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"Missionarinnen und Missionare auf Zeit" (MaZ) bringen sich entsprechend ihrer Fähigkeiten in bestehende Projekte ein.

Meist sind es Projekte im sozialen, medizinischen oder pastoralen Bereich, wie zum Beispiel in Kinderheimen, Krankenstationen, Schulen, Behindertenwerkstätten, Altenpflege...

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Ein Jahr unterwegs mit Pater Franz Maria-Paul Libermann: Teil 10: Libermann und die Politik

„Lasst uns Gutes tun. Dieses Wort ist damals wie heute die Aufforderung zu einem Leben in Geschwisterlichkeit“; so schreiben die deutschen Bischöfe in ihrem Aufruf zum Weltmissionssonntag. Er richtet unseren Blick schwerpunktmäßig auf Nigeria und den Senegal. Beide Länder sind stark von der Corona-Pandemie betroffen. Armut und Jugendarbeitslo-sigkeit nähren Gewalt und religiösen Fanatismus. Entführungen und Anschläge bringen Not und Elend, sie säen Furcht und Misstrauen. In dieser Lage setzt die Kirche auf den Dialog mit allen Menschen guten Willens“ – so die deutschen Bischöfe.

„Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun“ (Gal 6,9), schreibt Paulus, der Völkerapostel an die Gemeinde in Galatien. Dies ist auch das Leitwort für den Monat der Weltmission im Oktober 2021.

Nicht müde werden, das Gute zu tun und immer wieder neu das Gespräch und die Verständigung unter den Menschen zu suchen und zu fördern, das war auch das missionarische Grundanliegen P. Libermanns, das er immer wieder seinen Missionaren ans Herz legte. „Macht zum Grundsatz eures Tuns das Herz, nicht den Sinn. Das Herz ist das Zentrum von allem, was gut ist in uns. Unternehmt nichts mit der Gewalt des Denkens, sondern mit der lieblichen Sanftmut, die von Herzen kommt“ so schreibt Libermann an seine Missionare.

Die Liebe ist einfach und drängt zur Tat!

In der Lebensregel schreibt er später: „Die Missionare sollen gütig sein zu allen, sogar zu denen, die dem christlichen Glauben widersprechen oder gegen ihn kämpfen. Vor allem müssen sie allen Menschen mit Respekt begegnen und für jeden, ohne Ausnahme, immer ein offenes Herz haben. Ihre Liebe zu den Menschen wird sich keine Gelegenheit entgehen lassen, ihnen Gutes zu tun. Und dies alles mit einem zärtlichen Mitleid und einer erhabenen Liebe. Die Liebe ist einfach und drängt zur Tat. Es genügt nicht, sie im Herzen zu halten, sie muss in persönlichen Kontakten zu allen sichtbar werden, damit man ihnen bei allen Gelegenheiten mit Hilfsbereitschaft und gutem Willen dient.“

Libermann selbst ist von dieser Liebe tief im Herzen ergriffen. Sie treibt ihn an, nicht müde zu werden, das Gute zu tun. Dies wird deutlich in einem Brief, den er im Jahr 1842 an den König von Dakar schreibt: „Mein Herz gehört euch, mein Herz gehört den Afrikanern. Ich stehe im Dienste Jesu. Er will, dass ich alle Menschen liebe, wie er sie geliebt hat. Aber er erfüllt mich mit besonders großer, inniger Liebe zu seinen geliebten Brüdern und Schwestern, den Schwarzen. Jesus, mein Meister will, dass ich mich mein ganzes Leben lang einsetze für das Wohl und das Glück der Menschen. Ihr sollt wissen, dass mein Herz euch gehört!“

„Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun" ist eine Lebenseinstellung!

Dass diese Herzensliebe als Fundament des missionarischen Eifers allen Menschen gilt, wird auch an anderer Stelle deutlich. Libermann schreibt im Jahre 1851: „Die Vorsehung hat unser Werk für die Schwarzen geschaffen, seien es die in Afrika oder in den Kolonien. Bis zum heutigen Tag sind sie zweifellos die am meisten in Elend und Verlassenheit lebende Bevölkerung. Wir wünschen zwar auch in Frankreich für das Heil der Seelen zu arbeiten, aber Hauptziel sind immer die Armen, ohne jedoch die zu vernachlässigen, die es nicht sind“. „Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun. Das ist keine kurzfristige Durchhalteparole, sondern eine Lebenseinstellung, die der Nachfolge Christi entspricht. Sie verlangt uns sicher einiges ab, kann aber auch helfen, miteinander das Leben so zu gestalten, dass es für alle Menschen ein Leben in Fülle werden kann“ (Msgr. Wolfgang Huber, Präsident von Mission München). Davon ist auch P. Libermann überzeugt. Damit er nicht müde wird, das Gute zu tun und dass seine Liebe zu allen Menschen nicht erlischt, wendet er sich im Gebet an die Gottesmutter und er schließt uns alle ein in unserem Bemühen, stets das Gute für die Menschen unserer Zeit zu tun, mit in dieses Gebet:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, du hast der Welt das wahre Licht geschenkt, Jeus, deinen Sohn – Gottes Sohn. Du hast dich ganz dem Ruf Gottes überantwortet und bist so der Quell der Güte geworden, die aus ihm strömt. Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm. Lass uns ihn erkennen und ihn lieben, damit auch wir selbst wahrhaft Liebende und Quelle leben-digen Wassers werden können, inmitten einer dürstenden Welt.“

Pater Michael Wegner, CSSp


01.10.2021

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