Pater Daniel Brottier
"Vater der Waisen"

P. Daniel Brottier "Für Gott ist nichts unmöglich - vertraue auf ihn und du hast gewonnen!" Mit dieser festen Überzeugung ging Pater Daniel Brottier seine Arbeit als Missionar, Baumeister, Militärseelsorger und Vater der Waisenkinder an. Er war ein Pädagoge des Vertrauens, der liebt und imponiert.

Daniel Brottier wurde am 7. September 1876 in La Ferté, Saint-Cyr, geboren. "Ich werde Papst" sagte er, noch bevor er in die Schule ging. Mit 11 Jahren tritt er ins kleine Seminar in Blois ein. Am 22. Oktober 1899 wird er von Bischof Laborde von Blois zum Priester geweiht.

Drei Jahre lang unterrichtet Abbé Brottier an der freien Schule von Pontlevoy. Aber das ihm zugewiesene Tätigkeitsfeld ist ihm zu klein, zu eingeschränkt. Sein apostolischer Eifer drängt über die ihm gesetzten Grenzen hinaus. Deshalb tritt Daniel Brottier im Jahre 1902 in das Noviziat der französischen Spiritaner in Orly ein. 1903 senden ihn die Ordensoberen nach Dakar im westafrikanischen Senegal. Hier beginnt der junge Missionar sein Grosstadtapostolat: unter vernachlässigten Mulatten, bei der Grosstadtjugend, bei den Menschen der Pfarrgemeinde Saint Louis. Er widmet sich zunächst der Jugendarbeit und erweckt sie zu neuem Leben und übernimmt die Leitung der Singschule. Er ist schon damals so weitsichtig, daß er eine Pfarrzeitung "UNIR" (Vereinigung) gründet, die bis heute besteht.

Schwer krank muß er 1911 nach Frankreich zurückkehren. Bischof Jalabert von Dakar bittet ihn, Geld für den Bau einer Kathedrale in Dakar aufzubringen. Sie soll das "Souvenir Africaine" werden, zur Ehren all der Spiritaner, die in Westafrika ihr Leben im Dienst an der Ausbreitung des Evangeliums eingesetzt haben.

P. Brottier geht ans Werk. Er errichtet ein Sekretariat für Öffentlichkeitsarbeit. Er entwickelt moderne Werbetechniken. Der Erste Weltkrieg unterbricht diese Aufgabe. Brottier wird zum Feldkaplan ernannt und überlebt den Krieg mit vielen Auszeichnungen geehrt. In den Schützengräben an vorderster Front spendet er Trost und stärkt die Moral durch sein Wort und sein Beispiel; er nimmt Geständnisse entgegen und hört geduldig zu.

Sofort nach Kriegsende setzt er seinen Werbefeldzug für die Finanzierung der "Souvenir Africaine" - Kirche fort. Am 2. Februar 1936 wird die Kathedrale in Dakar von Kardinal Verdier, dem päpstliche Legaten geweiht. P. Brottier ist bei dieser Zeremonie nicht dabei.

1923 berief ihn Kardinal Dubois von Paris in die Leitung des Waisenhauses von Auteuil. Mit der ihm eigenen Schaffenskraft geht P. Brottier ans Werk. "La France Illustrée", die Wochenzeitschrift des Werkes, benutzt der neue Leiter, um die damals gerade selig gesprochene Theresia vom Kinde Jesu bekannt zu machen und um über sie einen Freundeskreis für die Waisenkinder und Jugendlichen aufzubauen.

Nicht nur die Zahlen schnellen in die Höhe: 1923 waren es 170 Waisen und Lehrlinge, 1936 bereits 1.400, heute sind es mehr als 3.000. P. Brottier bemüht sich um die Eingliederung seiner Schützlinge in die französische Gesellschaft. Er unterhält Landhäuser, um sie zu selbständigen Bauern zu erziehen. Er erweitert die handwerklichen Lehrbetriebe. Am wichtigsten aber ist ihm die geistlich-religiöse Prägung "seiner" Jugendlichen.

P. Brottier erkrankt am 2. Februar 1936, genau am Abend des Tages, an dem in Dakar die Kathedrale eingeweiht wird. Am 28. Februar 1936 stirbt er. Sein Werk ist mit seinem Tod nicht zu Ende, es geht bis heute weiter in seinem Geiste und unter Mitarbeit der Spiritaner.
Geschichte
Die Anfänge
In Deutschland

Gründer
Poullart des Places
Libermann
Galerie der Gründer

Selige
P. Jakob Laval
P. Daniel Brottier
P. Amandus Acker



Gedenktag
von P. Brottier
ist der 28. Februar.
 
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