Veröffentlichungen

anlässlich des Jubiläums in der Missionszeitschrift kontinente, die die Spiritaner mit 23 weiteren Ordensgemeinschaften herausgeben.

Ausgabe Januar/Februar 2002
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Geschichte der
Kongregation vom Heiligen Geist von 1703 - 1848
Sich ganz den Armen widmen

Am 27. Mai, Pfingsten 1703, geben Claude Francois Poullart des Places und 12 Seminaristen in der Kirche St. Etienne-des-Grès in Paris vor der Statue "unserer Lieben Frau de la délivrances" ihr erstes öffentliches Versprechen ihre Leben ganz dem Dienst der Armen zu weihen.
Für die Nachwelt ist das der Gründungstag der "Kongregation vom Heiligen Geist und der Unbefleckten Jungfrau Maria", wie es uns in einem Dokument aus dem Jahr 1734 überliefert wird. Durch die Wirren der Französischen Revolution wurden fast alle Dokumente und schriftlichen Erinnerungen zerstört, so dass wir nicht mehr viel über den genauen Ablauf der Anfänge der Kongregation wissen.
Bei diesem Anlass war der junge Claude Francois selbst noch Student. Er wurde erst 1707 zum Priester geweiht. Doch die Gründung war notwendig, weil immer mehr Studenten zu ihm kamen und sich der Gemeinschaft unter seiner Führung anschlossen. Im Jahre 1709, in dem Claude Francois bei einer Hungerepidemie am 2. Oktober stirbt, sollen es schon knapp hundert Mitglieder sein.

Zeichen gegen den Reichtum -
Option für die Armen

Claude Francois hatte mit 21 Jahren schon ein exzellentes Examen der Rechtswissenschaft abgelegt und eine brillante Karriere vor sich. In dieser Situation entschließt er sich für das Ideal der Armut und will Priester werden. Ganz Paris schüttelt den Kopf und lacht über ihn. Doch sein Ideal zog die jungen Menschen an. In einer Umgebung von Reichtum und Luxus suchten sie nach einer Lebensalternative.

Was ist das besondere an dieser Gemeinschaft? Es dürfen nur mittellose Studenten eintreten, die das Studium nicht selbst bezahlen können, oder solche, die ihr Geld ganz in den Dienst der Gemeinschaft stellen.
Akademische Grade und Ehrenämter werden nicht angestrebt. Sie wollten sich ganz den Armen widmen und besonders dorthin gehen, wo die Kirche nur schwerlich Arbeiter findet. Das Studium machen sie bewusst bei den Jesuiten und nicht an der Sorbonne. Wie arm sie sind, zeigt die Tatsache, dass sie für ihren Unterhalt betteln müssen und im Spott und Hohn der reichen Studenten die "Restefresser" genannt werden, weil sie oft essen, was bei den Jesuiten übrig bleibt. Stadtbekannt wird Pater Pierre Caris, der wie Vincenz von Paul sich ganz mit den Armen identifiziert.

Wie bei vielen Ordensgründungen lebt der Gründer sehr stark sein Charisma, sein Berufung! Bei Claude Francois war es die aus dem Evangelium inspirierte Solidarität mit den Armen. Die für eine dauerhafte Gemeinschaft notwendige Struktur wird in der zweiten Generation geschaffen. Der unmittelbare Nachfolger von Claude Francois war Jacques Garnier. Nur zehn Monate war er im Amt, dann starb er schon.

Konsolidierung des Ordens und Ausbau des Mutterhauses
Ihm folgte Louis Bouic, der bei der Wahl erst Diakon war. Er sollte für 53 Jahre die Geschicke der Kongregation leiten und hatte auch das notwendige Talent dazu. Unter seiner Führung wurde das heutige Mutterhaus in der Rue Lhomond in Paris erworben und ausgebaut; die erste "Ordensregel der Kongregation vom Heiligen Geist", die 1734 in Kraft trat, wurde geschrieben. Die jungen Priester, die aus dem Seminar hervorgingen hatten hohe Ideale, waren sehr gut ausgebildet und leisteten hervorragende Arbeit.

