Schritten weiten Raum, meine Knöchel wanken nicht.
Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern, ich will deinem Namen singen und spielen.

Ein gesundes, zuversichtliches und gesegnetes Jahr 2021 wünsche ich uns allen.

P. Michael Wegner CSSp.


01.01.2021

zurück...

facebook

powered by webEdition CMS