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Missionarin auf Zeit

Im Projekt "MissionarIn auf Zeit" (MaZ) bietet jungen Menschen die Möglichkeit in einem zeitlich befristeten Aufenthalt mit einer religiös geprägten Lebensgemeinschaft Erfahrungen in einer anderen Kultur zu machen.

Der Aufenthalt kann als Freiwilligendienst im Ausland angerechnet werden.

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Ein Jahr unterwegs mit Pater Franz Maria Paul Libermann – Teil 5: Libermann und Maria

Der Monat Mai ist seit alters her in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria geweiht. Maria half Libermann auch bei der Gründung seines Werkes und führte dazu, dass er es schließlich ihrem unbefleckten Herzen weihte. Sie ist für P. Libermann das lebendige Beispiel der Treue zum Heiligen Geist.

P. Franz Maria-Paul Libermann, CSSp

P. Franz Maria-Paul Libermann, CSSp

"Wer von Jesus Christus spricht, kann von Maria nicht schweigen!"

Der Monat Mai ist seit alters her in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria geweiht. Dabei ist es heute gar nicht so einfach und schon gar nicht selbstverständlich, von oder über Maria zu reden, geschweige denn, sie zu verehren, sie im fürbittenden Gebet anzurufen. Doch kann Maria gerade in Zeiten der Pandemie eine Fürsprecherin und Trösterin sein.

Der Theologe Wolfgang Beinert hat es einmal so ausgedrückt: „Wer von Jesus Christus spricht, kann von Maria nicht schweigen. Das ist eine Erfahrung, die die Christen von den ersten Zeiten an gemacht habe“ ( Wolfgang Beinert u. Jürgen Hoern (Hrsg.): „Dein leuchtend Angesicht, Maria…“ Das Bildnis der Mutter Jesu in der Glaubensgeschichte. Herder, Freiburg, 1988). Das ist auch die Erfahrung, die P. Libermann gemacht hat, die Überzeugung, die in ihm nach seiner Taufe (Weihnachten 1826) immer mehr gewachsen ist und sich vertiefte.

P. Libermann: ein großer Marienverehrer seiner Zeit

„Als das Taufwasser über meinen Judenkopf floss, hat mich augenblicklich die Liebe zu Maria erfasst, die ich vorher gehasst habe!“ Diese Worte P. Libermanns erinnern an die des heiligen Ludwig-Maria Grignon de Montfort, der einmal sagte: „Immer, wenn einer die Taufe empfängt, geschieht, was im Hause zu Nazareth geschah, als der Engel erschien: Neues Leben wird durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau“ ( Rath: Der ehrwürdige P. Libermann in der Schule Mariens, in: Zur Spiritualität des ehrwürdigen P. Libermann, Knechtsteden, 1990, S. 135).

P. Libermann gehört ohne Zweifel zu den großen Marienverehrern seiner Zeit. Seinem Leben und seinem Werk ist das Siegel mit dem Namenszug Mariens auf eine einzigartige Weise aufgedrückt. „Das Vertrauen auf Maria und unsere Liebe zu ihr, das ist unser ganz besonderer Reichtum, ja, das gehört wesentlich zu uns, den Kindern ihres Herzens, den Kindern ihrer Liebe“ ( Rath, a.a.O. S. 127).

Maria kann uns sehr behilflich sein!

Trotzdem steht für P. Libermann in der Mitte immer Christus und Gottes Heiliger Geist. „Dass Christus in uns Gestalt gewinnt, und immer wieder neu gewinnt, bewirkt der Heilige Geist. Maria kann uns dabei sehr behilflich sein“ ( Rath, a.a.O. S. 127).

