Stadt Dormagen und Schulen unterstützen gemeinsam mit der Missionsprokur der Spiritaner Schulprojekte in Tansania und Ghana
Das neue Mädchen-Gymnasium in Bago Moyo in Tansania ist mittlerweile mit besserem Mobiliar ausgestattet als die Universität von Daressalam. Und das haben die Schülerinnen in einem der ärmsten Länder der Erde dem Spiritaner-Pater Valentin Bayo aus Knechtsteden, der Stadt Dormagen und dem Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich zu verdanken. Im März diesen Jahres ging eine Anfrage von Pater Bayo aus dem afrikanischen Land in der Knechtstedener Missionsprokur mit Pater Albert Claus an der Spitze ein mit der Bitte um Unterstützung bei der Ausstattung "seiner Schule".
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Pater Bayo hat - zum großen Teil aus Spenden und mit Missionsmitteln - in Bago Moyo ein Mädchengymnasium und ein Internat errichtet. Der Ort liegt etwa 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Daressalam. Er will damit den unterdrückten Mädchen in dem afrikanischen Land eine Bildungschance geben - Voraussetzung für ein selbst bestimmtes und selbst verantwortetes Leben. Gebraucht wurden vor allem Schulmöbel. Pater Claus und Agnes Kremer-Schillings von der Knechtstedener Missionsprokur machten sich auf die Suche. Sie sprachen unter anderem das Schulamt der Dormagener Verwaltung mit Waltraut Brennert an der Spitze an.
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Und die würde fündig. Nach etwa zwei Wochen meldete sich der Hausmeister des Leibniz-Gymnasiums aus Hackenbroich in Knechtsteden. Das Schulamt war rührig gewesen und hatte genau das angeboten, was Pater Bayo brauchte: 120 Schultische und 130 entsprechende Stühle. Doch zunächst musste der Transport organisiert werden. Die Missionsprokur wandte sich erneut an die Stadt. Bürgermeister Reinhard Hauschild reagierte schnell, stellte einen städtischen Lastwagen mit drei Arbeitskräften zur Verfügung. Mit speziellen Reinigungsmitteln und Lösungen konnten fleißige Helfer in einer konzertierten Aktion die zum Teil ramponierten Möbel wieder aufpolieren.
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Schließlich wurde ein Container organisiert, die Schulmöbel verstaut und auf die weite Reise in das afrikanische Land geschickt. Mittlerweile war es Anfang Juni, und die Zeit drängte: Am 1. Juli sollte der Schulbetrieb in Bago Moyo aufgenommen werden. Fast hätte es auch geklappt, hätte es nicht beim Zoll Schwierigkeiten mit den Einfuhrpapieren gegeben, die erst behoben werden mussten. Große Hilfe kam auch aus der Nachbargemeinde Rommerskirchen. Dort sammelten die Grundschulkinder bei einem Sponsored Walk insgesamt 3.450 Euro. Zu diesem Ereignis in Rommerskirchen war auch Pater Bayo in das Mutterhaus nach Knechtsteden gekommen, um dort noch einige Dinge zu regeln.
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Er nahm die Gelegenheit wahr, sich bei den Schülern und bei dem Tansania-Kreis der Pfarrgemeinde St. Peter zu bedanken. Diese Initiativen in Rommerskirchen haben die Projekte von Pater Bayo bereits seit Jahren unterstützt. Bereits vor dem Mädchen-Gymnasium hat Pater Bayo in seinem Bezirk in Tansania eine Grundschule erbaut. Mittlerweile arbeitet das Gymnasium in Tansania hervorragend. Dort herrschen bessere räumliche Bedingungen als an der Universität des Landes in Daressalam, berichtet der Pater voller Stolz. Nach seinen Worten liegt die Mädchenschule im Bildungsniveau des Landes schon nach wenigen Wochen auf dem zweiten Platz.
Und die Einrichtung hat nach wenigen Wochen schon einen so erheblichen Zuwachs, so dass Pater Bayo bereits eine Erweiterung auf 800 Schülerinnen ins Auge gefasst hat. Und auch dafür werden wieder Spenden und Möbel gebraucht. Ein ähnliches Projekt plant auch Pater John Kwofie in Ghana. Ausgediente Schulmöbel, so scheint es, haben in der Region eine gute Zukunft. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich an die Missionsprokur im Kloster Knechtsteden wenden. Nähere Informationen geben dort Pater Albert Claus und Agnes Kremer-Schillings.
Chris Stoffels