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Notel

In der Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige in Köln (NOTEL) erhalten die Gäste jede Nacht eine warme Mahlzeit, eine Dusche, die Möglichkeit, ihre Wäsche waschen zu lassen und ein Bett.

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Impuls zum 1. Advent 2021

Advent ist eine Zeit der Achtsamkeit und der Wachsamkeit, eine Zeit des Hörens auf die leisen Töne. Eine Zeit, mehr auf sich selbst zu achten und in sich hineinzuhören. Eine Zeit, um zu erkennen: Gott, der Herr, ist auf dem Weg zu mir! Der Advent ist deshalb die Einladung an uns, uns behutsam, wachsam und aufmerksam in Bewegung zu setzen, innerlich aufzubrechen, Ihm entgegenzugehen. Aufbrechen aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft, dem Licht der Weihnacht entgegen, das mit dem Entzünden der Kerzen am Adventskranz jede Woche heller wird.

Der kleine Timo schmückt mit seiner Oma den Adventskranz. Plötzlich fragt er: „Oma, was heißt eigentlich Advent?“ „Advent heißt Ankunft“, erklärt die Oma, „Ankommen“. „Wer kommt wo an?“ fragt Timo. „Gott kommt bei den Menschen an“ sagt die Oma, „und die Menschen kommen bei Gott an!“ „Und vorher muss jeder zum anderen gehen?“ fragt Timo. „Ja“, antwortet die Oma, „Sonst kann er nicht ankommen, Man muss sich in Bewegung setzen. Manche Leute meinen, dass Advent warten heißt, weil man auf Weihnachten wartet und weil Maria und Josef auf die Geburt des Jesuskindes warten. Aber Advent heißt nicht warten und Nichtstun. Gott hat sich zu den Menschen auf den Weg gemacht. Die Hirten machen sich auf den Weg nach Bethlehem. Die Weisen aus dem Morgenland laufen einem Stern nach und gehen dabei durch dick und dünn. Und genauso sollen wir Gott, der bei uns ankommen will, entgegengehen“ so erklärt es die Oma dem kleinen Timo.

"Auf leisen Sohlen der Weihnacht entgegengehen!"

Spiritual Paul Weismantel aus Würzburg empfiehlt uns dazu passend in seinem Advents-kalender: „auf leisen Sohlen der Weihnacht entgegengehen.“ Doch wie kann uns das denn gelingen? Geht das überhaupt? Tag für Tag dröhnt eine Unmenge von Meldungen und Informationen lautstark auf uns ein; mitunter werden wir davon geradezu überrollt oder sogar erschlagen. Und irgendwie sind wir ja allgegenwärtig einer andauernden und oft heftigen Geräuschkulisse ausgesetzt – gerade auch in der Advents- und Vorweihnachtszeit in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten – soweit sie stattfinden können.

Auf leisen Sohlen sollen wir trotzdem der Weihnacht entgegengehen, auch wenn im Evangelium vom „Tosen und Donnern des Wassers“ und von der „Erschütterung der Kräfte des Himmels“ die Rede ist (Lk 21, 25-26).

Auf leisen Sohlen sollen wir Weihnachten entgegengehen, damit wir den sanft und leise aufkeimenden Spross der Gerechtigkeit, von dem der Prophet Jeremia spricht, wahrnehmen können, ihn nicht übersehen und überhören (Jer 33, 15).

Wie uns das gelingen kann, dazu gibt uns Jesus im Evangelium eine Hilfestellung: „Nehmt euch in Acht, wachet und betet!“ Advent ist also auch eine Zeit der Achtsamkeit und der Wachsamkeit, eine Zeit des Hörens auf die leisen Töne. Eine Zeit, mehr auf sich selbst zu achten und in sich hineinzuhören. Eine Zeit, um zu erkennen: Gott, der Herr, ist auf dem Weg zu mir!

Aufbrechen aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft ...

Ja, Gott hat sich zu uns auf den Weg gemacht. Er hat sich in Bewegung gesetzt und damit die ganze Welt in Bewegung gebracht. Der Advent ist deshalb die Einladung an uns, uns behutsam, wachsam und aufmerksam in Bewegung zu setzen, innerlich aufzubrechen, Ihm entgegenzugehen. Aufbrechen aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft, dem Licht der Weihnacht entgegen, das mit dem Entzünden der Kerzen am Adventskranz jede Woche heller wird.

Mit den Worten von Paul Weismantel (2004) wünsche ich uns allen: „Gesegnet seien die Tage des Advents, in denen wir uns bereiten, um den zu empfangen, von dem wir alles empfangen haben. Gesegnet seien die Tage des Advents, die uns neu mit den großen Verheißungen unseres Glaubens in Verbindung kommen lassen. Gesegnet seien die Tage des Advents, in denen wir hellhöriger werden für die tröstlichen Zusagen und die ernsten Mahnungen unseres Gottes. Gesegnet seien die Tage des Advents, die uns neu in Erinnerung bringen, zu welcher Hoffnung wir berufen und ermächtigt sind.“

P. Michael Wegner, CSSp


27.11.2021

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