Maria half Libermann auch bei der Gründung seines Werkes und führte dazu, dass er es schließlich ihrem unbefleckten Herzen weihte. Das berichtet er selbst in einem ausführlichen Brief an P. Desgenettes, den Gründer der Bruderschaft vom heiligsten Herzen Mariens in Paris: „Es ist sicher, dass unser kleines Unternehmen für die Bekehrung der Schwarzen dem mächtigen Schutz des heiligsten und unbefleckten Herzen Mariens sein Dasein und seine Entwicklung verdankt… Ich gab mir viel Mühe um die Regel für unser Werk zu entwerfen (1840 in Rom), aber es war mir nicht möglich, auch nur einen Gedanken zu finden, ich befand mich in der vollständigsten Unklarheit. Ich besuchte deshalb die sieben Hauptkirchen Roms und außerdem einige Kirchen, welche der Andacht der allerheiligsten Jungfrau geweiht sind, und nachher war ich entschlossen, das Werk dem heiligsten Herzen Mariens zu widmen. Ich ging nach Hause und setzte mich sofort an die Arbeit. Ich sah so klar, dass ich mit einem einzigen Blick das Ganze und die einzelnen Teile zu überschauen vermochte. Wenn sich im Verlauf der Arbeit Schwierigkeiten darboten und ich mich in Unklarheit befand, begab ich mich in eine meiner Andachtskirchen und ich konnte bei meiner Rückkehr versichert sein, dass ich nur die Feder zu ergreifen brauchte; die Schwierigkeiten lösten sich auf und die Dunkelheiten verschwanden von selbst“ (L. S. III, 360, 1844).

Maria als das lebendige Beispiel der Treue zum Heiligen Geist

Auch in der weiteren Entwicklung des Werkes erfuhren P. Libermann und seine Mitbrüder immer wieder die Gnade der Gottesmutter. So beschließt P. Libermann seinen Brief an P. Desgenettes mit den Worten: „Es ist ganz sicher, dass unser bescheidenes Werk zum Heil der Afrikaner dem so sehr heiligen und makellosen Herzen Mariens seine Existenz verdankt und ebenso allen Fortschritt in der kurzen Zeit unseres Bestehens. Ich kann Ihnen aber auch mit Bestimmtheit sagen, dass wir bei diesem schwierigen Unternehmen all unser Vertrauen in die Herzensgüte unserer sehr heiligen Mutter gesetzt haben“ ( Rath, a.a.o. S. 127).

Maria ist für P. Libermann das lebendige Beispiel der Treue zum Heiligen Geist. Das wird deutlich in seiner Betrachtung zum Gebet „O Jesu, vivens in Maria“ aus dem Jahr 1841: „Es wäre etwas sehr Großes und sehr Wunderbares, wenn der Heilige Geist in unseren Seelen die so heilige Vereinigung mit Jesus in Maria und mit Maria in Jesus bewirken würde. Jesus lebe in uns, wie er in Maria gelebt hat. Seien wir eins mit Maria, wie sie mit Jesus eins war. Der Geist Jesu sei alle Tätigkeit, jede Regung und alles Leben in uns, damit wir mit ihm vereinigt und mit ihm eins werden in Maria, durch Maria und mit Maria“ (N.D. II, 456, 1841).

(c) Pater Heinz Sand, CSSp

„Verhalten Sie sich zu Maria wie ein kleines Kind zu seiner geliebten Mutter!"

Etwas einfacher und für uns leichter nachvollziehbar drückt es P. Libermann später so aus: „Verhalten Sie sich zu Maria wie ein kleines Kind zu seiner geliebten Mutter. Tut ihm etwas weh, läuft es gleich zu seiner Mutter, um es ihr zu zeigen; es ist viel weniger von dem Gedanken erfüllt, geheilt zu werden, als von dem Wunsch, seiner Mutter das Weh zu zeigen, damit sie sich davon rühren lässt und ihm eine kleine Liebkosung schenkt. Die Mutter liebkost es und verbindet ihm die Wunde, und das Kleine, ohne sich um die Heilung Sorgen zu machen, ist ruhig und zufrieden. Seine Mutter hat ihm einen Kuss gegeben, sie hat ihm etwas Liebes gesagt, und das genügt ihm“ (N.D. VIII. 206, 1846).

Pater Michael Wegner, CSSp


15.05.2021

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