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Wir gedenken
in Dankbarkeit und Liebe
unsres Mitbruders Isidor - Maria Wartenberg
Unser am 29. Juli 2009 verstorbener Mitbruder wurde am 19. Juni 1925 als Sohn des Landwirtes Karl Wartenberg und seiner Ehefrau Christine in Vinkrath am Niederrhein geboren. Mit drei Schwestern und zwei Brüdern wächst Heinrich - so sein Taufname -dort auf. Neben der Landwirtschaft betreiben die Eltern eine kleine Gaststätte mit einem Saal für Veranstaltungen, wie Tanz und Theater. Hier erlernte Heinrich seinen Humor und seine Frohnatur. Nach der Schule hilft er auf dem elterlichen Hof mit und besucht die Landwirtschaftsschule. Mit gerade 18 Jahren wird er zum Militär eingezogen. Seine Soldatenzeit dauert zwei Jahre, die russische Gefangenschaft nur zwei Tage. Dem damaligen Unteroffizier gelingt mit einem Mitgefangenen die Flucht aus dem Lager. Es zieht ihn nach Hause, zum elterlichen Hof, den er völlig abgebrannt vorfindet. Eine harte Zeit des Wiederaufbaus beginnt. Gleichzeitig ringt der junge Mann mit sich. Er ist sich nicht sicher, welchen Platz Gott für ihn vorgesehen hat.
Es vergehen Jahre, in denen Heinrich Wartenberg wieder und wieder betet: "Herr, zeige mir, wo du mich hinhaben willst." Ganz plötzlich ist sich Heinrich sicher: Er fühlt sich zum Ordensmann berufen. Als Bruderaspirant kommt der inzwischen 26-jährige nach Knechtsteden. Bei der Profess im Jahre 1954 erhält er den Ordensnamen Isidor-Maria.
1964 wird Bruder Isidor-Maria nach Brasilien gesandt, in den Süden nach Salete im Staat Santa Catarina. Auf dem Morro de Salete, wo ein Brüderwerk errichtet werden soll, ist Bruder Isidor-Maria für die Landwirtschaft verantwortlich. Und da ihm der Schalk hinter den Ohren sitzt, gibt es nach einem langen Arbeitstag an den Abenden auch keine Langeweile für seine Mitbrüder. Schnell bekommt der junge Bruder einen Spitznamen: BIM - ein Kürzel aus den Anfangsbuchstaben seines Ordensnamens Bruder Isidor Maria.
Sieben Jahre später finden wir Br. Isidor-Maria am Seminar der Spiritaner in Sao Paulo. Hier ist er als Hausmeister und Mädchen für alles eingesetzt. Wegen seiner frommen und zugleich fröhlichen Art ist er bei den Studenten schnell beliebt. Gefragt sind auch seine Fähigkeiten als Unterhalter, die Bruder Isidor-Maria bis ins hohe Alter beibehalten hat. Sein Vorrat an Liedern, Reimen und Schnurren, die er aus dem Stehgreif rezitieren kann, scheint unendlich.
Schließlich wird Br. Isidor-Maria noch einmal versetzt. Ab 1979 setzt er alle seine Kenntnisse und Fähigkeiten für geheilte Leprose in dem Dorf Primavera bei Curitiba ein. 1999, nach 35-jähriger Missionstätigkeit, kehrt er nach Deutschland zurück.
Im Missionshaus Knechtsteden findet er mit seiner zurückhaltenden, aber aufgeschlossenen und stets freundlichen Art, schnell Anschluss.
Unter den alten und kranken Mitbrüdern fühlt er sich wohl, findet ein Zuhause. Doch die körperlichen Gebrechen nehmen im Laufe der Jahre immer mehr zu, sodass Br. Isidor schließlich an den Rollstuhl gebunden ist. Seine geistige Frische jedoch und sein Humor, den er bis zum Ende behält, helfen ihm, die Behinderungen und Schwächen zu ertragen. So ist er seinen Mitbrüdern im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Beispiel an Geduld, Frömmigkeit und Lebensfreude.
Wir, seine Mitbrüder, Verwandte und Freunde halten ihn in guter Erinnerung und beten für ihn.
Herr Jesus Christus, du hast allen, die um deinetwillen auf eigenen Besitz und eine Familie verzichten, das Hundertfache in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben versprochen. Wir bitten dich für unseren Bruder Isidor-Maria.
Gläubig hat er deinen Ruf vernommen und ist dir nachgefolgt. Verzeih ihm, was in seinem Leben dieser Berufung nicht entsprochen hat. Lass ihn eingehen in deine Freude, die alle Vorstellungen übertrifft. Denn du bist gut und menschenfreundlich; dich preisen wir mit dem Vater und dem lebensspendenden Heiligen Geist in alle Ewigkeit. Amen.
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Die Exequien und die Beerdigung
finden am 04. August 2009, um
14.00 Uhr in Knechtsteden statt.
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