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Bruder Wilhelm Schüller verstorben

Unser Mitbruder, Wilhelm Schüller, ist am 26. Januar 2021 im Heilig Geist Krankenhaus in Köln verstorben. Er stand im 67. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am Donnerstag, den 04. Februar 2021, um 14.00 Uhr in Knechtsteden, 41540 Dormagen.

Bruder Wilhelm Schüller

Bruder Wilhelm Schüller, CSSp

Hermann-Josef Schüller wurde am 9. Februar 1935 mit seinem Zwillingsbruder in Hochneukirch, als Kind der Eheleute Josef und Elisabeth, geborene Flüter, geboren. Von seinem Vater, einem Schreinermeister, übernahm er die Liebe zum Schreinern und zu Adolf Kolping ebenso wie ein starkes Pflichtbewusstsein und einen tiefen Glauben.

Nach Abschluss der Volksschule zog es ihn 1951 nach Knechtsteden, weil er „in die Mission wollte“. Am 8. Dezember 1954 legte er die erste Profess ab. Nach bestandener Gesellenprüfung wurde ihm die Leitung der Knechtstedener Schreinerei übertragen.

1960 wurde Bruder Wilhelm nach Cruzeiro do Sul im Distrikt Alto Juruá (Brasilien) gesandt, um die dortige Schreinerei zu übernehmen. Doch zuerst ging es für ein Jahr nach Salete, um das neu erworbene Haus auf dem „Morro“ in ein kleines Seminar umzubauen. Noch während des Umbaus wurde klar, dass ein Seminar unten in der Stadt sinnvoller sei, und Br. Wilhelm wurde gebeten, dessen Bau zu leiten.

Anschließend kehrte er wieder auf den Morro zurück, um dort ein Ausbildungshaus für Brüder aufzubauen; allerdings gab es nur eine Berufsausbildung, die des Schreiners, und er war der einzige Ausbilder. Es gehörte sicher zu seinen schönsten Stunden, als er die Schreinerei Br. Alfredo, einem ehemaligen Schüler, übertragen konnte, der als Meister nun selbst junge Menschen ausbildete.

Die Niederlassung des Kolpingwerkes in der Bischofsstadt Rio du Sul und später auch in Salete, hat Br. Wilhelm mit besonderem Eifer betrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Stadt ihm 1977 die Ehrenbürgerschaft verlieh.

Im April des gleichen Jahres übernahm Br. Wilhelm in Sao Paulo das Amt des Distriktsökonomen, das er bis 1986 innehatte. Zusammen mit P. Schneider legte er während seiner Amtszeit die wirtschaftliche Grundlage für die spätere brasilianische Provinz. 1986 ging er noch einmal zurück auf den Morro in Salete, wo er blieb, bis ihn 1995 die Kommunität in Knechtsteden zu ihrem Superior wählte.

Als erster Bruder, der zum Superior ernannt wurde, verschaffte er sich mit seiner ruhigen, aber bestimmten Art schnell Achtung und Respekt. Als Mitglied im Provinzrat wurde seine Kompetenz, besonders in praktischen Fragen, sehr geschätzt und bald ernannte ihn der Provinzial zu seinem zweiten Assistenten. Nach sechs Jahren Amtszeit wurde er 2001 von seinen Pflichten als Superior entbunden und übernahm das Amt des Hausökonomen von Knechtsteden, das er mit Umsicht bis 2004 bekleidete. Danach kehrte Br. Wilhelm in seine Werkstatt zurück, konnte aber nicht Nein sagen, als man ihn 2011, obwohl er bereits krank war, bat, das Amt des Ökonomen von Knechtsteden noch einmal zu übernehmen.

Allzu gerne wäre Br. Wilhelm noch einmal nach Brasilien gefahren; um dort wieder als Missionar zu arbeiten, wenigstens aber um Abschied zu nehmen; aber sein Gesundheitszustand ließ nicht einmal mehr einen kurzen Besuch zu. Das war wohl die schwerste Prüfung für Br. Wilhelm.

Br. Wilhelm war ein Bruder im wahrsten Sinne des Wortes. Er packte zu, ohne viele Umstände zu machen, und diente seinen Mitbrüdern mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit. Ohne falsche Furcht sprach er an, was angesprochen werden musste. Seine Voraussicht und sein praktisches, sicheres Urteil machten ihn zu einem gesuchten Ratgeber nicht nur in handwerklichen Fragen. Seine Ruhe strahlte Sicherheit und Freundlichkeit aus. All das war sicher die Frucht seiner Frömmigkeit, die er mit Selbstverständlichkeit lebte.

 

P. Bruno Trächtler, CSSp


26.01.2021

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