Schnell wurden sie bekannt und wurden bei den französischen Bischöfen begehrt. Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erreicht auch die reichen Leute. König Ludwig der XVI. schreibt eine Jahresrente aus, ein Priester vermacht der Kongregation ein großes Erbe, auch Kardinäle und Bischöfe vermachen der Gemeinschaft Geld.
Das ist auch nötig, denn das Seminar hat in dieser Zeit immer mehr als hundert Studenten.

Mitglieder der Kongregation waren immer nur wenige: Da das ursprüngliche Ziel die Priesterausbildung armer Studenten war, gehörten nur die unmittelbar mit der Ausbildung befassten Priester dazu. Die ausgebildeten Priester konnten sich ihr Arbeitsfeld selbst aussuchen. Viele gingen in die französischen Diözesen, weswegen sich bei den Bischöfen mit der Zeit die Meinung bildete, das "Seminaire du Saint Esprit" (Seminar vom Heiligen Geist) sei ein zentrales Priesterseminar der französischen Diözesen. Viele gingen auch in die Kongregation von Grignon de Montfort, blieben aber dem Geiste Poullart des Places verbunden.

Andere stellten sich dem Kolonialminister zur Verfügung, der für die "missions etrangères", die ausländischen Missionen zuständig war, um in den Kolonien ihren Dienst zu tun. Auch hier waren sie wegen ihrer guten Bildung und ihres Eifers geachtet. Sieben von ihnen wurden in den Kolonien Chinas zu Bischöfen geweiht, unter ihnen Edmund Bennetat, Bischof von Camobodja und Francois Pottiers, der als Begründer der Mission in Szechwan/China gilt.
In Nordamerika sind zwei von ihnen als Begründer der Mission unter den Miqmaq (Peter Maillard) und Algonkins (John LeLoutre) bekannt.

"Im Dienste der Kolonien":
Die Jahre 1806 bis 1848

Die französische Revolution bedeutete für das Seminar einen harten Bruch. Das Haus wurde geschlossen und die Seminaristen verloren sich. Erst unter Napoleon, wohl auf Betreiben von Papst Pius VII., anläßlich seines Besuche in Paris zur Kaiserkrönung, wurde das Seminar vom Heiligen Geist wieder zugelassen und neu eröffnet (1805), allerdings mit der einengenden Maßgabe, Priester für die Kolonien auszubilden. Diese Aufgabe konnte das Seminar allein nicht ohne weiteres leisten, denn die personellen Anforderungen waren zu hoch. Um für alle französische Kolonien die notwendigen Priester bereitstellen zu können, waren sie darauf angewiesen, in den Diözesen und den Seminaren der Bischöfe Missionare anzuwerben. Damit war der Ausbildungsstand und die Spiritualität, wie sie dem Gründer vorschwebten, nicht mehr gesichert. Angesichts dieser Schwierigkeiten, verantwortlich zu sein für viele Missionsgebiete, aber die notwendigen Priester dafür nicht zu haben, eröffnete sich eine Alternative: Die Zusammenarbeit mit einer anderen Ordensgemeinschaft, die viele Mitglieder, aber keine eigenen Missionen hat: Die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens, die Söhne Libermanns.

Die Mission geht weiter:
Der Zusammenschluss zweier Kongregationen

Die Zusammenführung mit dieser jungen Gemeinschaft geschieht am 23. September 1848. Von nun an ging es mit der Kongregation vom Heiligen Geist unter dem Schutz des Unbefleckten Herzens Mariä aufwärts. Pater Franz Maria Paul Libermann zieht als 11. Superior in das Seminar vom Heiligen Geist, in die Rue Lhomond. Hier hat der Orden auch heute noch sein Mutterhaus, das Generalat (die Ordensleitung) wurde in der Zwischeneit nach Rom verlegt.

Pater Bruno Trächtler, CSSp



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