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Mitteilung
Am 15. April 2010 verstarb Pater Willi Pfeil CSSp.
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Wir gedenken
in Dankbarkeit und Liebe
unsres Mitbruders Willi Pfeil
Unser Mitbruder Pater Wilhelm Pfeil wurde am 20. August 1923 in Neuss geboren. Sein Vater war Bäckermeister. Nach der Volkschule besuchte er von 1934 bis 1939 das Franziskanerkolleg Exaten in Holland. Danach machte er eine Lehre als technischer Zeichner, die er 1942 mit der Gesellenprüfung abschloss.
Als Soldat war er von 1942-45 bei den Nach- richtenabteilungen in Königsberg (heute Russland), in Norwegen und Italien eingesetzt. Nach ein paar Monaten in amerikanischer Gefangenschaft kehrte er im August 1945 nach Neuss zurück.
Zunächst absolvierte er eine dreijährige Maurerlehre, entschied sich dann aber Spiritaner zu werden, ging in unser Ausbildungshaus nach Menden im Sauerland und machte 1954 das Abitur. Danach folgte das Noviziat in Heimbach, Eifel, und die zeitlichen Gelübde am 21. April 1955. Er begann das Theologiestudium an der Ordens- hochschule in Knechtsteden, entschied sich aber nach einem Semester für einen anderen Weg.
Er besuchte die Werkkunstschule Krefeld und legte 1961 die staatliche Abschlussprüfung in Architektur ab.
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Aber auch damit hatte Wilhelm Pfeil noch nicht seinen Beruf gefunden. Es war der damalige für Neuss zuständige Schulrat, der den Knoten durchschlug, indem er ihm auf den Kopf zusagte, dass er der "geborene Lehrer" sei. Er sollte Recht bekommen. Von 1961 bis 1964 absolvierte Wilhelm Pfeil an der Pädagogischen Hochschule Neuss die Ausbildung für das Lehramt an Volksschulen.
Bis 1979 arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Grund- und Hauptschulen in Neuss. Danach widmete er sich ganz der Lehrerausbildung im Fachbereich Kunst. Neben der Wahrnehmung von Aufgaben in den Hauptseminaren in Düsseldorf und Mönchengladbach war er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1988 Mitglied im Prüfungsausschuss für die erste und zweite Staatsprüfung.
Während dieser Zeit pflegte er seine schwer kranke Mutter bis zu ihrem Tod. Viele Jahre war er in der Pfarrei St. Elisabeth in Neuss-Reuschenberg bei der Gestaltung von Familienmessen engagiert.
Der Kontakt zur Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist war nie ganz abgebrochen. Im Jahre 1979 schloss sich Wilhelm Pfeil erneut den Spiritanern an. Neben seiner Tätigkeit in der Lehrerausbildung arbeitete er im Libermann-Haus in Knechtsteden und im Projekt "Missionar auf Zeit" mit.
1986 legte Wilhelm Pfeil die Ewigen Gelübde ab. Nach seiner Pensionierung als Lehrer im Jahre 1988, entschied er sich, noch um die Priesterweihe zu bitten. Nach dem Studium einiger Semester Theologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Sankt Augustin wurde er am 7. Oktober 1989 in Knechtsteden zum Diakon und am 21. April 1991 zum Priester geweiht.
Sein Wunsch, in so fortgeschrittenem Alter noch Priester zu werden hatte zu tun mit einem neuen Projekt der Spiritaner, der Notschlafstelle für Drogenabhängige, dem NOTEL in Köln, der er mitbegründete und in dessen Leitungsteam er von 1990 bis 1993 als Seelsorger mitarbeitete.
Ab 1993 betätigte sich der Siebzigjährige noch weitere zehn Jahre in der Schwesternseelsorge und vertrat manchen Mitbruder in dessen Urlaub.
Wilhelm Pfeil war nicht nur ein begnadeter Kunst- und Religionspädagoge, der eine besondere Fähigkeit hatte auf Menschen einzugehen und die Kreativität in ihnen zu wecken. Er war auch selbst als Künstler tätig. Seine Werke entstanden aus Weggeworfenem, aus Strandgut, aus Resten liturgischer Gewänder, aus Dingen, die man für wertlos hält. Er hob sie auf, schaute sie an und erkannte ihre innere Schönheit. Er war in der Lage, das Geheimnis der Dinge zu entbergen. In Collagen und Drucken entwickelte er im Prozess künstlerischer Umwandlung aus dem "Unwerten" überraschende Bilder.
2001 zog P. Pfeil von Köln auf die Alten- und Krankenstation nach Knechtsteden. In den letzten Jahren war seine Gesundheit durch mehrere Schlaganfälle sehr angegriffen. Trotzdem hat er bis zuletzt seine Lebensfreude und seinen Humor nicht verloren. Drei Wochen vor seinem Tod war es ihm noch vergönnt, im Rollstuhl das neue Diözesanmuseum in Köln zu erkunden.
Er starb am frühen Vormittag des 15. April 2010 an den Folgen eines weiteren Schlaganfalls im Krankenhaus in Dormagen im Alter von 86 Jahren.
Wir, seine Mitbrüder, Verwandten und Freunde halten sein Andenken in Ehren und beten für ihn.
Herr Jesus Christus, du hast allen, die um deinetwillen auf eigenen Besitz und eine Familie verzichten, das Hundertfache in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben versprochen. Wir bitten dich für unseren Mitbruder P. Willi Pfeil. Gläubig hat er deinen Ruf vernommen und ist dir nachgefolgt. Verzeih ihm, was in seinem Leben dieser Berufung nicht entsprochen hat. Lass ihn eingehen in deine Freude, die alle Vorstellungen übertrifft. Denn du bist gut und menschenfreundlich; dich preisen wir mit dem Vater und dem lebensspendenden Geist in alle Ewigkeit. Amen.
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