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Spiritaner in Haiti

Die Mehrzahl der Menschen in Haiti leben seit Jahrzehnten in großer Armut. Das schwere Erdbeben 2010 hat diese Situation nochmals verschärft.

Wir Spiritaner sind bereits seit langer Zeit in Haiti tätig. Mit materieller und seelsorglicher Hilfe versuchen wir die schlimmste Not der Menschen zu lindern.

„Zeit mit den Kindern verbringen zu können, bereitete mir Freude!“

Von 2018 bis 2019 lebte und arbeitete Lukas Gerdiken als Missionar auf Zeit (MaZ) mit den Schwestern des Unbefleckten Herzens Mariens in Maguguni, Kenia. Der 19-jährige Abiturient aus Paderborn brachte sich in ein Kinderheim sowie ein Krankenhaus und eine Schule ein. In einem Kurzinterview mit Pater Samuel Mgbecheta, CSSp, beschreibt er rückblickend seine Auslandsmissionstätigkeit.

Lukas bei der Arbeit.

Lukas bei der Arbeit.

P. Samuel: Wie ist es dir während deines Einsatzes ergangen?

Lukas Gerdiken: Ich fühlte mich in meinem Einsatz total wohl. Da ich mit meiner kleinen Gemeinschaft direkt im Kinderheim lebte, war immer was zu tun, alle waren herzlich, und ich konnte meine Zeit im Projekt in vollen Zügen genießen, auch, wenn es mal sehr stressig werden konnte.

P. Samuel: Mit welchen Aufgaben warst du betraut? Hast du sie allein erfüllt?

Lukas Gerdiken: In meinen Aufgaben war ich unterstützend tätig und arbeitete nach Einsatzplan mit den verschiedenen Angestellten in verschiedenen Abteilungen. Ob es das Waschen der Kinderkleidung war, das Betreuen der Kleinkinder oder das Kochen der Mahlzeiten für die Kinder. Überall arbeitete ich mit den Angestellten zusammen, welche immer ganz glücklich waren, dass sie schneller fertig waren, wenn ich mithalf.

P. Samuel: Wie wurdest du aufgenommen?

Lukas Gerdiken: Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich schätze mal, dass dies auch daran lag, dass vor mir schon eine Reihe MaZler in dieser Stelle waren und die Leute vor Ort wussten, welche Startschwierigkeiten man haben kann. Somit wurde mir alles nach und nach gezeigt, und ich konnte mich langsam, aber sicher hier einleben.

P. Samuel: Inwieweit waren die MaZ-Vorbereitungskurse hilfreich?

Lukas Gerdiken: Die Vorbereitungskurse waren ein elementarer Bestandteil meines Jahres, da ich sonst ins kalte Wasser geschmissen worden wäre. Somit konnte man sich schon vor der Konfrontation mit gewissen Situationen und Problemen, auf diese vorbereiten und auch lernen, mit diesen umzugehen. Dabei ging es zum Beispiel um die Begegnungen mit Menschen, welche eine andere Sprache sprechen, oder generell als Weißer immer und überall hervor zu stechen.

P. Samuel: Was konntest du während deines Auslandseinsatzes erreichen?

Lukas Gerdiken: In diesen 12 Monaten im Ausland ist es mir gelungen, mich in einem fremden Land mit fremder Sprache zurechtzufinden. Außerdem hatte ich eine Arbeit, die mich sehr erfüllte, in der ich den Alltag der Kinder bereichern konnte. Das war zwar nichts Weltbewegendes, aber das musste mein Einsatz ja auch gar nicht sein.

P. Samuel: Mit welchen Herausforderungen und Schwierigkeiten warst du konfrontiert?

Lukas Gerdiken: Vor allem am Anfang war mein Alltag voller Herausforderungen, die gemeistert werden mussten. So musste ich erst einmal herausfinden, wie ich von A nach B komme, um diverse alltägliche Dinge zu erledigen, sei es ein Einkauf oder der Besuch beim Frisör. Auch eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, war nicht sehr leicht und hat sehr lange gedauert. Diese Schwierigkeiten konnte ich aber mit Hilfe meiner Chefin und der Angestellten lösen, welche mir immer zur Seite standen und mir gerne alles erklärt haben.

P. Samuel: Was hat dir in deinem Einsatz Freude bereitet?

Lukas Gerdiken: Was mir besonders Freude bereitete, war mit den Kindern Zeit verbringen zu können, mit ihnen zu lachen und das Strahlen in ihren Augen zu sehen. Außerdem erfüllte es mich, die Kinder zu sehen, wie sie meinen Namen riefen und auf mich zu rannten oder robbten, wenn ich länger nicht da war oder auch nur wenn sie mich das erste Mal am Tag sahen.


07.10.2019

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