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Spiritaner in Haiti

Die Mehrzahl der Menschen in Haiti leben seit Jahrzehnten in großer Armut. Das schwere Erdbeben 2010 hat diese Situation nochmals verschärft.

Wir Spiritaner sind bereits seit langer Zeit in Haiti tätig. Mit materieller und seelsorglicher Hilfe versuchen wir die schlimmste Not der Menschen zu lindern.

Pater Karl-Heinz Schader ist verstorben

Unser Mitbruder ist am 11. Oktober 2020 in Alexius Krankenhaus in Neuss verstorben. Er stand im 62. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am Dienstag, den 20. Oktober 2020, um 15 Uhr in Knechtsteden, 41540 Dormagen.

Pater Karl-Heinz Schader, CSSp

Pater Karl-Heinz Schader, CSSp

Er wurde am 3. Januar 1937 in Worms geboren. Sein Vater ist im Zweiten Weltkrieg in Russland gefallen, so musste die Mutter ihren Sohn mit einer älteren Schwester allein großziehen.

1949 trat er ins Missionskonvikt der Spiritaner in Speyer ein und beendete seine Gymnasialstudien 1958 am Heilig-Geist-Gymnasium in Menden/Sauerland mit dem Abitur. Anschließend folgte das Noviziat in Heimbach/Eifel als Vorbereitung auf das Ordensleben. Die philosophisch-theologischen Studien absolvierte er an der Ordenshochschule der Spiritaner in Knechtsteden. Am 7. Mai 1964 wurde er in Knechtsteden zum Priester geweiht.

Nach einem Sprach- und Inkulturationskurs in Rio de Janeiro begann 1965 die Arbeit in der Diözese Cruzeiro do Sul im Nordwesten Brasiliens. Um die Diözese etwas kennen zu lernen war er 1966 in der Pfarrei Eirunepe als Kaplan tätig und anschließend ein Jahr an der Kathedrale von Cruzeiro do Sul. 1967 wurde er nach Porto Walter, einer Pfarrei mitten im Urwald, wo die Menschen sehr zerstreut an den Flussläufen wohnen, versetzt und wirkte bis 1972 als Kaplan, dann als Pfarrer. Das bedeutete viele entbehrungsreiche Flussreisen, um die Menschen zu besuchen.

1976 wurde P. Schader zum Oberen für den Distrikt Alto Juruá gewählt. Seine Aufgabe bestand darin, die Mitbrüder, die im Urwald verstreut wohnen, zu besuchen und ihnen Mut zu machen, in der schwierigen Situation durchzuhalten. Während dieser Zeit hat er auch das Distriktshaus für die Verwaltung gebaut, aber vor allem auch für die Mitbrüder, damit diese ein Zuhause haben. Ferner eröffnete er in dieser Zeit ein Seminar in Cruzeiro do Sul für junge Männer aus dem Landesinneren, die Spiritaner werden wollen. Wenn es heute in der Diözese Cruzeiro do Sul einheimische Priester gibt, ist das zum Teil auch sein Verdienst.

Nach seiner Amtszeit als Oberer ging P. Schader 1984 nach Manaus – Hauptstadt des Amazonas – und übernahm am Stadtrand die arme Pfarrei S. Francisco. Gleichzeitig begleitete er während des Philosophiestudiums junge Männer, die Spiritaner werden wollten, bis zum Noviziat.

1986 übernahm er von einem holländischen Mitbruder die Pfarrei Nossa Senhora da Gloria, ebenfalls am Stadtrand von Manaus gelegen. In dieser Zeit ernannte der Erzbischof von Manaus P. Schader auch zum Diözesanrichter.

1992 wurde P. Schader wieder zum Oberen des Ordensbezirkes Alto Juruá gewählt. Das bedeutete die Rückkehr nach Cruzeiro do Sul. Nach dreijähriger Tätigkeit übernahm er dann die große Pfarrei Nossa Senhora Aparecida mit vielen Außenstationen am Rande der Stadt Cruzeiro. Das was noch einmal eine Herausforderung. In einem Rundbrief vom November 1995 schreibt P Schader: „Es wird mir klar, dass meine Hauptaufgabe nur darin bestehen kann, Voraussetzungen zu schaffen, dass die Laien immer mehr den Dienst in die Hände nehmen können. Die Ausbildung der Laien wird wohl auf Jahre die erste Priorität haben.“

P. Schader lebte danach im Ruhestand in Cruzeiro do Sul, wo er noch für Aushilfen zur Verfügung stand und engen Kontakt zu seiner früheren Pfarrei Nossa Senhora Aparecida hielt. Mitte 2017 kehrte P. Schader nach Deutschland zurück und verlebte seinen Ruhestand in Knechtsteden. Nach schwerer Krankheit im Februar 2018 erholte er sich wieder. Im September 2020 wurde er mit einem Oberschenkelhalsbruch ins St. Josef-Krankenhaus in Neuss eingeliefert, wo er am späten Abend des 11. Oktober 2020 verstarb.


14.10.2020

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