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Wir gedenken in Dankbarkeit und Liebe unsres Mitbruders.
Unser Mitbruder Herbert Hausy wurde am 6. Mai 1935 in Ofteringen bei Waldshut am Hochrhein geboren.
Sein Vater war Schreiner von Beruf. Nach fünf Jahren auf der Volksschule besuchte er von 1946 bis 1952 die Heimschule Lender in Sasbach bei Achern.
In dieser Zeit keimte in ihm der Wunsch, Missionar zu werden, der durch die Begegnung mit Spiritanerpater Rudolf Schnettler verstärkt wurde.
So bat er im Februar 1952 um Aufnahme in unsere Missionsschule St. Josef in Menden. Geradlinig verlief von da an sein Weg zum Priestertum: Noviziat in Heimbach, Ordensprofess am 7. April 1956, Priesterweihe am 1. Mai 1961 in Knechtsteden, Weihe an das Apostolat 19. März 1962.
Allerdings zeigten sich schon in dieser Zeit Probleme mit der Gesundheit. Ein Arzt stellte schon 1956 eine Verkrümmung an der Wirbelsäule fest, was sich später nach mehreren längeren Krankenhausaufenthalten und sogar Fehlbehandlungen als Morbus Bechterew erwies. Mit großer Energie kämpfte Herbert gegen diese schwere Krankheit an, setzte sich voll ein und ließ sich äußerlich kaum etwas anmerken.
Seine erste Stelle trat er in Heimbach an, wo er zunächst in der Pfarrseelsorge und als Subnovizenmeister tätig war. 1969 erweiterte er sein Aufgabenfeld und wurde vom Bistum Aachen im Erholungsgebiet Nordeifel als Camping- und Freizeitseelsorger eingesetzt.
1979 wechselte er nach Speyer über, wo er als Ökonom und in der Seelsorge tätig wurde. "Seine Glaubensvorträge, Exerzitien und Einkehrtage werden sehr geschätzt und erfreuen sich großen Zuspruchs", schrieben die Speyerer aus Anlass seines Silbernen Priesterjubiläums.
Missionar wollte Herbert werden, und so entdeckte er in seiner Speyerer Zeit seine Liebe zur Mission neu, denn er erfand den "Missionsbasar". Zusammen mit den Mitgliedern des Frauenbundes St. Bernhard unterstützte er damit tatkräftig verschiedene Missionsprojekte der Spiritaner in Afrika. In diesem Zusammenhang wurde er auch zu Besuchen eingeladen. Er war tief beeindruckt von der Gastfreundschaft und Lebensfreude, die er in Afrika erlebte und brachte ausgezeichnetes Fotomaterial mit. Die Vorträge, die er damit gestaltete, lösten bei vielen Missionsbegeisterung aus, und so konnte er weitere Missionsprojekte, aber auch Initiativen im Heiligen Land unterstützen.
Seit 1992 lebte er im Seniorenheim "St. Elisabeth" in Germersheim, übernahm im Dekanat und darüber hinaus Pfarrvertretungen und setzte seine Vortrags- und Exerzitientätigkeit fort. Außerdem begleitete er immer wieder Wallfahrten, unter anderem ins Heilige Land.
Im Exerzitienhaus Maria Rosenberg - und nicht nur dort - war er über lange Jahre ein gefragter Exerzitienprediger, eine Aufgabe, die ihm viel Freude machte, und der er mit großer Begeisterung nachkam. Immer wieder erzählte er, dass es sehr intensive Tage der Besinnung waren mit diesen 45 Frauen oder jenen 52 Männern.
Im Februar 1995 wurde Pater Herbert Hausy Vertreter der Diözese Speyer im Verein für das Heilige Land ernannt. Auch diese Aufgabe nahm er sehr ernst, war vor wenigen Monaten - zum Zeitpunkt als Arafat starb - nochmals vor Ort.
Seit fast einem Jahr machte seine Gesundheit ihm zunehmend Probleme. Bei einem Besuch in Stuttgart sah er so schlecht aus, dass seine Mitbrüder ihn nicht mehr allein nach Germersheim zurückfahren lassen wollten. Vor etwa zwei Wochen sagte er bei einem Anruf: "Ich bin in ein tiefes Loch gefallen, ich weiß nicht, ob ich nicht meine Geburtstagsfeier absagen soll." Ob er schon ahnte, dass wir ihn an seinem 70. Geburtstag zu Grabe tragen würden?
Wir danken unserem Mitbruder herzlich für alles, was er für Gottes Reich, für unzählige Menschen in der Eifel und in der Diözese Speyer, und nicht zuletzt für die Mission getan hat - also ganz im Sinne seines Lebensprogramms - und beten darum, dass Gott all sein Mühen lohne.
Pater Alfons Wehrle CSSP
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