Suche
Missionarin auf Zeit

Im Projekt "MissionarIn auf Zeit" (MaZ) bietet jungen Menschen die Möglichkeit in einem zeitlich befristeten Aufenthalt mit einer religiös geprägten Lebensgemeinschaft Erfahrungen in einer anderen Kultur zu machen.

Der Aufenthalt kann als Freiwilligendienst im Ausland angerechnet werden.

weitere Infos...

Ein Leben im Dienst der anderen

Bekannt wie ein „bunter Hund“ ist Pater Albert Claus, der am Mittwoch dem 14. August 2019 im Kreis seiner Mitbrüder und der Mitarbeiter seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Eine bescheidene, frohe Feier im vertrauten Kreis – ganz so, wie es der Vorliebe des Jubilars entspricht. Dieser antwortet, darauf angesprochen, wie er sich an seinem Festtag fühle, verschmitzt lächelnd: „Och, danke, am liebsten gut.“ Selbst die kurzen Ansprachen von Pater Emeka Nzeadibe, dem Superior des Hauses, und P. Innocent, dem Regionaloberen, scheinen dem bescheidenen Spiritaner, der nie viel Aufhebens um seine eigene Person machte, sondern immer „ans große Ganze“ dachte, verlegen zu machen.

Stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm.

Auch die Stadt Dormagen ließ es sich nicht nehmen dem Jubilar, vertreten durch den Stellvertretenden Bürgermeister Hans Sturm, zu gratulieren.

In dem Jahr, in dem die Weltwirtschaftskrise ihren Anfang nahm und die freie Ausübung des katholischen Glaubens in Preußen durch ein Konkordat sichergestellt wurde, genauer am 14. August 1929, wird in Speyer Albert Claus geboren. Weder sein Vater Hermann noch seine Mutter Maria Claus und wohl auch nicht Pater Clemens, der den Schüler Claus 1946 an spiritanereigene Heilig-Geist-Gymnasium in Menden vermittelte, ahnten wohl, was aus dem stillen Jungen, einmal werden wird. Kaum ein Amt in der deutschen Provinz, für das seine Mitbrüder Pater Claus nicht für geeignet hielten: Internatsleiter im Missionskonvikt Speyer direkt nach seiner Priesterweihe 1961, dann Superior des Konviktes bis er 1975 von seinen Mitbrüdern zum Oberen aller deutschen Spiritaner gewählt wird. Ein Amt, dass Pater Claus so gut ausfüllt, dass seine Mitbrüder ihn mit einer Ausnahmegenehmigung des Generalates vier Mal, anstelle der eigentlich zulässigen zwei Mal zu ihrem Oberen wählen. Nach zwölfjähriger Amtszeit übertragen die Mitbrüder ihm als Superior die Leitung des Missionshauses Knechtsteden, dann die Verantwortung für die Ausbildung des Ordensnachwuchses im Studienhaus in Hangelar (1994).

Pater Albert Claus feiert im Kreis seiner Mitbrüder und der Mitarbeiter seinen 90. Geburtstag.

Eine Feier in froher Runde mit Mitbrüdern und Mitarbeitern ist für Pater Albert Claus sicher das schönste Geschenk zu seinem Geburtstag gewesen.

Seit 1990 ist Pater Claus zudem als Missionsprokurator die Kontaktstelle für die Mitbrüder in Übersee. Mit umsichtiger Fürsorge für seine Mitbrüder in Übersee, aber auch die Spender und die Mitarbeiter der Missionsprokur versieht der lebensfrohe Pfälzer dieses Amt. Nächtelang tippt er auf seiner Schreibmaschine Briefe an Missionare und Spender sowie Anträge an Hilfswerke; er besucht die Mitbrüder regelmäßig an ihren Einsatzorten, um ihre Sorgen und Nöte kennenzulernen, knüpft Kontakte, sammelt Spenden und kümmert sich darum, dass Rückkehrer und Urlaubermissionare in Knechtsteden stets ein Zuhause vorfinden.

Seine Begeisterung für eine feierliche Liturgie, die immer auch vom offenen Geist der Weltkirche geprägt war, und seine offene Art auf Menschen zuzugehen, ebenso wie sein Sinn fürs „Schön- und Gemütlichmachen“ kommen ihm auch bei seiner Aufgabe als Rector an der Wallfahrtsbasilika in Knechtsteden (ab 1996) zugute.

Als er mit rund 80 Jahren in den Ruhestand geschickt wird, fällt dem „Kümmerer“ Pater Claus der Abschied von seinen Aufgaben sichtlich schwer. Aber er wäre nicht er selbst, hätte man ihn nicht nach kurzer Zeit schon wieder zurückhaltend, bescheiden und stets gut gelaunt antreffen konnte. Selbst stets bemüht, das Leben seiner Mitbrüder und Mitmenschen so angenehm und sorglos wie möglich zu machen, verbringt Pater Claus im Missionshaus ein zurückgezogenes und sehr anspruchsloses Leben.

Bleibt nur ihm und seinen Mitbrüdern zu wünschen: Ad multos annos, Pater Claus!

 

Autor: Belinda Peters


15.08.2019

zurück...

facebook

powered by webEdition CMS