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Wir gedenken in Dankbarkeit und Liebe unsres Mitbruders.
Unser am 9. Oktober 2006 verstorbener Mitbruder Friedrich Peter Kratz kam am 11. August 1939, als erstes Kind des Schwarzblechschlossers Friedrich und seiner Frau Elisabeth Kratz in Hilden zur Welt.
Bereits drei Jahre später, an Silvester, fiel der gerade 29-jährige Vater Friedrich Kratz als Soldat im Zweiten Weltkrieg und hinterließ eine Frau mit zwei Söhnen. Sein Sohn Friedrich verspürte bereits als 15jähriger den Wunsch, Missionar zu werden. Durch seinen Onkel, P. Erdmann, einen Spiritaner, kam er in Kontakt mit der Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist und fand 1957 Aufnahme im Missionshaus und an der Missionsschule in Menden.
Seine humanistischen und anschließenden philosophischen Studien machte Friedrich Kratz in Knechtsteden.
Die theologischen Studien setzte er nach Schließung der Hochschule in Knechtsteden 1966 für anderthalb Jahre in Frankfurt am Main (St. Georgen) fort. Mit der Priesterweihe am 1. April 1967 hatte P. Kratz sein erstrebtes Ziel dann erreicht.
Bereits während seiner Schul- und Studienzeit trat ein wesentlicher Charakterzug von P. Kratz deutlich hervor. Er zeichnete sich stets durch außerordentliche Genauigkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aus.
Wohl auch aus diesem Grund wurde er 1968 zum Kultuspräfekten in Knechtsteden ernannt. Gleichzeitig wurde P. Kratz die große, aber völlig vernachlässigte Knechtstedener Bibliothek anvertraut. Hier war P. Kratz 17 Jahre lang ganz in seinem Element. Mit akribischer Exaktheit und Gewissenhaftigkeit verzeichnete, ordnete und beschriftete er die rund 65.000 Bände der zu dieser Zeit noch ständig weiterwachsenden Bibliothek.
Für jedes einzelne Buch legte er gleich mehrere Karteikarten für die Autoren- und Schlagwortkartei an. Und jedes einzelne Buch wurde von ihm fein säuberlich mit einem handbeschriftetem Etikett versehen, bevor er ihm seinen Platz in der zweigeschossigen Bibliothek zuwies.
So vertraut war er mit den Schätzen der Bibliothek und so groß seine Akkuratesse, dass seine Nachfolger in der so umfangreichen Bibliothek keine Dubletten eines Werkes fanden. Diese Fähigkeiten waren es wohl auch, die seine Mitbrüder in Sao Paulo veranlasst haben, ihn 1979 um Hilfe bei der Einrichtung der Seminarbibliothek zu leisten. Für mehrere Monate stand P. Kratz dort seinen Mitbrüdern mit Rat und Tat zur Seite.
1985 gab er seine Arbeit in der Bibliothek, die er immer als sein Lebenswerk bezeichnet hat, auf und wurde Superior in der Niederlassung der Spiritaner in Donaueschingen, deren Oberer er bis zur Auflösung im Jahr 1991 blieb.
P. Kratz wechselte in das Missionshaus Speyer und übernahm das Amt des Ökonomen, das er nach der Auflösung des Missionshauses später auch für die Spiritaner an St. Bernhard bis zum Schluss inne hatte.
Daneben war er als Schwesternseelsorger vor allem für die Dominikanerinnen in Speyer tätig.
Seine Selbstdisziplin haben ihn die Diabetes, unter der er bereits früh zu leiden hatte, gut meistern lassen. In den letzten Jahren kamen Herzbeschwerden hinzu. Ein Defibrillator stellte jedoch das ordnungsgemäße Funktionieren seines Herzens sicher.
Wie ein Schlag traf es ihn und seine Mitbrüder, als nach einer Routineuntersuchung die Diagnose Leberkrebs im Endstadium diagnostiziert wurde. Da die Ärzte keine Möglichkeit einer Behandlung sahen, kehrte P. Kratz nach St. Bernhard zurück.
Bei einer Kontrolluntersuchung wenige Tage vor seinem Tod, äußerte er den Wunsch im Krankenhaus bleiben zu dürfen. Schneller als erwartet, verstarb er dort.
Belinda Peters
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