Nachgefragt bei jungen Leuten:
Heute noch Mission?

Was verstehen junge Menschen heute unter "Mission" und was halten sie davon?
Heinz-Georg Soquat befragte dazu Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen bei Aachen. Träger der Schule mit über 1000 Schülern sind die Spiritaner.
Soquat unterrichtet an der Schule Deutsch und Religion und ist Laienspiritaner.

Anke Tylicki
Mission bringe ich mit der Kirche in Verbindung. Unter Missionaren verstehe ich Geistliche, die ihren Glauben in der Welt verbreiten wollen. Auf ihrer Mission verkünden sie ihren Glauben und ihre Botschaft. Viele Geistliche gehen z.B. nach Afrika und helfen den Notleidenden (z.B. Entwicklungshilfe). Ich finde, dass Mission (nach meinem Verständnis) auf jeden Fall wichtig ist, weil viele Menschen Hilfe brauchen. Sie brauchen eine Orientierungshilfe, Entwicklungshilfe, usw. Ich finde es sinnvoll und gut, dass es Menschen gibt, die freiwillig und aus Überzeugung in die Mission gehen.

Steffi Harlacher
Bei einer Mission geht ein Christ in ein Land, meist in der Dritten Welt, lebt mit den Menschen dort, unterstützt sie und versucht ihnen auch etwas von seinem Glauben zu vermitteln. Meiner Meinung nach ist Mission auch heute noch wichtig, da es viele Orte gibt, wo Hilfe benötigt wird. Da kann man zwar sagen, dass es auch Hilfsorganisationen gibt, aber ich finde, dass es Teil des Glaubens ist, Menschen zu helfen und den Glauben weiter zu vermitteln. Ich denke, dass es schwierig ist für junge Menschen, so eine Mission zu machen. Ich persönlich würde mir das nicht zutrauen.

Clarissa Preuß
Mission ist eine Art kirchlicher Aufrag, anderen Menschen, insbesondere ärmeren, zu helfen. Die Missionare gehen beispielsweise in Entwicklungsländer und bauen dot Schulen etc. Ziel ist es, den materiell ärmeren Menschen ein Stück unserer Zivilisation näher zu bringen und ihren Lebensstandard zu verbessern. Meiner Meinung nach ist Mission sinnvoll, denn diese Menschen können sich eigentlich nicht selber helfen. Diese Art von Hilfe ist jedoch besser als manch andere, da die hilfsbedürftigen Menschen bei solchen Projekten mit einbezogen werden.

René Streitenbrüger
Mission ist für mich eine Art Hilfe. Ordensleute reisen in Länder der Dritten Welt, um den dort lebenden Menschen im Rahmen christlicher Werte zur Seite zu stehen. Es ist sicherlich nicht damit gemeint, dass die Menschen dort davon überzeugt werden sollen, Katholiken zu werden. Ich halte es durchaus für sinnvoll zu missionieren und damit anderen Menschen zu helfen. Dies sollte jedoch nur Hilfe zur Selbsthilfe sein, da die Menschen in diesen Ländern auch irgendwann alleine klarkommen sollen. Durch diese Aufgaben lebt die Kirche auch ihre eigenen Werte.

Sascha Ciarletta
Die Mission soll zum einen den Menschen außerhalb unserer Staatsgrenzen helfen, den richigen Lebensweg zu finden. Zum anderen kann Mission aber auch Hilfe zur Selbsthilfe sein. Gute Missionsarbeit sollte meiner Meinung nach nicht nur darauf hinarbeiten, die religiösen Ansichten weiterzugeben, sondern in erster Linie die Menschen dazu bewegen, über sich selbst nachzudenken und dann den richtigen Lebensweg zu finden. Heutzutage ist sicherlich schwer, Jugendliche für die Mission zu begeistern, was aber an mangelnden Informationen über die Arbeit liegt.

Benjamin Kiehn
In meinen Augen gibt es zwar Arten von Mission, die jedoch miteinander verknüpft sind, und zwar: a) den Glauben in den Entwicklungsländern zu verbreiten, und b) den Leuten in diesen Ländern zu helfen, ihren Glauben auszuüben z.B. durch Helfen bei Kirchenplanung oder durch Überbringung von Spenden oder durch Ansiedlung einer Gemeinde. Ich denke, dass Mission auf jeden Fall auch heute noch sinnvoll ist, denn besonders in Afrika, Lateinamerika oder Südostasien gibt es immer noch viele arme Länder, in denen die Leute auf Hilfe angewiesen sind, um ihre Religion auszuüben.

Nora Daheim
Mittere = schicken. Ein Mensch, der sich berufen fühlt, anderen zu helfen, hat eine Mission. Mit "missionarisch" verbinde ich Entwicklungshelfer, Sterbehilfe, Patres sowohl in Industrie- als auch in anderen Staaten. Ich glaub, dass der "Missionarsjob" sehr hart ist; deshalbsollte man von seinen Taten überzeugt sein, um überhaupt gut arbeiten zu können. Man sieht oft Elend. Zeitgemäß: bedingt; "auf dem absteigenden Ast", weil junge Leute oft keine Lust haben zu missionieren; oder durch Gruppendruck ihre Wünsche nicht äußern wollen. Sinnvoll auf jeden Fall, da man mit den Menschen umgeht und ihnen dies auch hilft. Mansche Länder haben z.B. kein Geld, um Arme und Alte zu unterstützen, und Aufgabe der Missionare ist es, das Leben und Überleben zu ermöglichen in Form von Essen, Kleidung und durch seelische Unterstützung.



Mit dem Projekt "MissionarIn auf Zeit" machen die Spiritaner jungen Leuten ein Angebot, "Mission heute" konkret vor Ort zu erleben.
zum MaZ-Projekt...



 
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