Suche
NOTEL

Im NOTEL,  der Notschlafstelle für Drogenabhängige, ist die kleine Kapelle spirituelles Zentrum für Mitarbeiter und Gäste.

Ziel ist nicht Bekehrung, sondern als Christen präsent zu sein und aufgrund des Glaubens Hoffnung zu vermitteln.

weitere Infos...

Mit P. Libermann durch das Jahr – Teil 6: Libermann und der Heilige Geist

Das Leben und die Frömmigkeit P. Libermanns war nicht nur stark geprägt vom Unbe-fleckten Herzen Mariens, deren Schutz und Hilfe er immer wieder erfahren hat, sondern auch von der Hingabe an und das Vertrauen in den Heiligen Geist und seine Wirkkraft; dies wird in seinen Schriften und Empfehlungen deutlich.

P. Franz Maria-Paul Libermann, CSSp

P. Franz Maria-Paul Libermann, CSSp

Am Pfingstfest 1703 (es war der 27. Mai) weihte sich Claude Francois Poullart des Places zusammen mit elf Seminaristen in der Kirche Notre Dame des Gres in Paris, vor dem berühmten Wallfahrtsbild der schwarzen Mutter Gottes, dem Heiligen Geist und der seligen Jungfrau Maria. Das war die Geburtsstunde der Kongregation vom Heiligen Geist, der Spiritaner.

In der Regel für die Hausgemeinschaft schreibt Poullart des Places: „Alle Studenten werden den Heiligen Geist, dem sie in besonderer Weise geweiht sind, innige Anbetung erweisen. Dazu werden sie eine persönliche Verehrung zur seligen Jungfrau haben, durch deren Schutz sie dem Heiligen Geist dargebracht werden. Zu ihren Hauptfesten werden sie Pfingsten und das Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens wählen. Das erste Fest werden sie feiern, um vom Heiligen Geist das Feuer der göttlichen Liebe zu erlangen; das zweite, um von der seligen Jungfrau die engelsgleiche Reinheit geschenkt zu bekommen. Diese beiden Tugenden werden das Fundament ihrer Frömmigkeit sein“ (Spiritan Papers Nr. 16, 1983, S. 79).

Als im Jahr 1848 die „Genossenschaft vom Heiligen Geist“ mit der von P. Libermann gegründeten „Genossenschaft vom Unbefleckten Herzen Mariens“ vereint wurde, wurde die ursprüngliche Spiritualität fortgeführt. P. Libermann hat sie in die Lebensregel für die fussionierte Gemeinschaft übernommen. Getreu zu unseren Gründern ist sie auch heute un-sere Spiritualität und die Kraft unserer spiritanischen Sendung. So heißt es auch in unserer heutigen Ordensregel (überarbeitet 2013):

„Wir sind dem Heiligen Geist geweiht, dem Urheber aller Heiligkeit und Erwecker des apostolischen Geistes. Wir stehen auch unter dem Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens, das vom selben Heiligen Geist mit der Fülle der Heiligkeit des Apostolates überreich beschenkt wurde. Der Geist des Auferstandenen Christus, der in Kirche und Welt am Werk ist, belebt und lenkt unser ganzes apostolisches Leben. Der Heilige Geist gießt die Liebe des Vaters in unsere Herzen ein, die in uns den apostolischen Eifer erweckt.“ (Lebensregel Nr. 6 – 9).

Folgsam und lenkbar werden in den Händen des Lebensgeistes!

Das Leben und die Frömmigkeit P. Libermanns war nicht nur stark geprägt vom Unbefleckten Herzen Mariens, deren Schutz und Hilfe er immer wieder erfahren hat, sondern auch von der Hingabe an und das Vertrauen in den Heiligen Geist und seine Wirkkraft; dies wird in seinen Schriften und Empfehlungen deutlich. Hier einige Beispiele:

„Durch unsere Taufe wohnt der Heilige Geist in uns in lebendiger und lebendig machender Weise; er ist dort, um in uns der Ursprung aller Regungen unserer Seele zu werden. Es hängt von uns ab, uns von ihm ergreifen und bestimmen zu lassen“ (C.S.J., 85, 1840).

„Kehren Sie in die tiefste Tiefe Ihres Innern ein… Dort finden Sie immer den Heiligen Geist, der Sie emporheben und auf den Gipfel des Berges der Liebe bringen wird, und er wird Sie mit seinen Gaben, seinem Licht, seiner Schönheit und seinem Glück erfüllen“ (L.S. I, 126, 1835).

„Alles, was Sie zu tun haben, besteht darin, folgsam und lenkbar zu werden in den Hän-den des Lebensgeistes, den unser Herr Ihnen in die Seele gegeben hat, damit er in Ihnen alles sei. Er muss einziger Ursprung und alleinige Quelle aller Ihrer inneren Regungen, aller Ihrer Wünsche und aller Ihrer Gemütsbewegungen sein. Er muss die Triebfeder ihres Geis-tes und der Führer Ihrer Seele sein“ (L.S. I, 366, 1837).

„Seien Sie heilig, denn der Vater unseres Herrn ist heilig, und sein Geist, der in Ihnen leben und handeln soll, ist heilig. Lassen Sie sich rückhaltlos auf die Pläne der Heiligkeit, die unser Meister für Sie hat, ein“ (L.S. I, 301, 1837).

"Ich will vor dir wie eine leichte Feder sein!"

In einem wunderbaren Bild fasst P. Libermann seine Gedanken zusammen und zeigt die Rolle des Geistes Gottes im Herzen der Menschen auf:

„Ein Boot hat seine Segel und sein Steuer. Der Wind bläst ins Segel und treibt das Schiff in die Richtung, die es nehmen soll; mit den Segeln also kommt es voran und nimmt eine allgemeine Richtung. Diese Richtung ist jedoch zu unbestimmt und könnte zuweilen das Schiff vom Kurs abbringen; darum hat man ein Steuer, das es genau in die Richtung lenkt, die es nehmen soll, ohne dass es davon abkommt. Ihre Seele ist das Schiff, das Herz ist das Segel, der Heilige Geist ist der Wind; er bläst in Ihren Willen und treibt die Seele vo-ran, die auf das Ziel zufährt, das Gott will. Ihr Geist ist das Steuer, das verhindern soll, dass Sie bei dem mächtigen, glühenden Antrieb, der Ihrem Herzen gegeben wird, nicht vom direkten Kurs abkommen, den die göttliche Güte beschlossen hat“ (N.D. VII, 148, 1843).

Aus all dem, was P. Libermann schrieb und wie er lebte, wird deutlich, dass es in seinem Leben einen Grundsatz gab, dem er immer und überall folgte: Er hat sich in seinem gan-zen Leben durch den Heiligen Geist führen und leiten lassen. Sein absoluter Grundsatz war: dem Heiligen Geist unter allen Umständen gehorsam zu sein. Diesen Willen hat er ein einem wunderschönen Gebet zum Ausdruck gebracht (im Kommentar zum Johannes-Evangelium), das auch uns eine Hilfe sein kann, uns dem Wirken des Geists Gottes immer wieder neu zu öffnen und anzuvertrauen: „O sehr heiliger und anbetungswürdiger Geist meines Jesus, lass mich deine milde Stimme hören. Erquicke mich mit dem köstlichen Hauch deines Atems. O göttlicher Geist, ich will vor dir wie eine leichte Feder sein, damit der Hauch deines Atems mich bringt, wohin er will, und ich auch nicht den kleinsten Wi-derstand leiste“ (C.S.J. 89, 1840).

Pater Michael Wegner, CSSp


02.06.2021

zurück...

facebook

powered by webEdition CMS