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Pater Heinz Ropertz ist verstorben

Unser Mitbruder, Hubert Heinrich Ropertz, ist am frühen Nachmittag des 11. November 2020 friedlich eingeschlafen. Er stand im 62. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am Dienstag, den 17. November 2020, um 14.30 Uhr in Knechtsteden, 41540 Dormagen.

Pater Heinz Ropertz, CSSp

Pater Heinz Ropertz, CSSp

Unser Mitbruder, Hubert Heinrich Ropertz, wurde zusammen mit seiner Zwillingsschwester Martha am 13. Februar 1935 in Krefeld-Uerdingen als Sohn der Eheleute Heinrich Ropertz und Hubertine, geborene Op de Hip, geboren. Zuvor hatten seine Schwester Elisabeth und sein Bruder Willi das Licht der Welt erblickt. Der Vater war selbständiger Schneidermeister. Die Eltern lebten nicht im Reichtum, aber zufrieden und schenkten ihren Kindern Wärme, Geborgenheit und eine „erdverbundene“ Frömmigkeit.

Schon früh wurde in Heinz der Wunsch wach, Priester zu werden. So ging er am 16. April 1947 nach Knechtsteden in das neueröffnete Internat und tat den ersten Schritt in Richtung Priesterberufung „mit Furcht und Zittern“: Seine Eltern, die nie einen Zwang auf ihn ausübten, boten ihm an „Wenn Du nicht mehr willst, dann komm zurück!“ Aber alles ging gut.

Nach dem Abitur in Menden, 1957, ging Heinz ins Noviziat nach Heimbach und legte im April 1958 die ersten Gelübde ab. Danach begann er das Studium der Philosophie und Theologie an der Ordenshochschule Knechtsteden. Heinz wollte Priester sein für die Menschen mit ihren Sorgen, Nöten und Anliegen. Dabei leitete ihn das Bibelwort „Jeder Priester ist aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt.“ Der 1. Mai 1963, als er durch Weihbischof Wilhelm Cleven das Sakrament der Priesterweihe empfing, war für ihn ein Freudentag.

1964 erhielt er von der Ordensleitung den Auftrag, für das Internat in Knechtsteden Berufe zu werben. Seine Predigten und Schulbesuche zeitigten einen guten Erfolg. Gerne wäre P. Ropertz auch dem Ruf in die Mission gefolgt. Dass er sein gesamtes Priesterleben lang nie in die Missionen ausgesandt wurde, hat er häufig bedauert.

Nach der Schließung des Internates in Knechtsteden ging P. Ropertz auf eigenen Wunsch zum Studium nach Münster, das er nach vier Semestern mit einem Diplom für Christliche Sozialwissenschaften abschloss. Gleichzeitig besuchte er dort die Pädagogische Hochschule zum Erwerb der Lehrfähigkeit für Grund- und Hauptschulen in den Fächern Geschichte, Deutsch und Religion. 1970 bestand er das erste, 1971 das zweite Staatsexamen und begann seine Lehrtätigkeit in Hamm-Heesen an der Paul-Gerhardt-Hauptschule. Der Ausländeranteil an dieser Schule betrug 70%, zumeist türkische Schüler*innen. Er wurde Klassenlehrer in der Unterstufe und unterrichtete in fast allen Klassen Religion, Geschichte und auch Erdkunde. Diese Aufgabe erfüllte Pater Ropertz mit Zufriedenheit und auch mit Stolz. Seine Schüler gaben ihm den Ehrentitel „Pater der Osmanen“. 1998 wurde er pensioniert.

P. Ropertz verstand es, den Priester- und Lehrerberuf gut miteinander zu verbinden. An allen Sonn- und Feiertagen half er in Pfarreien aus und war so u.a. über 20 Jahre in der Gemeinde Liesborn, besonders in der Bauernschaft Liesborn-Göttingen als Aushilfspriester tätig. Das brachte ihm den Titel „Probst von Göttingen“ ein. An Wochentagen half er außerdem in einer Pfarrei in Hamm aus. Für Pater Ropertz waren dies die schönsten Jahre.

2003 ging P. Ropertz zurück nach Knechtsteden, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Er blieb jedoch nicht untätig, sondern übernahm einige Aufgaben für seine Mitbrüder; für lange Jahre auch die des Pförtners in Knechtsteden.

Im September 2020 erlitt P. Ropertz einen Schlaganfall und wurde sechs Wochen im Johanna-Etienne-Krankenhaus, Neuss behandelt. Ende Oktober wurde er auf die Krankenstation in Knechtsteden zurückgebracht und dort betreut und begleitet. Am frühen Nachmittag des 11. November 2020 ist er friedlich eingeschlafen.

Immer wieder hat P. Ropertz betont, dass Gott ihm ein erfülltes Leben geschenkt hat. „Alles war und ist Gnade“ pflegte er zu sagen, und „Gott hat mir die Gnade erwiesen, dass ich das Leben liebe“. In den Unterlagen, die er hinterließ, fanden wir einen Lebenslauf, den P. Ropertz mit folgenden Worten schloss: „So möchte ich alle jenen danken, die mich in meinem Leben begleitet haben und mir irgendwie nahestanden. Ich danke für die vielen aufmunternden Gespräche, für alle Sympathie und Freundschaft, die mir entgegengebracht wurden. Danken möchte ich allen, die mich getragen und ertragen haben.“


12.11.2020

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