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NOTEL

Im NOTEL,  der Notschlafstelle für Drogenabhängige, ist die kleine Kapelle spirituelles Zentrum für Mitarbeiter und Gäste.

Ziel ist nicht Bekehrung, sondern als Christen präsent zu sein und aufgrund des Glaubens Hoffnung zu vermitteln.

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Pater Michael Klein ist verstorben

Unser Mitbruder ist am 9. August 2020 im Missionshaus in Knechtsteden friedlich entschlafen. Er stand im 55. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am Freitag, den 14. August 2020, um 14 Uhr in Knechtsteden, 41540 Dormagen.

Pater Michael Klein, CSSp

Pater Michael Klein, CSSp

Michael Klein wurde am 30. November 1942 in Bentheim, südliches Emsland, als zweites Kind geboren. Seine Eltern waren der Kulturbauingenieur Hubert Klein und seine Ehefrau Margarete, geborene Meißen. Sein Vater musste im Zweiten Weltkrieg nach Russland. Nach dem Krieg, 1946, zog die Familie nach Osnabrück, wo eine Schwester und ein Bruder geboren wurden. Dort besuchte Michael Klein ab 1949 die Domschule und ab 1953 das Gymnasium Carolinum. Den Wunsch, Missionar zu werden, verspürte er zum ersten Mal 1951 nach “einer eindrucksvollen Ansprache des Jesuitenpaters Leppich”. Michael entschied sich für die Spiritaner und besuchte das Missionshaus in Menden im Sauerland. Nach dem Abitur 1965 ging er in das Noviziat in Heimbach, Eifel. Anschließend studierte er in Knechtsteden, ab 1966 in Frankfurt bei den Jesuiten. Am 22.5.1971 empfing Michael die Priesterweihe. Er wurde als Missionar nach Südafrika gesandt. In zahlreichen Briefen beschrieb er ausführlich seine engagierte Missionsarbeit.

Seine erste Bestimmung erhielt er für die Diözese Bethlehem, die den Spiritanern anvertraut worden war. Nach einer Einführung in die Sprache SeSotho und die Kultur begann er seine missionarische Arbeit in Reitz; in einer Gemeinde der BaSotho aber auch in dem Konvent der Paulusschwestern mit ihrem Heim für Behinderte.

Wenige Jahre später übernahm er die Mission in der kleinen Stadt Senekal, ca. 70 km von der Stadt Bethlehem entfernt. Hier war Michaels Hauptwirkungsstätte und seine Aufgaben waren vielfältig: Gemeindearbeit in der Location, dem Wohnraum der (“schwarzen” BaSotho)Arbeiter, Aus- und Weiterbildung des Pfarrgemeinderates und der Gemeindehelfer*innen, Erneuerung der Kirche und des Kindergartens, Ministranten- und Jugendarbeit, Frauen- und Männerverein, Betreuung von sechs Außenstationen in umliegenden Dörfern bzw. in Hütten der Farmarbeiter im weißen Distrikt. Er erneuerte das Wohnhaus des Priesters in der Stadt und engagierte sich beim Bau eines Konvents für Dominikanerinnen der ewigen Anbetung. Nach eigenen Plänen baut er die bekannte Kirche der Außenstation Rosendal. Aus seiner Gemeinde kamen drei Priesterberufe.

1998 wechselte Pater Klein in die Erzdiözese Durban am Indischen Ozean. In den Bergen des Zululandes brachte er die verlassene Missionsstation St. Philomena mit ihren Außenstationen zu neuem Leben. Er erneuerte die Kirche und das brüchige Pfarrhaus. Aus dem verwilderten Kirchengrund machte er ein kleines Paradies mit Bananen, Palmen, verschiedenen Nuss- und Orangenbäumen. Auf einer Außenstation baute er eine Kirche für 80 Personen in Art eines Zulukraals. Ein Haus für die einheimischen Dominikanerinnen machte er auch wieder bewohnbar. Außerdem besuchte Michael die Gefangenen im nahen Gefängnis und die (HIV-)Kranken im Hospital. Nach sieben Jahren, als alles wiederhergerichtet war, übergab er die Pfarrei einem einheimischen Zulupriester.

Ein Sabbatjahr in Deutschland bei den Franziskanerinnen bei Bad Saulgau, 2005, nutzte er auch für Besuche bei Wohltätern und den Aufbau eines paläontologischen Museums im Sauerland.

Zurückgekehrt nach Südafrika wurde er gebeten die Gemeinde in Heilbronn, eine ehemalige Spiritanermission in der Diözese Kroonstad, zu übernehmen. Die Gemeinde, die seit Jahren priesterlos gewesen war, stand dem Priester Michael Klein abweisend gegenüber. Es war eine harte, frustrierende Zeit für ihn.

möglich war. Bald schon wurde er krank und sollte sich nie wieder richtig erholen. Es ging - sehr langsam aber kontinuierlich - bergab. Michael gab sein Leben, das er für die Arbeit im Reich Gottes unter den BaSotho und den Zulus in Südafrika gelebt hatte, in die Hände Gottes zurück. Am Sonntag, dem 9. August 2020 endete sein Pilgerweg und führte ihn zum Herrn.

P. Bernhard Wiederkehr, CSSp


12.08.2020

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