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Pater Gregor Lutz ist verstorben

Unser Mitbruder ist am 5. September 2019 im Alter von 88. Jahren in Neuss gestorben. Er stand im 64. Jahr seines Ordenslebens. Exequien und Beerdigung sind am 11. September 2019, um 14.30 Uhr in der Basilika Knechtsteden, 41540 Dormagen.

Pater Gregor Lutz, CSSp

Unser Mitbruder Gregor Karl Lutz wurde am 29. März 1931 in Dreis-Tiefenbach, als Sohn der Eheleute Johann und Maria Rosa Lutz geboren. Er besuchte zunächst die Volksschule in Dreis-Tiefenbach und begann dann eine Ausbildung in einer Anwaltskanzlei. Als er sich berufen fühlte, Missionar zu werden, ging er zwei Jahre auf die Missionsschule in Broich, die nach dem Krieg seit 1948 Spätberufenen jungen Leuten Gelegenheit bot, den Missionarsberuf anzustreben. 1951 war er in Menden im Sauerland, wo die Spiritaner die Oberstufe des Spiritanergymnasiums die ganze deutsche Provinz errichtet hatten.

Nach dem Abitur 1954 ging er ins Noviziat nach Heimbach. Die erste Profess machte er dort 1955 und siedelte über nach Knechtsteden. Schon auf dem Gymnasium zeigte es sich, dass Gregor besonders begabt war. Beim Hochschulstudium konnte er seine Kapazität entfalten. Was Gregor einmal gehört oder gelesen hatte, war bei ihm gespeichert und er lernte Zusammenhänge zu bündeln. Er wurde nach Rom zum Studium geschickt, danach kam er nach Köln. Nach Studium und Priesterweihe 1960 in Rom gab Gregor seinen Einstand als Professor in Knechtsteden. Nach einigen Jahren spezialisierte er sich in der Feier des Glaubens, in der Liturgie. 1969 promovierte er in dieser Disziplin. Schon nach wenigen Wochen ging er in die Mission nach Brazzaville, im ehemaligen französischen Kolonie, um dort im Priesterseminar zu dozieren.

Schließlich übersiedelte er ein Jahr später nach Sao Paulo in Brasilien. Es war, als ob man auf ihn gewartet hätte. Gregor kam, sah und machte sich an die Arbeit der Hochschulausbildung in der Stadt São Paulo. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung als Spezialist in Liturgie war er bald nach seinem Sprachstudium der anerkannte beste Liturge in Brasilien. Und so fing Gregor so richtig an, seine Talente zu zeigen. Die Bischofskonferenz in Brasilien übertrug ihm die Leitung des Ressorts Liturgie. Das Breviergebetbuch für das ganze Liturgische Jahr hat er in einem Band herausgegeben. Wegen des Umfangs dieses Gebetbuchs nannte man es „der Ziegelstein des P. Gregorio“. Gregor dozierte Liturgie in verschiedenen Hochschulen, konnte Liturgiestudenten den Doktortitel verleihen. Er veröffentlichte handliche Anleitungen zur Spendung der Sakramente, gründete Teams aus, um in der ganzen Erzdiözese Sao Paulo Tauf- und Firmkurse zu geben. Er persönlich leitete auf Anfrage Liturgiekurse für Laien. Dazu übernahm er die Leitung des spiritanisch-brasilianischen Priesterseminars in Sao Paulo.

Bei all seinem Wissensdrang hat er nie vergessen, dass es sein Hauptziels war, Missionar zu werden, also vor Ort Seelsorger in schwierigen Gebieten zu sein. So legte Gregor an den Wochenenden seine Ausbildungs- und Professorentätigkeit in die Schublade, zog an den Rand der Ausfallstraßen der Riesenstadt Sao Paulo und kümmerte sich in vielen kleinen Hüttenansammlungen um große Familien aus dem Hinterland, die wie viele auf der Suche waren, ein besseres Leben und eine bessere Zukunft für ihre Kinder in der Stadt São Paulo zu finden. Dort war Gregor der unermüdliche Helfer in allen Nöten. Seel-und Mehlsorger war Gregor. Sein Name hat bleibende Spuren in der von ihm aufgebauten Gemeinde São Pedro hinterlassen. Als eine Reihe Bewohner von Behelfsunterkünften von der Stadt aus in neue Reihenhäuschen umgesiedelt wurden, bestanden die Neusiedler darauf, die Straße "P. Gregor Karl-Lutz-Straße" zu benennen.

Der im Vorjahr eingeweihte große neue Kindergarten trägt ebenfalls seinen Namen, denn er ist der offizielle Ersatz der Betreuungseinrichtung, die Gregor vor vielen Jahren provisorisch geschaffen hatte, um Mütter die Möglichkeit zu geben, sich in der gewonnenen Freizeit wenigstens etwas zu verdienen. Auch die Kolpingsfamilie in Sao Pedro trägt seinen Namen, da sie in Anbindung an die brasilianische Kolpingsfamilie mithelfen soll, dass die Hilfen für die Bedürftigen der Pfarrei dauerhaft weitergehen.

P. Gregorio war ein rastlosester Arbeiter im Weinberg des Herrn. Im Alltag von Gregor gab es keine zehn Minuten ohne eine bestimmte Arbeit. Er war nicht leicht im alltäglichen Umgang. Bis in die kleinsten Einzelheiten wurde alles diskutiert. Immer hatte er Pläne, er funktionierte immer.

Gregor hatte lang und tapfer mit dem Krebs gekämpft. Als er im Sommer diesen Jahres auf Heimaturlaub nach Deutschland kam, wurde er mehrere Wochen im Marienkrankenhaus in Siegen medizinisch behandelt. Selbst hier in Deutschland im Krankenhaus hatte Gregor seine Vorstellungen für die Zukunft. Er schien keine Zeit zu haben, um zu sterben. Er wurde später in eine Kurzeitpflege gebracht bis ein Platz für ihn im Immaculatahaus Altenpflegeheim Neuss gefunden werden konnte. Er durfte nur zwei Wochen, Tag für Tag im Immaculatahaus leben, bis der Herr ihn am Nachmittag des 5. September 2019 im Alter von 88 Jahren zu sich rief.

Autor: Pater Emeka Nzeadibe, CSSp

Todesanzeige_Pater Lutz


08.09.2019

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