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Notel in Köln

Unsere Mission gilt Menschen am Rand der Gesellschaft - in Deutschland und weltweit.

Das NOTEL - die Notschlafstelle für Drogengebraucher in Köln ist ein Beispiel für dieses Engagement.

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4. Sonntag in der Osterzeit A

Am heutigen vierten Sonntag der Osterzeit, auch Gutenhirtensonntag genannt, stellt Jesus sich uns als der gute Hirte vor, der für die Seinen sorgt. Zwischen Jesus und den Seinen herrscht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Seiner Stimme können wir folgen, ihm können wir uns anvertrauen.

Pater Emeka Nzeadibe, CSSp

Pater Emeka Nzeadibe, CSSp

Am vierten Sonntag der Osterzeit, auch Sonntag des guten Hirten genannt, beten wir jedes Jahr um gute kirchliche Hirten: um gute Hirten, Seelsorgerinnen und Seelsorger. Mehr denn je braucht unsere Kirche gute Hirten. Das heutige Evangelium und der Psalm beziehen sich explizit auf das Hirtendasein Gottes. Mit dem Bild vom Hirten und speziell mit dem Bild vom einzigen Zugang (Tür) zur Herde, wird die Mittlerfunktion Christi unterstrichen. Dabei stehen das seelische und leibliche Wohlergehen der ihm anvertrauten Menschen in den Vordergrund. Aber wer ist ein guter Hirt? Wen meinen wir, wenn wir vom guten Hirten sprechen? Diesen Fragen möchte ich mit euch nachgehen.

In Krisenzeiten und Gefahren sind wir Menschen dankbar für alle, die uns zur Seite stehen, die uns begleiten, die uns gut und sicher hindurchführen. Wir sind dankbar für alle, die ein klares Wort und wohltuende Geste finden, um der Krise zu begegnen. Wir freuen uns über diejenigen, die trotz der schwierigen Situation, eine gewisse Zuversicht vermitteln, Empathie ausstrahlen und Verantwortung übernehmen.

Das sind Fähigkeiten und Qualitäten, die erforderlich sind für jedes Leitungsamt, ja für jeden Hirtendienst. Mit Recht erwarten wir das auch von unseren Leitungen, auf allen Ebenen. Einsatz, Fähigkeit, Führungskompetenz, Empathie, Sachkenntnis sind Begriffe, die wir mehr und mehr in diesen Corona-zeiten hören. Wir zollen auch denen Respekt, und schenken denen unser Vertrauen, die sich als gute Krisenmanager, Leiter oder eben als gute Hirten erweisen.

Im alten Orient war das Bild des Hirten bekannt. Beim alten Volk Israel stand der König an der Spitze des Volkes. Er verstand sich als Hirte seines Volkes. Ihm standen Religionsverantwortliche, Priester zur Seite, die ihm in seiner Amtsführung halfen. Propheten waren die kritische Instanz dem König gegenüber und sorgten dafür, dass dieser seinen Hirtendienst in rechterweise wahrnimmt. Sollte er seinen Aufgaben nicht gerecht werden, wiesen ihm die Propheten zurecht. Diese Leitungsinstanzen sind aber nicht abgekoppelt vom Gott, der sie eingesetzt hat und in dessen Namen der Hirtendienst ausgeübt wird. Gott versteht sich als Obersthirte des Volkes und der Hirtendienst leitet sich von Gott ab.

Im Evangelientext, den wir gelesen haben, unterstreicht Jesus einige Krisensituationen, mit denen der Hirte konfrontiert ist, aber auch das enge Vertrauensverhältnis zwischen Hirten und Schafen. Ein guter Hirte bleibt bei seiner Herde und lässt sie nicht im Stich. Auch Leidenschaft zeichnet einen guten Hirten aus: „Denn ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes“. Außerdem weiß ein wahrer Hirte, zu unterscheiden und sich vorzusehen, dem Bösen zu verfallen. Jesus hat sein Leben für die Seinen hingegeben. In Krisenzeiten ist er nicht davongelaufen. Er zeigt der Herde, wohin der Weg führt und hält sie zusammen. Aber vor allem Gemeinschaft mit ihm verspricht Leben: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Damit treffen wir den Kern, die Kernbotschaft des heutigen Evangeliums: Leben schenken, Leben in Fülle.

Am Sonntag des guten Hirten und des Gebetes um geistliche Berufe tun wir gut daran, an all jene zu denken, die nach dem Vorbild des Guten Hirten ihre Lebenskraft für das Reich Gottes und für andere einsetzen. Es sind Menschen, die durch Ihr Tun Leben ermöglichen. Das sind Mitbrüder, die unterschiedliche Aufgabe übernehmen für das Wohl der Gemeinschaft. Das sind Priester, Diakone, Ordensleute, Religionslehrerinnen, oder auch einfache Christen, die ihre Berufung so auf Weise verwirklichen, dass andere zu einem guten Leben kommen. Ihnen gilt unser Dank.

Auch Mütter und Väter, die ihre Elternschaft als Berufung wahrnehmen gehören dazu. Nicht zuletzt alle, die in der aktuellen Corona-Krise andere Mut machen, sie zur Seite stehen, sie begleiten, gut und sicher hindurchführen. Sie leiten, führen und handeln damit wir und andere das Leben haben und es in Fülle haben. Danke allen, die in den Fußstapfen des Guten Hirten Jesus ihren Weg gehen. Amen

Pater Emeka Nzeadibe, CSSp

4.Ostersonntag A_Predigt


03.05.2020

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