Mitteilung

Am 28. April 2001 verstarb P. Bruno Güthoff CSSp.

Wir gedenken
in Dankbarkeit und Liebe
unsres Mitbruders


Unser verstorbener Mitbruder Bruno Güthoff wurde am 20 Juni 1920, einem Sonntag, als dritter Sohn des Schneidermeisters Franz Güthoff und dessen Ehefrau Anna in Menden geboren. Nach der Volksschule in Menden folgte er seinem älteren Bruder Norbert nach Broich und Menden auf das Gymnasium und machte schließlich durch den Krieg bedingt in Köln 1940 das Abitur. Gleich darauf wurde er zum Wehrdienst einberufen, der ihn "hart geprüft hat und stark leiden ließ", wie er selbst schrieb.

Sehr früh kam er aus der Gefangenschaft und bat schon im Herbst 1945 um Aufnahme im Noviziat der Spiritaner in Menden. Zeitliche und Ewige Profeß folgten 1946 und 1949 und im Jahr 1951, am 15. Juli wurde er zum Priester geweiht. Nach der apostolischen Weihe 1952 berief ihn der damalige Provinzial in die Redaktion der Missionszeitschrift ECHO, die er bis 1962 herausgab. Als missionarische Jahresschrift entstand unter ihm die "PIROGE", die für viele Jahre weite Verbreitung fand.

Doch dann zog es ihn in die praktische Seelsorge. Er nahm zunächst den Ruf zum Militärpfarrer an, den er von 1962 bis 1971 an drei Standorten versah: Munster-Lager, Lingen-Ems und Budel-NL. Anschließend ging er in die Krankenseelsorge nach Lingen bis 1981 und danach war er Pfarrer in der kleinen Landgemeinde Hoogstede. Ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 1998 bedeutete das Ende dieser Zeit. Bei den Franziskanerinnen von Thuine, in Gut Wange fand er noch einen ruhigen Platz, wo er seinen priesterlichen Dienst ausüben konnte. Für die Schwestern war er durch seine liebenswürdige Art und seine tiefe menschliche Spiritualität ein geschätzter Seelsorger und Begleiter.

P. Güthoff, ein Sonntagskind, war schon als Schüler gerne in der Natur, erklärte seinen Mitschülern die Vogelarten und Pflanzen und hatte schon damals seine eigenen, kleinen Tiere; "Er war liebenswürdig und zuvorkommend, und von allen geschätzt", so das Zeugnis eines Mitschülers. Seine musische Veranlagung - er stand gerne an der Staffelei und liebte die farbenfrohen Motive aus der Natur - und sein literarisches Können veranlassten die Oberen ihn sofort nach dem Studium, ohne besondere Ausbildung, in die Redaktion der Zeitschrift ECHO zu berufen. 10 Jahre lang hat er mit viel Hingabe und Liebe die Arbeit als Redakteur gemacht. Gerne erinnern sich die Mitbrüder an diese Zeit mit ihm und erzählen noch heute kleine Anekdoten. Er war ein wundervoller Gesprächspartner in vielen Bereichen und ließ nicht gerne etwas unbeantwortet im Raum stehen.

Was die Kriegszeit mit ihm gemacht hat, welchen Einfluss sie letztlich auf sein Leben gehabt hat, wissen wir nicht. Nur kleine Andeutungen lassen vermuten, dass er sehr viel gelitten hat und dass er vieles davon bis zum Schluss mit sich herumgetragen hat. Vielleicht hat ihm das auch eine Seite geöffnet, die ihn die Menschen in Not verstehen half:
Im wahrsten Sinne des Wortes sorgte er sich um die Menschen, die ihm anvertraut waren. Ruhig und ausgeglichen widmete er sich allen, die ihn suchten, ob die einfachen Bauern oder die Akademiker, und nahm sich Zeit für sie. Er konnte zuhören und fand fast immer das richtige Wort. Immer suchte er ihnen die Liebe Gottes in Wort und Tat zu bezeugen.

Am Nachmittag des 28. April, begleitet vom Gebet der Schwestern, rief ihn der Herr zu sich.

Wir seine Mitbrüder, Verwandten und Freunde halten sein Andenken in Ehren und beten für ihn.

P. Bruno Güthoff CSSp

 
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