Wir gedenken in Dankbarkeit und Liebe unsres Mitbruders Bruder Stanislaus CSSp. (Josef Richter)
Unser Mitbruder Stanislaus wurde am 2. Mai 1917 als neuntes von elf Kindern in Hohenhalte bei Münster geboren. Von 1923 bis 1931 besuchte er die dortige Volksschule.
Schon als Kind war es sein Wunsch, Ordensbruder zu werden. Mit fünfzehn Jahren kam er im Jahre 1932 nach Knechtsteden. Hier erlernte er den Gärtnerberuf. Am 21. Juni 1937 legte Bruder Stanislaus seine ersten Gelübde ab.

Bereits im folgenden Jahr wurde er zum Arbeitsdienst verpflichtet und im März 1940 als Soldat einberufen. Er diente an verschiedenen Fronten, bis er im Dezember 1942 schwer verwundet wurde. Nach seiner Genesung wurde Bruder Stanislaus 1944 an der Westfront eingesetzt und kam von dort aus in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er im März 1946 zunächst nach Hause zurück, ehe er zwei Jahre später wieder nach Knechtsteden kam.
Am 8. Dezember 1955 legte Bruder Stanislaus die Ordensgelübde auf Lebenszeit ab.
Im Laufe seines Ordenslebens arbeitete Bruder Stanislaus in den Gärtnereien verschiedener Kommunitäten der deutschen Ordensprovinz in der Gärtnerei, vor allem in Menden (1955 - 1979).
Noch während des Krieges hatte er die Meisterprüfung als Gärtner abgelegt, sodass er viele Gesellen im Gärtnerberuf ausbilden konnte.
Nach der Auflösung der Mendener Niederlassung (1979) lebte "der Mann mit dem grünen Daumen" in Knechtsteden. Hier arbeitete er in der wohl "süßesten" Fachrichtung seines Berufes: dem Obstbau. Nicht nur die Pflege der Obstbäume, sondern auch die Verarbeitung der Äpfel zu Most war seine Aufgabe. Der von ihm mit der Obstpresse gewonnene Saft stand über Jahre bei jeder Mahlzeit auf den Tischen der Hausgemeinschaft.
Daneben war Bruder Stanislaus aber auch für die Instandhaltung der Gartenanlagen, den Blumenschmuck und die Pflege des Friedhofes verantwortlich. Bis ins hohe Alter erfüllte er freudig und pflichtbewusst diese Aufgaben.
Nicht vergessen werden darf auch sein engagierter Einsatz beim jährlichen Oktoberfest in Knechtsteden, bei dem er mit zahlreichen Helferinnen und Helfern Gartenprodukte und Blumenschmuck verkaufte.
Das besondere "Hobby" von Bruder Stanislaus waren die Wallfahrten. Dreißig Mal begleitete er als Malteser Krankenzüge nach Lourdes. Dabei hat er - wie er selbst sagte - "manches innere Wunder" erlebt.
Leben und Beten in der Gemeinschaft waren für Bruder Stanislaus wichtig und grundlegend. Er fehlte bei fast keinem gemeinsamen Gebet und bei keiner Eucharistiefeier. Und nahezu täglich traf man ihn seit seiner "Pensionierung" vormittags in der Basilika. Dort saß er vor dem Gnadenbild der Gottesmutter und betete den Rosenkranz, in den er die Sorgen und Nöte vieler Menschen einschloss.
Als gebürtiger Westfale blieb Bruder Stanislaus sein Leben lang seiner Heimat und den Menschen dort eng verbunden. Als "knorriger Westfale" schloss er aber auch schnell die Menschen seiner jeweiligen Wirkungsorte ins Herz. So ist er auch in Knechtsteden und Umgebung als zufriedener Gärtnermeister und Ordensmann bekannt.
Zu einer Familienfeier und zur Vorbereitung seines 90. Geburtstages fuhr er Anfang Januar nach Hause - nach Westfalen. Dort hat ihn Gott, der Herr über Leben und Tod, am Morgen des 20. Januar 2007 zu sich nach Hause geholt.
Wir, seine Angehörigen und Mitbrüder, sind zutiefst dankbar, Bruder Stanislaus in unserer Mitte gehabt zu haben und halten sein Andenken in Ehren.
Pater Michael Wegner, CSSp
Herr Jesus Christus, du hast allen, die um deinetwillen auf eigenen Besitz und eine Familie verzichten, das Hundertfache in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben versprochen. Wir bitten dich für unseren Bruder Stanislaus. Gläubig hat er deinen Ruf vernommen und ist dir nachgefolgt. Verzeih ihm, was in seinem Leben dieser Berufung nicht entsprochen hat. Lass ihn eingehen in deine Freude, die alle Vorstellungen übertrifft. Denn du bist gut und menschenfreundlich; dich preisen wir mit dem Vater und dem lebensspendenden Heiligen Geist in alle Ewigkeit. Amen.
Die Exequien werden am Freitag, dem 26. Januar 2007 um 14.00 Uhr in der Basilika in Knechtsteden gefeiert.
Die Beerdigung ist anschliessend auf dem Klosterfriedhof.