Kuriosum

Postkarte nach 42 Jahren "Laufzeit" zugestellt.
Empfänger Bruder Stanislaus 83 Jahre alt.

Eine Postkarte, am Silvester-Vortag 1958 in Hohenholte bei Münster auf die postalische Reise geschickt, erreichte den Aufenthaltsort des Empfängers, das "Hospital" in Menden. Allerdings 42 Jahre später, Dezember 2000. Sie wurde an der Pforte des St. Vincenz-Krankenhauses zugestellt.

"An Ehrw. Bruder Stanislaus Richter. Menden, Sauerland. Hospital", steht handschriftlich auf dem Adressfeld. Darüber klebt eine Zehn-Pfennig-Briefmarke, versehen mit zwei Poststempeln.
Das Problem: Der Adressat war im Krankenhaus nicht (mehr) bekannt.

Dank der Recherchearbeit der örtlichen Presse und des Pfarramtes konnte der jetzige Wohnsitz des Adressats ausfindig gemacht werden.


"An Ehrw. Bruder Stanislaus Richter"
Die Adresse war handschriftlich, der übrige Text mit Schreibmaschine geschrieben.
 

Das vom Probst 1958 zur Weihnachtszeit gewählte Bildmotiv war auch bei der Zustellung Dezember 2000 aktuell.
Von Menden aus wurde die Karte nun per Einschreiben, damit sie jetzt sicher ankommt, nach Knechtsteden geschickt, wo Bruder Stanislaus seit 1980 lebt.

"Ich lag damals wegen einer Magenoperation im Mendener Krankenhaus. Mein Pfarrgeistlicher aus meinem Heimatort Hohenholte, Probst Tertilt, erfuhr von meiner Erkrankung und wollte mir auf diese Weise seine Genesungswünsche übermitteln."
Der Probst ist 1966 verstorben.

Die Gründe für die "Verspätung" werden, laut Post AG, wohl auf ewig im Nebulösen bleiben.

Bruder Stanislaus, 83 Jahre alt und immer noch als Gärtner in Knechtsteden aktiv, hat sich trotz Verspätung noch sehr über die unerwartete Post gefreut.

 

Absender Probst Tertilt 1961,
am Tag seiner goldenen Priesterweihe.

Empfänger Bruder Stanislaus als junger Spiritaner.


Bruder Stanislaus heute.
Mit 83 Jahren immer noch als Gärtner in Knechtsteden aktiv.
 
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