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Kein Mitleid - sondern Gerechtigkeit!

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Pater Peter Bermes ist verstorben

Unser Mitbruder ist am 31. Januar 2020 im Alter von 85. Jahren in Hackenbroich gestorben. Er stand im 56. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am 11. Februar 2020, um 14.30 Uhr in der Basilika Knechtsteden, 41540 Dormagen.

P. Peter Bermes, CSSp

P. Peter Bermes, CSSp

Unser Mitbruder Pater Peter Bermes wurde am 29. Juni 1934 in Ingendorf in der Eifel, als Sohn der Eheleute Nikolaus und seiner Frau Magdalena geborene Weber, geboren. Auf einem Bauernhof wuchs Peter auf. Von 1940 bis 1948 besuchte er die Volksschule St. Martinus in Ingendorf. Nach der Schulentlassung – mit einem normalen Schulabschluss – erlernte er in Wolfsfelf das Schuhmacherhandwerk. Nach der Gesellenprüfung arbeitete Peter im Schuhhaus Sommer in Köln. Von 1953 bis 1958 arbeitete er in den Bayerwerken in Leverkusen. In dieser Zeit musste er das Krankenhaus aufsuchen mit einer Milz – und Lebererkrankung, an der er fast gestorben wäre. Eine Ordensschwester, die ihn selbstlos gepflegt hatte, weckte in Peter den Wunsch, Ordensmann zu werden. Ein Bekannter machte ihn auf Knechtsteden aufmerksam. Im Kloster Knechtsteden arbeitete Peter zunächst als Bruderpostulat in der Schuhmacherwerkstat bei Bruder Josef. Doch strebte er mehr an. Von 1958 an besuchte er das Abendgymnasium in Neuss. Im Jahr 1963 bestand er das Abitur; er fühlte sich zum Priester berufen. Nach dem Noviziat in Heimbach in der Eifel, das mit der Profess endete, begann er das Studium der Philosophie und Theologie an der Ordenshochschule Knechtsteden, wechselte dann aber zusammen mit allen anderen Studenten an die Ordenshochschule der Jesuiten in St. Georgen bei Frankfurt.

Am 26. Juli 1969 empfing Peter die Priesterweihe und wurde im darauffolgenden Jahr nach Brasilien, in die Diözese Cruzeiro do Sul gesandt. Nach einem Jahr der Einführung arbeitete er in der Flusspastoral, besuchte die Menschen am Fluss, Gummizapfer und Indianer. Viele Jahre hat er als Pfarrer auf einem alten Hausboot verbracht, eine Hängematte war sein Bett. Als Verkehrswege dienten der Rio Juruá, ein Amazonaszufluss und dessen Nebenflüsse. Der Rest seines Pfarrgebietes ist undurchdringbarer Urwald, die grüne Hölle Amazoniens. Für die rund 12000 Menschen seiner Pfarrei war Padre Pedro, wie er für die Menschen dort hieß, mehr als ein Seelsorger. Er war auch Leibsorger, Freund, Arzt, und auch Sozialarbeiter, wenn man seinen Einsatz für die vielen Alkoholabhängigen bedenkt. Er kümmerte sich persönlich um jeden Einzelnen, gründete Gruppen von „Anonymen Alkoholikern (AA)“, ja er soll ganze Dörfer trockengelegt haben. Padre Pedro spendete den Leuten die Sakramente und half den Eingeborenen mit ihren Sorgen. Näheres über seine Arbeit berichtet die Aachener Volkszeitung mit einem Artikel „Der Weihwassermann“ und ein gleichnamiger Film über die Arbeit von P. Bermes unter den Indianern im Quellgebiet des Amazonas wurde gedreht und lief im Fernseher u.a bei den Sendern ORB und MDR.

Im Jahre 2018 kam Peter aus gesundheitlichen Gründen nach Knechtsteden zurück, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Er war ruhig, still und bescheiden. Er las jeden Tag die Zeitung und war mit allem zufrieden. Die Leute am Alto Juruá haben einen guten Freund verloren. Am Montag, dem 27. Januar wurde er mit Verdacht auf eine Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwoch, dem 29. Januar er die Krankensalbung. Sein Zustand verschlechterte sich zusehend. In der Nacht zum 31. Januar verstarb er friedlich um 4 Uhr.

Wir seine Mitbrüder, danken für sein Leben und halten sein Andenken in Ehren.

Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes, wir preisen dich und danken dir für unseren Mitbruder P. Peter Bermes. Du hast ihm in deinen ewigen Ratschlüssen den Weg vorgezeichnet, den er gehen sollte. Nachdem er in der Prüfung des Lebens den Glauben bewahrt und den guten Kampf gekämpft hat, schenke ihm, wir bitten dich, den Frieden und die Freude deines Himmels, und uns, zu unserer Zeit, das Wiedersehen mit ihm in deinem Reich.


05.02.2020

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