Veröffentlichungen

anlässlich des Jubiläums in der Missionszeitschrift kontinente, die die Spiritaner mit 23 weiteren Ordensgemeinschaften herausgeben.

Ausgabe Januar/Februar 2002
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Einige Stimmen zur Bedeutung Libermanns
für heutige Menschen

Johannes Klippel (64),
Rommerskirchen, Rentner, fühlt sich dem Kloster Knechtsteden eng verbunden

Welche Rolle spielt Franz Maria Paul Libermann in Ihrem Leben?
Pater Libermann ist mir Vorbild und Ansporn, dass Gott nicht nur mit meinem Sonntag, sondern auch mit meinem Werktag zu tun hat. Das heißt, ich bin in seinen Händen, von ihm umgeben und durchdrungen in meinem Leid und Schmerz, in meiner Freude, mit meiner Schuld und meinem Versagen, mit meiner Liebe und Sehnsucht. Gott will mein Heil und meine Befreiung.

Welche seiner Ideen hat auch 150 Jahre nach seinem Tod nicht an Aktualität verloren?
Sein unerschütterliches Vertrauen zu seinem Gott. Wie er in seiner Gegenwart und aus seiner Gegenwart sein Leben lebte. Pater Libermanns Reden, Denken und Handeln, seine Tiefen und Höhen, seine Liebe und seine Leiden, sein Schmerz und seine Freuden, alles war von diesem seinem liebenden und gütigen Gott durchdrungen.


Schwester Paulette Dechamps (69),
Provinzoberin der Spiritanerinnen von Frankreich

Welche Rolle spielt Franz Maria Paul Libermann in Ihrem Leben?
Pater Libermann hat mich fast mein ganzes Leben begleitet. Mit zwölf Jahren habe ich das erste Mal seine Biographie "Vom Rabbinersohn zum Negerapostel" gelesen. Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Bei der Lektüre des Werks erhalte ich jedesmal neue Impulse für mein Leben. Man kann seine rund 3000 Briefe nicht richtig verstehen, wenn man sein Leben nicht gut kennt. Seine Geduld in der Krankheit, seine Offenheit trotz seiner strengen jüdischen Erziehung... Vom Rabbinersohn zum Missionsgründer - dies sagt für mich alles, besonders auch was die Gnade Gottes im Herzen eines Menschen bewirken kann, wenn er offen ist für Gott. Pater Libermann ist für mich ein Vorbild und ganz sicher auch Wurzel meiner Berufung zum Ordensleben.

Welche seiner Ideen hat auch 150 Jahre nach seinem Tod nicht an Aktualität verloren?
Pater Libermann hat uns noch viel zu sagen: Er ist eingetreten für soziale Gerechtigkeit und gegen Rassismus und Intoleranz. Sein "allen alles werden" ist ein Plädoyer für Offenheit gegenüber anderen Kulturen.
Heute wollen Menschen vielfach "alles auf einmal". Diesem Egoismus hat er die Gelassenheit entgegengesetzt, mit Geduld und Vertrauen auf Gott zuzugehen. Gleichzeitig fordert er uns auf, in unserer kalten Welt "heilige Brandstifter" zu werden, die im praktischen Alltag mit Gott vereint sind.


Pater Rogath Kimarjo (45),
Tansania, derzeit Mitglied des Generalrats der Spiritaner in Rom, zuständig für die Ausbildung

Welche Rolle spielt Franz Maria Paul Libermann in Ihrem Leben?
Als Afrikaner sehe ich in Libermann einen Freund und Befreier. Er gründete seine Kongregation für die Liebe der Ärmsten und Verlassensten.
Er liebte die Afrikaner und setzte alle Energie und Begabung ein für die Befreiung und Würde der Schwarzen, wo immer sie auch waren. Auf diese Weise hat er mein Leben beeinflusst und mich herausgefordert, mich mit dem Leben eines afrikanischen Missionars zu identifizieren, die Armen zu lieben und für ihre Befreiung zu arbeiten, wohin ich auch gesandt werde, um die Botschaft von Gottes Liebe zu bringen. Ich liebe seine Spiritualität, die zugleich kontemplativ und praktisch ist. Obwohl er in seinem Leben viele Rückschläge erlitten hat, verlor er doch die Hoffnung und seinen tiefen Glauben nicht.

Welche seiner Ideen hat auch 150 Jahre nach seinem Tod nicht an Aktualität verloren?
In der Ordensregel von 1849 hat Libermann seine Missionare aufgefordert, Anwalt und Verteidiger der Schwachen gegen ihre Unterdrücker zu sein. Deswegen sind Spiritaner berufen, Gerechtigkeit und Frieden als konstitutive Elemente in ihrer Mission und Evangelisierung zu betrachten. In diesem Sinne hat Libermann seine Missionare aufgefordert, sich ganz mit den Armen zu identifizieren und ihr Leben und ihre Kultur zu respektieren. Für mich ist gerade dies ein ganz wichtiger Aspekt im Leben jedes Spiritaners, ganz besonders: sensibel zu sein für die kulturellen Werte der Menschen, die wir evangelisieren.


Bruder Xaver Schaar (66), Altenpfleger im Kloster Knechtsteden

Welche Rolle spielt Franz Maria Paul Libermann in Ihrem Leben?
Für mich bedeutet Pater Libermann viel. Er ist nach langen Kämpfen den Weg aus dem Judentum zum Christentum gegangen. Dann hat er schwere Krankheiten bestanden. Mehr noch: Nachdem er zum Priester geweiht worden ist, hat er eine Kongregation gegründet zur Ausbreitung des Glaubens - eine Missionstruppe Gottes. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich für ihn in seiner Meinung arbeiten darf. Wenn auch nicht draußen in der Mission, was immer mein Wunsch war, sondern hier in der Heimat, mit den Alten und Kranken.

Welche seiner Ideen hat auch 150 Jahre nach seinem Tod nicht an Aktualität verloren?
In der jetzigen schwierigen Lage mit dem Nachwuchs der Kongregation vom Heiligen Geist vor allem in Westeuropa, sehe ich nur eine Übergangssituation. Ich denke an das Vertrauen und die Gelassenheit, die Pater Libermann uns vorgelebt hat, und bleibe daher voller Hoffnung für die Zukunft unserer Kongregation. Wir müssen mehr zusammenarbeiten mit anderen Ländern. Die Ausbildung muss mehr gefördert werden, vor allem sollten junge Spiritaner Sprachen lernen. Wir dürfen nicht nur kritisieren, sondern glauben, hoffen wider alle Hoffnung. Wenn wir beten und Vertrauen haben, wird uns Gott schon weiterhelfen.


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