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Kloster Knechtsteden

Das Missionshaus Knechtsteden mit der romanischen Basilika ist für viele Menschen aus der Region und darüber hinaus ein Anziehungspunkt.

Gerne lassen sich die Besucher gefangen nehmen von dem Dreiklang "Religion - Natur - Kultur", der heute die mittelalterliche Klosteranlage prägt.

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Pfingstnovene – 6. Tag: Gottes Geist: Finger Gottes

Der Heilige Geist ist der Finger – oder auch der „Fingerzeig“ Gottes. Wenn wir unser Gotteslob aufschlagen, haben wir diesen Fingerzeig Gottes bildlich vor Augen. Es ist ein Ausschnitt aus dem Bild Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle: „Erschaffung des Adam“. Der Finger Gottes ist ein Bild für die wirkende Kraft Gottes. Gott muss nur einen kleinen Finger krümmen, und schon kann Neues geschaffen werden. Der Schöpfungstext der Bibel erzählt davon. Im Neuen Testament wird berichtet, wie in Jesu Handeln Gottes Geist wirkt und wie Gott durch Jesus und durch den Geist auf Neues hinweist. Gottes Geist wirkt heilend und helfend durch die „Finger“ Jesu. Der Heilige Geist überträgt die Kraft Gottes auf die Jünger und auf uns heute. Auch wir können aus Gottes Kraft – aus der Kraft des Geistes – handeln.

Lied:

Eröffnungsgebet:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gott, wir sind zusammengekommen, um über den Heiligen Geist nachzudenken und um ihn zu beten. Wir bitten dich, sei bei uns, schenke uns gute Gedanken und erfülle uns immer mehr mit deinem Geist. Lass uns seinen Wind und Atem spüren. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Schriftlesung (Psalm 8)

Im Psalm 8 bekennen und erkennen wir die Herrlichkeit des Schöpfers und die Würde des Menschen: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; über den Himmel breitest du deine Hoheit aus. Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob. Seh‘ ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Finger, hast ihm alles zu Füßen gelegt. Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

Gedanken zum Text: Der Finger Gottes ist ein Symbol für die Schöpferkraft Gottes. Wo Gott die Welt berührt, entsteht neues Leben. Wo Gott die Welt zart berührt, verändert sich etwas. Er muss nicht mit der Faust dreinschlagen – eine kleine Berührung, ein Fingerzeig, genügt. Der Heilige Geist ist der unsichtbare Finger Gottes. Manches wäre leichter, wenn wir Gottes Finger sehen könnten, wie im Gemälde von Michelangelo. Doch der Geist ist nicht so leicht zu sehen und schon gar nicht festzuhalten wie eine Hand oder ein Finger. Und dennoch können wir Gottes Fingerzeig in der Welkt und in unserem Leben entdecken: in der Natur, in den Menschen, in der puren Lebensfreude, überall da, wo uns Leben begegnet und wir selbst lebendig sind. Überall dort wirkt der Heilige Geist als Fingerzeig Gottes, als Gottes Kraft.

Gedanken von P. Libermann: P. Libermann gibt einem geistlichen Mitbruder einen Rat, wie er sich durch die Finger Gottes (durch die Hand Gottes) leiten und führen lassen soll: „Sei vor unserem Herrn wie der Ton in der Hand des Töpfers. Der Meister bearbeitet ihn auf seine Weise: er beginnt, ihn zu kneten, zu ballen und wieder zu kneten, um ihn geschmeidig zu machen, und dieser arme Ton kann keinerlei Widerstand leisten. Er lässt sich handhaben nach Lust und Laune des Töpfers. Der formt daraus eine Vase. Und manchmal zerstört er sie wieder, wenn sie halbfertig ist, und macht daraus eine unförmige Masse. Dann bearbeitet er sie von neuem und bildet daraus die geplante Vase. Lass dich also handhaben von den Händen (Fingern) Gottes. Warte in Frieden, Liebe und Geduld, bis sein Auenblick gekommen ist.“

Fragen zum Nachdenken:

• Wo Gottes Liebe einen Menschen berührt, wird alles heil. Erfahre ich das in meinem Leben?

• Auch wir können Gottes Liebe weitergeben durch unser Handeln, durch die Art, wie wir Menschen begegnen. Gelingt mir das?

• Kenne ich Menschen, in deren Leben ich „Fingerzeige Gottes“ entdecke?

• Der Finger Gottes will mir Hoffnungszeichen für die Zukunft zeigen. Erkenne ich sie?

Zeit der Stille und des Nachdenkens (evtl. meditative Musik)

Fürbitten: Frei formuliert oder:

• Gott, dein Heiliger Geist berühre uns zärtlich und lasse deine Liebe in uns hineinfließen. Heiliger Geist, berühre uns.

• Gott, dein Heiliger Geist berühre uns zärtlich und lasse unsere Hände heilsam werden für andere. Heiliger Geist, berühre uns.

• Gott, dein Heiliger Geist berühre uns zärtlich und erfülle unser Tun mit deiner Kraft. Heiliger Geist, berühre uns.

Vater unser:

Schlussgebet:

Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen. Wir sind Gottes Botschaft, in Wort und Tat geschrieben. Herr, sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir überzeugend in deinem Sinne leben und handeln. Amen.

Segen:

Es erfülle uns der Vater mit seiner Liebe. Es erfülle uns der Sohn mit seinem Leben. Es erfülle uns der Heilige Geist mit seiner Kraft. Es segne uns und alle Menschen der gütige Gott: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.


26.05.2020

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